Notfallplan fürs Immunsystem

In case of emergency

 

Bäng. Da ist sie also, die Zäsur.
Über einen Zeit­raum von weni­gen Tagen hat ein Virus und die dar­aus fol­gen­den poli­ti­schen Kon­se­quen­zen unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Und immer wie­der höre ich den Satz: „end­lich mal Pau­se, wenn auch zwangs­wei­se”.

Jeder von uns hat die letz­ten Wochen unter­schied­lich erlebt und doch sind bei den meis­ten die Gefüh­le sehr ähn­lich. Zuerst waren da Still­stand, Pau­se, Schock, Unsi­cher­heit, Ungläu­big­keit, Ver­drän­gung. Dann kam die Pha­se der Infor­ma­ti­ons­flut auf allen Kanä­len. Pros, Con­tras, der eine Exper­te sagt dies, der ande­re das. Was will man hören, was soll man glau­ben? Neben­bei ver­la­gert sich in Licht­ge­schwin­dig­keit das Lebens in digi­ta­le Räu­me. Zoom machts mög­lich.

Wie und war­um das Virus in die Welt kam, kön­nen wir Lai­en nicht beur­tei­len. Die Wis­sen­schaft­ler schie­nen nicht sooo über­rascht, haben zu Coro­na­vi­ren schon lan­ge geforscht und immer wie­der Simu­la­tio­nen erstellt. Dass sie so zer­stö­re­risch wir­ken konn­ten, liegt wohl an einer Rei­he von Umstän­den, die sich gegen­sei­tig poten­zier­ten. Und das Virus traf auf eine Welt­be­völ­ke­rung, die seit Jahr­zehn­ten ihr Immun­sys­tem durch Stress, Umwelt­gif­te und eine sehr unge­sun­de Ernäh­rung stark her­ab­ge­setzt hat. Deren Leben auf Kan­te genäht war, in allen Berei­chen. Deren Erschöp­fung und Schlaf­lo­sig­keit bereits chro­nisch war. Die auch mit Krank­heits­sym­pto­men pflich­schul­dig zur Arbeit gin­gen. Wie wenn ein Trop­fen das Fass zum über­lau­fen bringt, wirk­ten schein­bar die Abweh­mög­lich­kei­ten der Men­schen nicht mehr aus­rei­chend, zumal ja noch kei­ne Anti­kör­per gebil­det sind. Eine Ana­lo­gie zur Kli­ma­kri­se drängt sich durch­aus auf.

 

Gesundheit in Eigenverantwortung

Bei aller Ver­wir­rung, die sich gera­de aus­ge­brei­tet hat, gibt es EINE gesich­ter­te Erkennt­nis: Wir müs­sen unse­re Gesund­heit eigen­ver­ant­wort­lich auf der rich­ti­gen Spur hal­ten. Wir haben es im gro­ßen und gan­zen in der Hand, unse­re Abwehr­kräf­te so zu stär­ken, dass wir nur in Not­fäl­len das über­stra­pa­zier­te Gesund­heits­sys­tem in Anspruch neh­men müs­sen.
Es macht sehr viel Sinn, so zu leben und sich so zu ernäh­ren, dass man mit einem star­ken Immun­sys­tem vira­len oder bak­te­rio­lo­gi­schen Angrif­fen Paro­li bie­ten kann. Alte natur­heil­kund­li­che Tra­di­tio­nen, egal ob aus Indi­en, Chi­na, Euro­pa oder Süd­ame­ri­ka, leh­ren genau das: Prä­ven­ti­on ist das Zau­ber­wort. Seit es Men­schen gibt ken­nen wir Krank­hei­ten und alle Kuk­tu­ren ent­wi­ckel­ten Gegen­mit­tel aus der Natur. Eines der Prä­ven­ti­ons­mit­tel ist ein Leben in Syn­chro­ni­zi­tät mit der Natur.

 

Empfehlungen zur Stärkung

Selbst­ver­ständ­lich waren seit Aus­bruch der Kri­se sofort auch alle Kanä­le voll mit Tipps, wie man sich schüt­zen kann und was jetzt zu tun und las­sen ist und wel­ches Essen und wel­che Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel und Maß­nah­men unbe­dingt wich­tig sind. Ich war eben­falls ver­sucht, sofort aktiv zu wer­den. In die­sem Over­flow muss­te ich dann aber erst mal sor­tie­ren. In die Tie­fe gehen und füh­len, was sich stim­mig anfühlt. Natür­lich ist alles, was die Ayur­ve­dis je gesagt und geschrie­ben haben, dazu gedacht, das Immun­sys­tem zu stär­ken. Und ich könn­te jeden ermu­ti­gen, der jetzt Zeit hat zuhau­se, mei­ne 60+ Blog­ar­ti­kel zu lesen um damit gerüs­tet zu sein für eine per­fek­te Gesund­heit.

Aber es ist nicht die Brei­te an Infor­ma­tio­nen wich­tig, son­dern die Tie­fe weni­ger Maß­nah­men. Heu­te schrei­be ich also kei­ne Lis­te mit Tipp 1 — XX, son­dern das, was für mich gera­de stim­mig ist. Auf was mein Sys­tem auto­ma­tisch zurück­fällt in die­ser Aus­nah­me­si­tua­ti­on. Maß­nah­men, von denen ich aus lan­ger Erfah­rung weiß, dass sie auf allen Ebe­nen sta­bi­li­sie­ren. Den Geist klä­ren für Ent­schei­dun­gen, die dem­nächst anste­hen. Jeder kann für sich hin­ein­füh­len, ob das eine oder ande­re für die eige­ne Lebens­si­tua­ti­on pas­sen könn­te. Oder ob man etwas Neu­es aus­pro­bie­ren möch­te, in die­ser Zeit wo das Alte eh gera­de aus­ein­an­der fällt.

Dis­c­lai­mer: dies sind kei­ne Emp­feh­lun­gen, um den Coro­na­vi­rus abzu­wen­den oder von Covid-19 geheilt zu wer­den, noch gibt es kei­ne Medi­zin dafür. Sie stär­ken jedoch Immun­sys­tem und Abwehr­kräf­te erheb­lich. Ich gehe davon aus, dass wir die­se brau­chen wer­den in den nächs­ten 8–12 Mona­ten.

 

In die Natur gehen

Wie beru­hi­gend ein Spa­zier­gang drau­ßen, idea­ler­wei­se im Son­nen­licht ist, müs­sen wir nicht dis­ku­tie­ren, alle Men­schen haben die­se Erfah­rung schon gemacht. Beson­ders ver­stärkt wird dies bei Spa­zier­gän­gen im Wald, das heu­te immer öfter auch the­ra­peu­tisch ange­wen­det wird. 30–60 Minu­ten sind eine gute Zeit, je län­ger je bes­ser.

 

Beim Bioladen oder Bauern des Vertrauens frisches Obst und Gemüse einkaufen

In ange­spann­ten Zei­ten ach­te ich auf Nah­rung, die beson­ders viel Lebens­en­er­gie (Pra­na) lie­fert. Sie ist för­der­lich, um die Selbst­hei­lungs­kräf­te anzu­re­gen. Bei Bau­ern- oder Bio­lä­den ist die Qua­li­tät in der Regel sehr hoch und man erhält sai­so­na­le und regio­na­le Ware. Gemü­se, das der­zeit kei­ne Sai­son hat, ver­wen­de ich nicht (Zuc­chi­ni, Toma­ten, Kür­bis z.B.).
Bil­li­ge und min­der­wer­ti­ge Nah­rungs­mit­tel aus indus­tri­el­lem Anbau sind Teil des der­zei­ti­gen Pro­blems. Sie haben unse­re Gesund­heit genau da hin gebracht, wo wir heu­te ste­hen, des­halb ist der Ein­kauf beim Dis­coun­ter kei­ne Alter­na­ti­ve. Der klei­ne Mehr­preis im Bio­la­den ist es mir wert, gesund zu blei­ben. Fol­ge­kos­ten von krank­heits­be­ding­ten Aus­fäl­len bei Selb­stän­di­gen sind immer höher. Und ich will die klei­nen Händ­ler unter­stüt­zen, die die Lebens­mit­tel­ver­sor­gung der­zeit mit auf­recht hal­ten.

In der Spei­se­kam­mer habe ich immer einen Grund­stock an Bio-Lebens­mit­teln, mit denen ich schnell was zau­bern kann. Hier eine klei­ne Ein­kaufs­hil­fe.

 

Frisch und unkompliziert kochen

Für die meis­ten von uns ist das mit dem Kochen nun eh kei­ne Wahl mehr, wenn die Restau­rants geschlos­sen blei­ben müs­sen. Men­schen im home­of­fice haben mehr Zeit, weil das Pen­deln ins Büro ent­fällt und ent­de­cken viel­leicht ihre kuli­na­ri­schen Talen­te. Frisch gekoch­tes Essen schmeckt nicht nur bes­ser, es ist defi­ni­tiv immun­stär­kend. Damit man das aber ein paar Wochen durch­hal­ten kann, sind ein­fa­che und unkom­pli­zier­te Mahl­zei­ten sinn­voll, man muss nicht stun­den­lang in der Küche ste­hen. Obwohl ich von vie­len, die tat­säch­lich lahm­ge­legt sind, von erstaun­lich lan­gen Küchen­zei­ten höre. Es ist ja auch ein biss­chen Medi­ta­ti­on und will­kom­me­ne Ablen­kung. 

Ich mag nicht dar­an den­ken, wie die Men­schen, die die gehams­ter­ten Nudeln, Fer­tig­ge­rich­te, Tief­kühl­kost und das Dosen­es­sen in den nächs­ten 4 Wochen zu sich neh­men, aus der ver­ord­ne­ten Qua­ran­tä­ne her­aus­kom­men. Das Immun­sys­tem geht damit auf alle Fäl­le auf Tal­fahrt.

 

Suppen und einfache Eintöpfe kochen

Sie haben den Vor­teil, dass sie sehr leicht ver­dau­lich sind und mit hoher Nähr­stoff­dich­te punk­ten. Je mehr Flüs­sig­keit in den Mahl­zei­ten, umso bes­ser. Sup­pen mit viel Gemü­se (z.B. Min­e­s­t­ro­ne) und Ein­töp­fe kom­bi­nie­ren sich leicht mit näh­ren­dem Reis, Hir­se, oder Qui­noa. Alle 2–3 Tage ein Dhal lie­fert wich­ti­ge Pro­te­ine und Bal­last­stof­fe. Min­des­tens 90% der Spei­sen soll­ten jetzt vege­ta­risch und vegan sein.
Die Rezep­te, die ich am meis­ten koche:

  • Erkäl­tungs­sup­pe: aller­dings ver­wen­de ich nicht jedes Mal die­se gro­ße Men­ge an Knob­lauch und Ing­wer. Aber als Basis­sup­pe ist sie ein­fach himm­lisch.
  • Reis­sup­pe zum Früh­stück: es ist Bär­lauch­zeit, der Sauer­amp­fer wächst bereits im Beet und im Bio­la­den gibt es Ruco­la, der pefekt passt.
  • Gemü­se­cur­ry: passt immer und über­all. Der­zeit mit Kohl­ra­bi, Karot­ten oder Süß­kar­tof­feln, Brok­ko­li oder Roma­nes­co, Lauch, Kräu­tern.
  • Man­del-Dat­tel-Crè­me: Sehr stär­kend und ange­nehm süß ohne extra Zucker.

Ich neh­me eher Abstand von kal­tem Essen, küh­len­den Smoot­hies (1 Aus­nah­me s.u.), Sala­ten, Detox-Grün­zeugs, rohem oder roh-vega­nem Essen, eis­kal­ten Smoot­hie­bowls und sog. Super­food-Pül­ver­chen. Es ist jetzt war­me, leicht ver­dau­li­che Nah­rung ange­sagt, ECHTES Essen, das unser Sys­tem auf­grund unse­rer Kul­tur und Tra­di­ti­on sofort erkennt. Genau die­ses wirkt auf­bau­end und sta­bi­li­sie­rend. Das ande­re kommt spä­ter wie­der dran.

 

Hochwertige Gewürze und Kräuter verwenden

Sie die­nen nicht nur zum Wür­zen son­dern haben u.a. auch anti­vi­ra­le, anti­bio­ti­sche und/oder ent­zün­dungs­hem­men­de Wir­kung. Sie för­dern die Ver­dau­ung, die durch das zuhau­se­sit­zen mit weni­ger Bewe­gung evtl. etwas lang­sa­mer arbei­tet. Am meis­ten ver­wen­de ich Kur­ku­ma und Ing­wer, aber auch Cur­ry­mi­schun­gen oder medi­ter­ra­ne Kräu­ter­mi­schun­gen.

 

Die größte Mahlzeit zu Mittag essen

Wann, wenn nicht jetzt, kann man das end­lich mal aus­pro­bie­ren. Es ist für vie­le Men­schen heu­te eine so gro­ße Her­aus­for­de­rung, die­ses Timing, das für unse­re Vor­fah­ren der Nor­mal­fall war, umzu­set­zen. Dabei sagen nicht nur die Chro­no­bio­lo­gen, dass mit­tags die bes­te Zeit ist für die Haupt­mahl­zeit, da sie gut ver­daut wer­den kann und Ener­gie für den Rest des Tages lie­fert. Das Immun­sys­tem ist am stärks­ten, wenn wir mit den Rhyth­mus der Natur leben und essen. Ein klei­nes Früh­stück, ergie­bi­ges Mit­tag­essen und klei­nes, frü­hes Abend­essen ist der chro­no­bio­lo­gi­sche Ide­al­fall.

Bio­lä­den und Restau­rants haben (in Öster­reich) die Erlaub­nis, Mit­tag­essen zu kochen zum abho­len. Falls es sich mal gar­nicht aus­geht, sel­ber zu kochen, ist das Bestel­len von fri­schem Bio­es­sen auf alle Fäl­le ein win-win für bei­de Sei­ten.

 

Zucker so gut wie möglich vermeiden! Weizen und Milchprodukte reduzieren

Ein Immun­räu­ber par excel­lence ist Zucker. Ich süße daher nur mit klei­nen Men­gen Reis­si­rup (fruk­to­se­frei), Dat­tel­si­rup, Dat­teln oder Kokos­blü­ten­zu­cker. Zucker ist vor allem ver­steckt in Fer­tig­ge­rich­ten und ver­ar­bei­te­ten Lebens­mit­teln.
Statt Wei­zen ver­wen­de ich Kamut­pro­duk­te (eine Urwei­zen­sor­te). Das gilt für Brot und Pas­ta. Wobei ich Pas­ta nur max. 1–2 mal pro Woche zu mir neh­me. Es ist ein hoch­ver­ar­bei­te­tes Pro­dukt, das nicht all­zu­vie­le Nähr­stof­fe lie­fert.
Milch­pro­duk­te besor­ge ich in Form von Roh­milch, Bau­ern­but­ter und Käse aus Bio­land­wirt­schaft. Nicht täg­lich und nur zur Ergän­zung.

Wei­te­re Immun­räu­ber, die nicht in die Ernäh­rung gehö­ren (auch nach der Kri­se): Milch- und Milch­pro­duk­te aus Mas­sen­tier­hal­tung. Weiß­mehl­pro­duk­te, Con­ve­ni­ent Food, Tief­kühl­kost, Dosen­ge­rich­te.

 

Heißes Wasser, Kräutertees und Beerensäfte trinken

Es tut dem Kör­per gut, in regel­mä­ßi­gen Abstän­den hei­ßes Was­ser pur oder Kräu­ter­tees zu trin­ken. Mei­ne bevor­zug­ter Tee ist der­zeit Zistro­sen­tee (Cis­tus), er wirkt u.a. anti­vi­ral. Kal­te Geträn­ke, kof­fe­in­hal­ti­ge Geträn­ke in grö­ße­ren Men­gen, Soft­drinks etc. wir­ken eher gegen das Immun­sys­tem. Vit­amin­rei­che kon­zen­trier­te Frucht­säf­te wie Gra­nat­ap­fel­saft oder Aro­nia­s­aft sind eben­falls emp­feh­lens­wert. Sie sind als Mut­ter­säf­te im Bio­la­den erhält­lich oder im gut­sor­tier­ten Dro­ge­rie­markt.
Ein wei­te­res Lieb­lings­ge­tränk an wär­me­ren Tagen ist der­zeit ein Sel­le­rie-Apfel-Shot, ich kom­bi­nie­re mit den fri­schen Kräu­tern, die gera­de aus dem Beet sprie­ßen.

 
Regelmäßig fasten

Inter­es­san­ter­wei­se haben wir ja eh gera­de Fas­ten­zeit. Es gibt sehr vie­le For­men des Fas­tens. Inter­vall­fas­ten von 12–16 Stun­den über Nacht ist der­zeit die bekann­tes­te. Aber es gibt auch die Mög­lich­keit, 1 mal die Woche, alle 2 Wochen, 1 mal im Monat einen Tag zu fas­ten. Dazu gibt es viel­fäl­ti­ge Metho­den, am bes­ten man pro­biert eini­ges aus und schaut, was sich am bes­ten anfühlt. Übers Fas­ten habe ich hier geschrie­ben.
Mei­ne Ver­si­on bis­her: täg­li­ches Inter­vall­fas­ten für ca. 14 Stun­den. Zusätz­lich 2 mal monat­lich an einem bestimm­ten Tag eine sehr klei­ne Men­ge Obst und gedämpf­tes Gemü­se essen. Dies mache ich nun bis auf wei­te­res 1 mal wöchent­lich. Es ist eine gute Zeit fürs Früh­lings­fas­ten und die gerin­ge­re Ener­gie­zu­fuhr ist dem ein­ge­schränk­ten Bewe­gungs­ra­di­u­ses geschul­det.
Fas­ten stärkt nicht nur die Immun- und Abweh­kraft, es geru­higt auch den Geist. Die Gedan­ken wer­den kla­rer, was in die­ser ver­wir­ren­den Zeit durch­aus hilf­reich ist.

 

Ausreichend schlafen

Ein tie­fer und aus­gie­bi­ger Schlaf stärkt das Immun­sys­tem. Je nach Fami­li­en­si­tua­ti­on und man­gels Mög­lich­kei­ten zum Aus­ge­hen kann man pro­bie­ren, wie sich ein etwas län­ge­rer Schlafrhyth­mus anfühlt. Geht man zudem ca. 2 Stun­den vor Mit­ter­nacht ins Bett, hat der Kör­per eine aurei­chend lan­ge Zeit, „house­clea­ning” zu machen. Die Rege­ne­ra­ti­on und Ver­jün­gung unse­rer Zel­len, das Abbau­en von Toxi­nen und Schla­cken, pas­siert näm­lich am inten­sivs­ten in der Zeit zwi­schen 22 Uhr und 2 Uhr mor­gens. In der rest­li­chen Schla­fens­zeit kön­nen die­se Abbau­pro­duk­te dann Rich­tung „Aus­gang” trans­por­tiert und am Mor­gen beim Auf­wa­chen idea­ler­wei­se mehr oder weni­ger „groß” eli­mi­niert wer­den. Regel­mä­ßi­ger Stuhl­gang kor­rel­liert also durch­aus mit einem gestärk­ten Immun­sys­tem.
Sobald wir wie­der in unser nor­ma­les Leben zurück keh­ren, kann man die Schlaf­dau­er auf die gewohn­ten 7–8 Stun­den redu­zie­ren. Den Schlaf vor Mit­ter­nacht aber bei­be­hal­ten ;-).
Schlech­ter Schlaf wegen all der News? Das ist ver­ständ­lich. Hel­fen könn­te: nur ein­mal am Tag die Nach­rich­ten anse­hen um infor­miert zu sein und am Com­pu­ter eine Self­con­trol-App instal­lie­ren.

 

Meditation und Yoga praktizieren

Bei­des hilft, den Fokus zu ver­än­dern, nach innen zu gehen und sich auf der­zeit wesent­li­ches zu kon­zen­trie­ren. Und es redu­ziert die Angst, die auch trotz gutem Essen das Immun­sys­tem in den Kel­ler fah­ren kann. Wobei eine war­me und leich­te Ernäh­rung durch­aus men­ta­le Stär­ke beför­dert und den Sor­gen ent­ge­gen­wirkt. Es gibt vie­le online Yoga­klas­sen und Medi­ta­ti­ons­mög­lich­kei­ten.
Evtl. hat der/die Yoga­leh­re­rIn des Ver­trau­ens seine/ihre Kur­se eben­falls schon auf online umge­stellt. Es hilft die­sen Solo-Selb­stän­di­gen sehr, wenn sie über die­ses Medi­um unter­rich­ten kön­nen, denn die Hil­fen sei­ten des Staa­tes rei­chen bei wei­tem nicht aus für die­se Ziel­grup­pe, soviel kann man schon abse­hen.
Mein lie­ber Mann Flo­ri­an geht gera­de mit einem Medi­da­ti­ons­pod­cast online.

 

Gedanken über die Zukunft machen

 

Gesunde Ernährung für ein gesundes Klima

Die „neue” Esskultur?

Für die jün­ge­re Genera­ti­on scheint dies die heu­ti­ge Welt des Ess­ge­nus­ses zu sein: Mul­ti­tas­king. Wäh­rend der Löf­fel zum Mund geht wird gleich­zei­tig der FB‑, Twitter‑, WA-Feed o.ä. erkun­det bzw. durch die Welt­nach­rich­ten gescrollt. Man isst die News, nicht das fei­ne Essen.

Unse­re Ver­dau­ung funk­tio­niert aller­dings nicht in die­sem Modus. Bio­lo­gisch sind wir so pro­gram­miert, dass das Ner­ven­sys­tem in den para­sym­pa­ti­schen Modus swit­chen muss, um ver­dau­en zu kön­nen. Nennt sich auch rest-and-digest-Modus. Wird gleich­zei­tig der Fokus auf etwas ande­res gelenkt, ver­blei­ben wir im sym­pa­ti­schen Ner­ven­sys­tem, auch fight-and-flight-Modus genannt. In die­sem Modus steht der Schal­ter der Ver­dau­ung auf OFF. Das ist ein­fa­che Bio­lo­gie bzw. sind die Geset­ze der Natur. Nicht aus­zu­he­beln.

Wenn das Ver­dau­ungs­sys­tem abge­schal­tet ist, führt das über kurz oder lang zu einem Berg von Unver­dau­tem im Kör­per. Was nicht ver­daut wird lagert der Kör­per an. Eher in der Brei­te. Die Zel­len kön­nen die Nähr­stof­fe nicht ver­wer­ten, wir füh­len uns müde. Und unter­ernährt auch bei qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gem Essen.
Die­se Art zu Essen wird uns noch viel gesund­heit­li­chen Ver­druß brin­gen. Das gilt auch für Essen vor dem Fern­se­her oder Com­pu­ter, Essen beim Zei­tungs­le­sen, Essen im Ste­hen oder Busi­ness-Lun­ches/-Din­ners.

Der Ide­al­zu­stand wäre, das Essen an einem ruhi­gen Platz zu sich zu neh­men und dabei so wenig wie mög­lich abge­lenkt zu sein. Man­che lie­ben das Schwei­gen beim Essen, für Fami­li­en mit Sicher­heit eine weni­ger prak­ti­ka­ble Lösung. Dr. Ran­gan Chat­ter­jee hat in sei­nem SEHR lesens­wer­ten Buch „Der 4‑Säu­len-Plan” dem Smart­pho­ne eine extra Pas­sa­ge gewid­met. Beim Essen bleibt es außer Reich­wei­te, aber er geht dar­über hin­aus und wirbt für einen smart­pho­ne-frei­en Tag pro Woche. Digi­tal fas­ting auch um den Kopf frei zu krie­gen.

Fasten, diäten oder gleich gesund essen?

Traumfiguren?

Vor ein paar Wochen lief die­ses Vin­ta­ge-Bild durch mei­ne Face­book Time­li­ne und es erin­ner­te mich an eine Zeit, in der ich als Kind an der Adria Sand­bur­gen bau­te. Lan­ge her.
Der Bild­text war eine Ankla­ge gegen die Ernäh­rungs­in­dus­trie: A beach in the 70’s. Not one fat body. My, how the food indus­try des­troy­ed us!

Ein Bild von Men­schen am Strand/See/Bad im Jah­re 2019 hat jeder vom Som­mer noch in Erin­ne­rung. Ein­deu­tig ande­re Kör­per­for­men als in den 70ern und bevor die Nah­rungs­mit­tel-Indus­trie mit nähr­stoff­ar­mem und über­zu­cker­tem Essen in unse­re Küchen ein­mar­schier­te.

Es wäre natür­lich bil­lig, unse­re heu­ti­gen Gewichts- und damit Gesund­heits­pro­ble­me allein der Indus­trie in die Schu­he zu schie­ben, denn gezwun­gen wird nie­mand zu die­sem Essen. Wir sind klug und bele­sen genug, um unse­re Ernäh­rung nicht irgend­wel­chen Lebens­mit­tel­che­mi­kern zu über­las­sen. Denn aus deren Labo­ren wird aus ehe­mals leben­di­ger Nah­rung zwar etwas Ess­ba­res pro­du­ziert, doch kann unser Kör­per das oft nicht ver­ar­bei­ten. Er hat schlicht­weg nicht das „Per­so­nal“ dazu. In der Not wer­den dann die­se ess­ba­ren Sub­stan­zen, befreit von Nähr­stof­fen und bepackt mit viel Unna­tür­li­chem (wie Che­mi­ka­li­en, syn­thes­ti­sche Aro­ma- oder Farb­stof­fe, Kon­ser­vie­rungs­mit­tel u.ä.) nicht ver­daut und oft auch nicht aus­ge­schie­den. Wenn das immer mehr wird ändern sich Gewicht und Kör­per­form in klei­nen Schrit­ten.

 

Das Mikrobiom

In der moder­nen Ernäh­rungs­me­di­zin heißt das „Per­so­nal” jetzt Mikro­bi­om und deren Erfor­schung in den letz­ten 20 Jah­ren ist eine span­nen­de Wis­sen­schaft. Sie erklärt die Kraft unse­res Immun­sys­tems auf­grund des fei­nen Zusam­men­spiels von Tril­lio­nen von Mikro­ben, die haupt­säch­lich in unse­rem Darm sit­zen. Dabei gibt es för­der­li­che Mikro­ben, sol­che die uns eher scha­den und dann wel­che, die ein­fach nur „abhän­gen” und eher kei­ne Wir­kung zei­gen. Unser Job ist es, die guten und hilf­rei­chen Mikro­ben mit hoch­wer­ti­ger Nah­rung so aus­rei­chend zu füt­tern, dass sie immer in der Über­zahl sind und somit den Darm gesund und das Immun­sys­tem stark hal­ten.
Eine gute Ver­dau­ung auf­grund der pas­sen­den Darm­flo­ra ermög­licht ein Gewicht, das zur indi­vi­du­el­len Kon­sti­tu­ti­on passt. Das ist nicht bei jedem ein Six­pack oder eine Model­fi­gur son­dern kann jede Form haben, in der der Mensch sich wohl­fühlt.

Als die Ayur­ve­dis vor tau­sen­den von Jah­ren ihre Tex­te schrie­ben, wuss­te man nichts von Mikro­bio­men. Aber es war schon damals klar, dass die Darm-Gesund­heit der Schlüs­sel zum Gesund­heits­glück ist.

 

Ayurveda und Idealgewicht

In unse­ren Retre­ats koche ich nach den ayur­ve­di­schen Prin­zi­pi­en, die mir am hilf­reichs­ten erschei­nen und die in mei­nem All­tag gän­gi­ge Pra­xis sind. Die Teil­neh­me­rin­nen wun­dern sich manch­mal, dass sie Gewicht ver­lie­ren, obwohl sie doch „ordent­li­che” Por­tio­nen ver­zeh­ren. Und dabei deut­lich mehr Ener­gie füh­len zu Ihrer Freu­de.

Auch frü­her haben die Men­schen „ordent­li­che” Por­tio­nen ver­tilgt ohne gleich dick zu wer­den. Aber sie hat­ten in der Tat weit weni­ger Aus­wahl an indus­tri­el­len Nah­rungs­mit­teln mit Zuta­ten, die die eher dick- und krank­ma­chen­de Mibro­ben füt­tern.
Zusätz­lich war in den letz­ten Genera­tio­nen das Kochen für vie­le eine genuss­vol­le Frei­zeit­be­schäf­ti­gung und nicht eine läs­ti­ge Plicht im hek­ti­schen All­tag.

Wenn man nun eine „Vin­ta­ge-Figur“ erhal­ten oder zurück­be­kom­men möch­te, kann man es z.B. mit Fas­ten oder diver­sen Diä­ten pro­bie­ren. Oder dem Mixen von hip­pen Smoothies/Shots, alter­na­tiv dem Schlu­cken von (meist teu­ren) Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln. Der Markt bie­tet Optio­nen genug.

Eine alte und bewähr­te Metho­de wäre aber, sei­ne Ernäh­rung so umzu­stel­len, dass das Abneh­men neben­bei funk­tio­niert bzw. gar­nicht erst Gewicht auf­ge­baut wird. Wenns klappt, las­sen sich Gesund­heit und Vita­li­tät nicht ver­hin­dern.

 

 

Meine Top 10 Tipps für ein Wohlfühlgewicht ohne Diät

1. Iss fri­sche Nah­rung. Mög­lichst frisch geern­tet, frisch gekocht und gleich danach geges­sen. Umge­kehrt gilt: lass die vor­ge­koch­te oder ander­wei­tig ver­ar­bei­te­te „Nah­rung” aus Dosen, Schach­teln, Glä­sern im Regal ste­hen. Ver­mei­de Lebens­mit­tel, die von der so Natur nicht vor­ge­se­hen sind wie Fer­tig­ge­rich­te, Tief­kühl-Kost, syn­the­ti­sche Aro­men, Far­ben, Geschmacks­ver­stär­ker.

2. Ver­wen­de qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Lebens­mit­tel ohne Che­mi­ka­li­en, das ist in der Regel Bio­wa­re oder Ware vom klei­nen Bau­ern in der Regi­on. Wenn du Fleisch isst, ach­te auf Frei­land­hal­tung und ein „gutes“ Leben der Tie­re. Iss so sel­ten wie mög­lich in Kan­ti­nen und Restau­rants. Aus Kos­ten­grün­den müs­sen die­se oft auf güns­ti­ge und weni­ger hoch­wer­ti­ge Zuta­ten zurück­grei­fen sowie auf Tief­kühl­wa­re und bil­li­ge Öle.

3. Iss haut­säch­lich was in unse­rem euro­päi­schen Kli­ma­kreis wächst. Das heißt jetzt nicht, dass du auf Ing­wer und Pfef­fer ver­zich­ten musst. Lebens­mit­tel aus ande­ren Kon­ti­nen­ten, die bei uns nicht wach­sen, aber sehr för­der­lich sind für die Gesund­heit, kön­nen in klei­ne­ren Men­gen bei­gefügt wer­den. Dazu zäh­len vor allem Gewür­ze, bestimm­te Reis­sor­ten, Kokos­pro­duk­te, Bana­nen uvm.. Ing­wer gibts übri­gens inzwi­schen aus Bay­ern oder dem Bur­gen­land, Qui­noa aus Nord­deutsch­land, Ama­ranth aus Öster­reich, Süß­kar­tof­feln eben­falls.
Mein per­sön­li­cher Kli­ma­kreis erstreckt sich in etwa von Nord­deutsch­land bis Nord­ita­li­en und Frank­reich bis Grie­chen­land mit Schwer­punkt auf regio­na­ler Ware aus Öster­reich oder Bay­ern, jeder hat da je nach Wohn­ort sei­ne eige­ne Regio­nal­zo­ne.

4. Ernäh­re dich über­wie­gend pflan­zen­ba­siert. Ich ken­nen kei­ne Stu­die, die bestrei­ten wür­de, dass die­se Art von Nah­rung gesund ist, die Immun­kraft stärkt und uns län­ger leben lässt. Fürs Kli­ma ist es eben­falls hilf­reich, ein gewich­ti­ges Argu­ment. Und es ist eine Tat­sa­che, dass die Tie­re, die unse­re Milch­pro­duk­te oder Fleisch lie­fern, meist ein grau­si­ges Leben haben, wenn sie nicht auf einem Deme­ter- oder Öko­hof leben. Es fühlt sich nicht gut an, eine sol­che Indus­trie zu unter­stüt­zen.

5. Redu­zie­re Zucker, Wei­zen und Fleisch auf ein für dich mach­ba­res Mini­mum, Betrach­te die­se Lebens­mit­tel als sel­te­ne­re Bei­ga­ben, du musst nicht kom­plett dar­auf ver­zich­ten.

6. Koche so oft wie mög­lich selbst, idea­ler­wei­se mind. 1 Mahl­zeit pro Tag. So hast du maxi­ma­le Kon­trol­le über Qua­li­tät, Fri­sche und Inhalt des Essens. Also kei­ne ver­steck­ten Zucker, bil­li­ge Palm­fet­te, syn­the­ti­sche Stof­fe o.ä.. Koche unkom­pli­ziert und mit eher weni­ger Zuta­ten. Das ver­daut sich leich­ter und Unver­dau­tes kann sich nicht als Gewicht anla­gern. Außer­dem redu­ziert es die Zeit in der Küche.

7. Nimm ein klei­nes Früh­stück, ein gro­ßes Mit­tag­essen, ein klei­nes Abend­essen. Die­ser Rhyth­mus ist der natür­lichs­te für das Ver­dau­ungs­sys­tem und ent­spricht unse­rer inne­ren Uhr. In den letz­ten 2 Jah­ren wur­den vie­le Tex­te und Bücher zum The­ma Chro­no­bio­lo­gie ver­öf­fent­licht, die der inne­ren Uhr gewid­met sind. Ver­mei­de Zwi­schen­mahl­zei­ten.

8. Iss gene­rell weni­ger als dein Kopf dir ein­re­det. Die ältes­ten Men­schen auf dem Pla­ne­ten haben ein Leben lang wenig geges­sen. Bei hoch­wer­ti­gen Lebens­mit­teln benö­tigt man sowie­so weni­ger, weil sie nahr­haf­ter sind und schnel­ler satt machen.

9. Inter­vall­fas­ten über 12–16 Stun­den in der Nacht hält die Ver­dau­ungs­kraft fit. Das The­ma ist sehr tren­dy und das zu Recht. Man kann durch expe­ri­men­tie­ren die für sich pas­sen­de Fas­ten­form fin­den.

10. Trin­ke haupt­säch­lich Was­ser, gekocht, gewürzt, als Tee etc.. Ver­mei­de alle gesüß­ten Geträn­ke, Soft­drinks, Limo­na­den und Geträn­ke auf Sirup­ba­sis.

 

Die Vorteile liegen auf dem (Küchen)Tisch

Man benö­tigt kei­ne Tabel­len, Lis­ten und Kalo­ri­en­rech­ner. Hun­ger­at­ta­cken kom­men sel­ten vor, weil man die aus­rei­chen­de Essens­men­ge erspü­ren lernt ohne sich zu über­la­den. Man kann mit Bekann­ten aus­ge­hen oder bei Freun­den essen, ohne durch Spe­zi­al­diä­ten gehan­di­capt zu sein. Man erspart sich das Ein­ar­bei­ten in eng gefass­te Ernäh­rungs­kon­zep­te und das völ­li­ge Umstel­len sei­ner Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten. Beim Kochen mögen ein paar neue Tech­ni­ken hin­zu­kom­men, das alt­be­währ­te darf bis auf weni­ge Aus­nah­men blei­ben.
Die Beschäf­ti­gung mit sei­ner Ernäh­rung schärft Kör­per­ge­fühl und Bewusst­sein, har­mo­ni­siert im Ide­al­fall also auch den Geist. Die Besin­nung auf Alt­be­währ­tes und Tra­di­tio­nel­les schafft eine neue/alte Ver­bin­dung zur Natur. Ernäh­rung wird nicht zur gehyp­ten Reli­gi­on son­dern erhält den unauf­ge­reg­ten Stel­len­wert, den sie ein­neh­men soll­te. Ent­span­nend.

Wenn man mit die­sen Tipps eine Wei­le expe­ri­men­tiert und trotz­dem kei­ne Ände­rung spürt, kann man mit einem Ayur­ve­daarzt, Ernäh­rungs­be­ra­ter oder TCM-Exper­ten die indi­vi­du­el­le Ernäh­rung beleuch­ten und geziel­te Maß­nah­men aus­pro­bie­ren. Manch­mal brauchts nur ein paar klei­ne Anpas­sun­gen, manch­mal viel­leicht eine grö­ße­re Darm­rei­ni­gung. Neben den Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten spielt letzt­end­lich auch der Lebens­stil eine gro­ße Rol­le für einen gesun­den Darm.

Die Kochkiste — eine Chance fürs Mittagessen

Koch­kis­te, das klingt nach Groß­mutter. Auf alle Fäl­le nicht nach was coo­lem, das man mit einer App steu­ern könn­te. Doch obwohl die­ser Begriff etwas ver­staubt klingt, scheint mir die Kis­te eine hoch aktu­el­le Lösung für ein Pro­blem unse­res moder­nen Lebens zu sein: wir haben kei­ne Zeit mehr, unser Mit­tag­essen zu kochen. Oder kei­ne Koch­ge­le­gen­heit am Arbeits­platz. Oder wir sind auf Rei­sen. Oder haben ande­re Prio­ri­tä­ten.
Unse­re Groß­müt­ter haben frü­her das Essen in Koch­töp­fen unters Feder­bett gepackt. Heu­te geht das Nach­ga­ren z.B. mit dem Ther­mo­topf Roma­na. Oder einem sog. Won­der­bag, mit dem man ein Sozi­al­pro­jekt in Afri­ka unter­stüt­zen kann.

 

Einfache Handhabung

Die Koch­kis­te funk­tio­niert per­fekt mit Gemü­se-Ein­töp­fen und Cur­rys. Das Prin­zip ist ein­fach. Man brät die Zuta­ten kurz an, gibt eine belie­bi­ge Würz­mi­schung hin­zu, danach Gemü­se­brü­he und/oder Kokos­milch und kocht das gan­ze ein­mal auf. Dann geht’s ab in die Box oder den Sack, wo alles für meh­re­re Stun­den wei­ter­g­art bzw. warm gehal­ten wird. Wahl­wei­se gibt man schnell kochen­de Lin­sen (rote Lin­sen z.B.) und evtl. ein Getrei­de dazu (Bas­ma­ti­reis oder Qui­noa geht immer) und schon hat man eine voll­wer­ti­ge Mahl­zeit.

Ver­wen­det man Zuta­ten, die ein biss­chen län­ger dau­ern zum garen, z.B. rote Rüben, Karot­ten, Sel­le­rie­stan­gen, schnei­det man die­se am bes­ten deut­lich klei­ner als gewohnt, denn die Rest­wär­me ist nied­ri­ger als die Tem­pe­ra­tur beim Kochen auf dem Herd. Dadurch natür­lich auch scho­nen­der, Aro­men und Nähr­stof­fe blei­ben bes­ser erhal­ten.

Vor­be­rei­ten und anko­chen dau­ert je nach Gericht 15–20 Minu­ten. Das kann man am Mor­gen ver­mut­lich hin­krie­gen. Gewürzt wird am Ende, Salz und Pfef­fer hat man also am bes­ten am Arbeits­platz griff­be­reit. Oder beim Pick­nick oder der Par­ty. Die vie­len Ein­satz­mög­lich­kei­ten machen die Koch­kis­te noch loh­nen­der.

Ich hab mich eine Wei­le durch­ge­kocht mit dem Ther­mo­topf. Er ist nun kei­ne Wun­der­kis­te, wie das Fir­men­mar­ke­ting ver­spricht. Man­che Lebens­mit­tel wer­den nicht ganz durch, inzwi­schen schnei­de ich das meis­te Gemü­se klei­ner. Manch­mal ist das Essen am Ende eher lau­warm. Die Co-Köchin­nen „Try & Error” haben mich eini­ge Male beglei­tet. Aber als Fazit bleibt: unbe­dingt loh­nens­wert. Es gibt so vie­le Situa­tio­nen, in denen die Alter­na­ti­ven pran­afrei­es Fer­tig­es­sen aus der Kan­ti­ne, dem Restau­rant oder Kiosk wäre, dafür neh­me ich die Kis­te wirk­lich sehr ger­ne mit.