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Prana – die Lebensenergie

Prana

Unter dem Konzept von Prana versteht man im ayurvedischen Kontext die primäre kosmische Vitalenergie, die durch alle Lebewesen fließt. Ohne Prana wären wir ein Zellhaufen aus 5 Elementen und nicht lebensfähig.

Auf einer feinstofflichen Ebene ist Prana mit dem Element Luft verknüpft, weshalb der Atem und die Pranayamaübungen im Yoga eine hohe Bedeutung einnehmen. In der traditionellen chinesischen Medizin entspricht Prana dem Begriff Qi, im Griechischen dem Wort Pneuma.

Nahrung = Energie

Die Ernährung bietet eine von vielen Möglichkeiten, uns mit Energie (Prana) aufzuladen. Dabei sind sowohl die Auswahl der Zutaten beim Einkauf, als auch die Art der Verarbeitung und Lagerung in der Küche Faktoren, um möglichst viel Vitalenergie aus den Nahrungsmitteln „herauszuholen“. Sogar die Art und der Mindest, wie wir uns dem Essen widmen, spielt eine Rolle, ganz nach dem Motto: die Energie (Prana) folgt der Aufmerksamkeit.
Es kann sein, dass wir uns nach dem Essen wohl und energetisiert fühlen. Dann haben wir Lebensmittel voller Leben zu uns genommen, der bekannte amerikanische Foodjournalist Michael Pollan verwendet die schöne Analogie Lebensmittel = „Mittel zum Leben“. Fühlen wir uns dagegen müde und kraftlos, war die Nahrung vermutlich energetisch minderwertig oder tot. Hier spricht Pollan von „essbaren Substanzen“.

Prana ist ein Begriff, mit der die klassische Ernährungsmedizin nichts anfangen kann. Diese Lebensenergie in Nahrungsmitteln, die im Rohzustand am höchsten ist, verliert sich graduell beim lagern, kochen, auftauen, aufwärmen. Man kann Lebensmittel in 3 „pranische“ Kategorien einteilen: belebend, minderwertig oder auszehrend.


Belebend

Im Ayurveda ist es eines der Prinzipien einer gesunden Ernährung, möglichst viel Lebensmittel mit hohem Prana-Gehalt zu essen. Das betrifft vor allem die Kategorien Gemüse, Obst, Kräuter usw. und orientiert sich somit an der Verfügbarkeit in der jeweiligen Jahreszeit. Man denke an frische, reife und süße Tomaten, im Hochsommer vom eigenen Garten oder dem Wochenmarkt. Sie schmecken nicht nur tausendmal besser als die roten Wasserbälle, die im Winter aus einem fernen Gewächshaus importiert werden, sie sind auch um ein vielfaches nährstoffreicher.
Pranareiche Nahrung ist frisch, saisonal, regional, reif, von hoher Qualität und nur wenig verarbeitet. Der Begriff Farm-to-table beschreibt das sehr gut. Die Zeit zwischen Erde und Esstisch berechnet sich im Idealfall in Stunden, nicht in Wochen. Das wäre das Optimum, das wir eher selten erreichen werden. Doch auch Lebensmittel, die auf dem Wochenmarkt von lokalen Bauern angeboten werden, sind in der Regel frisch geerntet und verlieren bei einer kurzen Lagerdauer in der heimischen Speisekammer oder dem Kühlschrank nur wenig an Nährstoffen. Einige Obst- und Gemüsesorten im Herbst lassen sich etwas länger lagern, ohne zuviel Prana zu verlieren, z.B. Äpfel, Wurzelgemüse, Süßkartoffeln, Kürbis oder Zwiebeln. So lässt sich der Winter überbrücken, bis im späten Frühjahr wieder frisches Gemüse verfügbar ist.

Minderwertig/Mittelmäßig

Werden Lebensmittel importiert, sind sie nicht unbedingt saisonal, z.B. Spargel aus Peru im Oktober, Kürbis aus Argentinien im Frühling, Avocados und Zitronen aus Afrika im Sommer. Durch die oft wochenlangen Transportwege ist der Pranagehalt nur noch mittelmäßig.
In diese Kategorie gehören auch tiefgefrorenes Obst und Gemüse, z.B. die beliebten Erbsen, Spinat, Mais oder Heidelbeeren. Die Gemüse werden vor dem Einfrieren kurz blanchiert, verlieren also bei diesem Schritt einen kleinen Teil ihres Prana. Danach werden sie in den thermisch gegenteiligen Zustand gebracht, was wiederum einen Pranaverlust bedeutet. Zuletzt geht beim Wiedererhitzen nochmals Prana verloren. Etwas besser sieht es aus bei Beeren, die keine Hitzebehandlung durchlaufen und auch nach dem Auftauen nicht erhitzt werden.

Lebensmittel, die zu lange gelagert werden wie Nüsse, Samen, Getreide, Gewürze, Mehl oder Hülsenfrüchte verlieren nach einigen Monaten an Nährkraft. Auch wenn auf den Packungen ein Ablaufdatum von 2-3 Jahren aufgedruckt ist. Gemüse, Salate und Obst, das gewaschen, geschält und vorgeschnitten in Plastik verpackt angeboten wird, ist energetisch ebenfalls eher mittelmäßig.

Auch Essensreste verlieren nach einer kurzen Lagerzeit ihre nährenden Eigenschaften. Was von einer Mahlzeit übrig bleibt, verwendet man nochmals für die nächste Mahlzeit. Das ist ayurvedisch gesehen suboptimal, es enthält weniger Prana und schmeckt nicht mehr ganz so gut. Aber es wäre ein Kompromiss, der Optimum und Praktikabilität vereint. Essen, das älter ist als 24 Stunden, entsorgt man besser. Das meiste Prana ist verloren und die Möglichkeit, dass Unverdautes (Ama) zu einem späteren Zeitpunkt Verdauungsbeschwerden verursacht, ist zu groß.

Auszehrend/tot

Tote Nahrungsmittel mit wenig Nährstoffen sind mehr oder weniger pranafrei und entziehen uns Energie. Das Verdauungssystem hat große Mühe, diese Nahrung aufzuspalten und verwertbar zu machen, was zu einer hohen Ansammlung von Ama in unseren Zellen führt. Dazu gehören Lebensmittel in Dosen, Konserven, Fertiggerichte, Mikrowellen-Essen, Frittiertes oder Massenprodukte. Stark verarbeitete oder künstliche Lebensmittel schmecken vielleicht wie Essen, aber sie liefern kein Prana. Ebenso Essensreste, die schon tagelang im Kühlschrank stehen und von Tag zu Tag schaler werden. Den zeitsparenden Trend des „Mealprep“ (alle Mahlzeiten einer Woche vorkochen) bezahlt man spätestens nach dem zweiten Tag mit minderwertigem und am Ende der Zeit mit totem Essen. Dafür verstopfen sie die Zellen, Gewebe, Kanäle und Ausscheidungssysteme des Körpers.
Eine regelmäßige Ernährung mit toten Nahrungsmitteln führt unweigerlich zu Ungleichgewicht und Krankheiten.

Aufmerksame Zubereitung

Weil frisch gekochtes Essen die meiste Lebensenergie liefert, sollte mindestens eine Mahlzeit pro Tag frisch gekocht sein. Je unkomplizierter, umso besser für die Verdauung und das individuelle Zeitmanagement. Die Art und Weise, wie wir Nahrung zubereiten, hat einen enormen Einfluss auf die energetischen Eigenschaften unserer Mahlzeiten. Wenn man gestresst oder wütend ist, überträgt sich diese Energie beim Kochen auf das Essen. Eine Mahlzeit, die frisch und mit Liebe hergestellt wurde, enthält dagegen viele positive Schwingungen, was man schmecken kann. Das Essen einer liebevollen Mutter oder Großmutter gibt vielen Menschen ein tröstliches und heimeliges Gefühl. Soulfood oder Homemade Food sind gängige Begriffe dafür. Das gilt auch für Essen aus kleinen, familiengeführten Restaurants. Vergleichen Sie dazu Kantinenessen oder das Essen auf sehr großen Veranstaltungen. Es ist selten frisch gekocht und es werden keine hochwertigen Zutaten verwendet. Dafür zuviel Zucker, Glutamat und Salz. Auch wenn es nach dem gleichen Rezept hergestellt wurde wie bei der Oma, ist das Gefühl in den Stunden danach ein völlig anderes.


Fazit

Ich muss vermutlich niemanden davon überzeugen, dass belebendes Essen gesundes Essen ist. Aber es benötigt die Bereitschaft, etwas mehr für hochwertige Lebensmittel auszugeben und einen kleinen Teil des Tages in der Küche zu verbringen. Der ewige Zeitmangel unseres modernen Lebens verführt uns leider allzuoft in den Supermarkt zu verpackten und verarbeiteten Lebensmittel, die zwar bequem und erschwinglich, dafür aber minderwertig oder tot sind. Nahrung, die uns nicht die volle Energie gibt, macht keinen energetischen Menschen aus uns. Auch darum fühlen wir uns viel zu oft müde.
Es ist nicht möglich und erforderlich, immer und überall optimal gesund zu essen. Wenn man jedoch die toten und pranafreien Lebensmittel als ersten Schritt aus der Ernährung entfernt, wird sich das sehr positiv auf Energie und Immunsystem auswirken. Danach reduziert man die minderwertige Nahrung soweit, wie es die individuellen Lebensumstände ohne große Anstrengung ermöglichen. Schritt für Schritt geht man so in eine pranareiche Zukunft.


Undedingte Leseempfehlung: Michael Pollan
Ernährungsregeln Michael Pollan

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