Die Kaffee-und-Kuchen-Falle

nachmittagssnackWenn man anfängt, sich bewusster zu ernähren, werden die Mahlzeiten planbarer. Nicht auf die Minute, aber in einem bestimmten Zeitrahmen, abhängig von Hunger und Stärke des Verdauungsfeuers.

Doch es gibt eine Mahlzeit, die man gerne „vergisst“. Nachmittags ab 4 meldet sich bei vielen Menschen ein schleichendes Gefühl von Appetit. Auf dieses mehr oder weniger große „Hungertal“ sind wir nicht vorbereitet. Ohne viel nachzudenken greift man zu etwas Süßem, einem Stück Kuchen, Müsliriegel oder Stück Schokolade. Gepaart mit einem Kaffee, der die Müdigkeit vertreiben soll, damit man bis Büroschluß durchhält.
Hier begehen wir manchmal mehr Ernährungssünden als bei den „großen“ Mahlzeiten des Tages. Denn wenn diese Zwischenmahlzeit zu umfangreich, sättigend und nährend ausfällt, stört sie den Verdauungsvorgang nach dem Mittagessen und verhindert einen guten Appetit für das Abendessen. Verdauungsstörungen sind die zwangsläufige Folge.

Wenn man ein gutes Mittagessen hatte, ist klar, dass es sich eher um einen falschen Hunger handelt, vielleicht ausgelöst durch intensive mentale Arbeit oder Streß. Manchmal verwechselt man auch einfach den Energieeinbruch am Nachmittag mit Hunger. Oder man hat nur Lust auf Süßes, auf eine Pause oder Ablenkung.
Wenn das Abendessen zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt erfolgt, kann man einen (sehr) kleinen Snack zu sich nehmen, der jedoch nur befriedigen darf und keinen nährenden Charakter (wie Mehlspeisen) haben soll. Hierzu zählen:

  • früchtesmoothieFrüchtesmoothies
  • Obst
  • Rosinen, Softaprikosen, o.ä.
  • Getreidesmoothies. Reste des Frühstücks kann man hier evtl. verwerten, muss es allerdings stark verdünnen (mit Mandelmilch, Reismilch etc., Wasser oder Fruchtsäften), damit es nicht zu sehr sättigt.
  • Reiswasser: man kocht eine Handvoll Reis mit ½ liter Wasser und trinkt nur das weißliche Wasser, das man mit einer Prise Salz abschmeckt. Wirkt wie ein Energydrink. Man kann das Ganze auch als dünne Reissuppe trinken, am besten ausprobieren.
  • leichte Suppen/Brühen oder Misosuppen
  • Puffreis / gepufftes Getreide, pur oder mit heißem Wasser, Mandel-/Reismilch, Fruchtsäften, Dicksäften gemischt.
  • Auch Milchgetränke sind ideal (z.B. Chai), wenn man keine Problematik hat, die Milch ausschließt.

 

Chairezept: 1 Tasse Wasser mit 1 Tasse Milch, ½ Teelöffel schwarzem Teepulver, etwas Ingwer, ½ Teelöffel gemahlenem Kardamon ca. 5 min. köcheln. RohRohrzucker nach Wunsch zugeben. Absieben und trinken. Wers ganz ganz schnell haben möchte, nimmt Chai-Teebeutel von Yogistar oder Alnatura und gibt Milch, etwas Kardamon und Zucker hinzu. Die Milch sättigt ohne zu belasten.

chiapuddingDas Neueste aus der vegan-rawfood-Welt ist Chiasamen-Pudding. Man findet viele Rezepte im Internet, die meisten sind sehr einfach. Man nimmt einen Teelöffel Chiasamen und weicht sie ca. 20-30 min. auf in Milch, Mandelmilch, Hafermilch etc., gibt Agaven- oder Ahornsirup dazu, Gewürze wie Zimt, Kardamon nach Belieben. Die Samen quellen auf und werden geleeartig, ähnlich wie beim Sagopudding. Chiasamen kommen jetzt langsam in die Bioläden, zur Not kann man sie aber auch online einkaufen.

Sollte man echten Hunger verspüren, weil man nichts Richtiges zu Mittag gegessen hat, ist es noch problematischer, sich auf die verlockenden Süßigkeiten zu stürzen. Hier wäre eine nährende und größere Mahlzeit das richtige, sozusagen ein vorgezogenes Abendessen oder ein verspätetes Lunch. In den ayurvedischen Schriften wird der NAchmittag übrigens als Zeit für die zweite große Mahlzeit des Tages angegeben (die erste ist zwischen 10 und 11 Uhr). Vor ein paar Tausend Jahren ging man danach allerdings nicht wieder an die Arbeit, sondern hat sich mit Familie, Freunden und Hobbies beschäftigt, solange es noch hell war. Dieser Idee könnte man durchaus etwas abgewinnen… 😉
Ich kenne einige Menschen, die sehr zufrieden in diesem 2-Mahlzeiten-Rhythmus leben. Im Kontext von Familie und externem Arbeitsplatz ist es für die meisten jedoch nicht durchführbar.

Die Aufgabe ist, die Zeit zwischen 16 und 17 Uhr gut zu überstehen. D.h., den süßen Versuchungen, die man evtl. von den Kollegen vor die Nase gesetzt bekommt, widerstehen. Eine Tasse Wasser trinken. Einen gesunden Snack in Reichweite haben. Eine dünne Reissuppe ausprobieren. Einen Chai kochen. Einen Smoothie selber machen. Zur Not kaufen. Schokolade / Energybars / Müsliriegel / Bountys / Snickers / etc. aus dem Blickfeld verschwinden lassen. Eine Notration Dinkelkekse (ohne Zucker) anlegen. Eine kurze Pause am offenen Fenster machen. Oder draußen kurz frische Luft schnappen. Obst essen. Einfach weiterarbeiten… Der beste Snack am Nachmittag bleibt übrigens kein Snack 🙂