Kleine Schritte – große Veränderungen

VeränderungenAller Anfang ist schwer, das wussten vor 2000 Jahren schon die weisen Rishis in Indien.
Deshalb lieferten sie mit all ihrem theoretischen Wissen über gesunde Ernährung auch eine „Gebrauchsanleitung“ für Veränderungen mit. Schon damals schien dies nötig gewesen zu sein 😉

 

Wenn man sich intensiver mit gesunder Ernährung und einem harmonisierenden Lebenstil beschäftigt, wird das verursacht durch Vorbilder im Freundeskreis, die Suche nach etwas „mehr“ im Leben, oder durch den Wunsch nach Erleichterung von den immer wieder auftauchenden, nervenden Gesundheitsproblemen.

Oft kommt man sich auch durch Mediation oder Therapie selber sehr nahe und verspürt den Wunsch, die Dinge, von denen man weiß, dass sie nicht gut tun, zu ändern als Akt von Selbstrespekt. Oder weil man einen neuen Weg einschlagen will und man weiß, dass das bisherige Verhalten diesen Weg nicht unterstützen wird.
Unbekannte Wege halten das Leben spannend und aufregend im Gegensatz zu Altbekanntem, das uns dumpf und desinteressiert macht. Doch Veränderungen erzeugen Unwohlsein, die Angst vor Neuem / Unbekanntem ist oft größer als der Leidensdruck und so verzögern wir die ersten Schritte. Und diese sind die wichtigsten.

 

Kleine Schritte

Wie geht er nun, der erste Schritt in ein neues aber unbekanntes Wohlbefinden? Wenn die bewußte Entscheidung für ein neues Verhalten getroffen ist.

In den ayurvedischen Schriften wird beschrieben, dass man bei einem Änderungswunsch max. 25% neue Lebensmittel in seinen Speiseplan aufnehmen soll. Somit kann man 25% der größten „Ernährungssünden“ eliminieren. Die Lieblingsspeise sollte nicht dabei sein, auch wenn man weiß, dass diese nicht so optimal für die Gesundheit ist. Man braucht sie für die Seele und schlechtere Tage. Und oft kann sie auch für immer bleiben, wenn das drumherum immer ausgewogener wird. Good news ;-).

Man kann auch mit weniger beginnen, mit Babyschritten, Mikroveränderungen, kleinen Akzenten, die man gut verdauen, an die man sich langsam gewöhnen kann, da sie auch das Denken verändern. Nur so viel, dass man es leicht integrieren kann und dann erst zum nächsten Schritt übergeht. Nach ein paar Wochen oder Monaten können dann die nächsten ca. 25% folgen.

Große Schritte, enthusiatisch eingeleitet, führen leicht zu Überforderung. Da hat man z.B. verstanden, dass Fertignahrung, Weißbrot, weißer Zucker, billiger Käse und Fleisch dem Körper Schaden zufügen und möchte alles sofort absetzen. Das klingt nach einer wunderbaren Idee und ist letztendlich doch wie kalter Entzug bei einem Drogensüchtigen. Es würde völlig genügen, mit einer der genannten Lebensmittelkategorien anzufangen. Wenn dies von Körper und Geist akzeptiert ist und sich das erste gute Gefühl einstellt, kann man zum nächsten überzugehen. Diese Art und Weise der Änderung kann äußerst motivierend wirken.
Es ist ähnlich wie in der Meditation. Voller Schwung mit 30 Mminuten am Tag zu beginnen klingt prima, könnte aber schnell zur Überforderung führen. Besser wäre, mit 5 Minuten zu beginnen und das dann langsam zu steigern auf 30 Minuten.

Nur das innere Wohlgefühl zählt. Wissen und Intellekt alleine reichen noch nicht für eine Veränderung. Die Handlung, sich auf den Weg zu begeben, macht den Unterschied. Die Größe dieser Handlung ist nicht entscheidend sondern die Nähe zu sich selber, die diese Handlung ermöglicht.

Bei all dem geht es nicht um Performance und andere egounterstützende Massnahmen. Erfolgreich ist eine Änderung nur, wenn man sie nicht nur aus dem Verstand sondern auch aus dem Bauch heraus initiiert. Es gibt keine Tapferkeitsmedaillen für das Weglassen von Sahne, schon garnicht, wenn man dabei mißmutig und unzufrieden wird. Die Änderung sollte ja die Lebensfreude steigern, nicht mindern.

 

Große Veränderungen

Bewegt man sich tiefer in einen neuen und bewußten Lebens- und Ernährungsstil, wird sich nicht nur die Auswahl der Lebensmittel ändern, sondern mit der Zeit auch die Gesprächsthemen, Freunde, soziales Umfeld, der Fokus auf das Wesentliche usw..

Der Geist, der nicht weniger als der Körper von den Nahrungsmitteln, die wir auswählen, genährt wird, ändert die Denkrichtung, wird positiver und entspannter. Möglicherweise findet man mehr Spaß an einem frühen Abendprogramm oder einer Morgenmeditation als an langem Ausgehen oder Party. Spaß ohne Hangover sozusagen…
Wer die Denk- und Ausdrucksweisen von Menschen beobachtet, die sich den ganzen Tag von Junk Food aus dem gelben M-Restaurant ernähren, kann die direkte Korrelation von Nahrung und Bewußtsein erkennen.

Das Abenteuer des „Neuen“ führt zu Enthusiasmus und Interesse an weiteren Experimenten. Man entdeckt völlig neue Lebensmittel im Bioladen, an denen man seit Jahren vorbeigegangen ist. Und sieht plötzlich in der Buchhandlung (z.B. bei Hugendubel im Juli) 8 neue vegane Kochbücher in der Auslage neben nur noch 3 Grillbüchern. Soweit sind wir nämlich schon! 🙂