Fatima – oder die gute „Hausmannskost“

„Keep it simple“ klingt reizvoll nach Zeitsparen und lecker kochen auch für nicht so talentierte KöchInnen.

Auf unseren Reisen durch Indien, vor allem in touristischen Gebieten, finden wir immer wieder Frauen, die während der Saison ihre Kochkreationen für Reisende anbieten. In einer Art „pop-up-Restaurant“ oder gar im Wohnzimmer, das kurzerhand für ein paar Wochen ausgeräumt wird. Man trifft in solchen Lokalen meist Langzeit-Traveller oder Expats, denn oft sind diese Orte Geheimtipps. Und sie sind nicht „gestylt“, kein Kerzenflackern am Sandstrand, keine Deko, alles sehr sehr basic. Um nicht zu sagen, typisch indisch-plastik-kitschig… 😉indisches restaurant stillife

Fatima ist insofern eine Ausnahme, sie wird in den gängigen Touristenführern für GOA fast immer erwähnt. Ihr Shop liegt in Agonda an einer schmalen Hauptstrasse neben der Kirche, es gibt nur 3 Tische, ein paar übervolle Regale mit Trocken-Lebensmitteln und eine winzige Küche, aus der ab 12 uhr mittags Unmengen von Talis herausströmen, die typisch indischen Edelstahl-Teller mit Reis, Chapatti und 4-6 Gemüseschälchen.
Das Essen ist nicht ganz so scharf wie es die Inder gerne mögen, ansonsten ist es sehr einfach gekocht ohne schnickschnack, sehr leicht verdaulich und immer sehr lecker. Das Geheimnis ist das Einfache und die Frische. Ein lustvolles Geniessen! Für umgerechnet 1,50 Euro…

Hausmannskost

Es ist völlig in Ordnung, wenn uns Fernsehköche kunstvoll tolle Köstlichkeiten zelebrieren, für die wir einen halben Tag minimum in der Küche stehen dürfen. Oder wenn wir einen Kochkurs besuchen, der uns in die (für mich abartige) Kunst der Molekularküche mit ihren Schäumchen und sonstigen Lebensmittel-Verfremdungen einweist.

Aber fürs tägliche, fürs machbare, reichen Rezepte und Zubereitungsarten, die einfach sind und Tradition haben, die die italienische Mama kocht (perfekte Tomatensugo z.B.), die in der provencalischen Landküche seit eh und je begeistern (geschmorter Fenchel mit Pastis) oder die der eigenen Phantasie entspringen, die jeder Hobbykoch unweigerlich entwickelt… 🙂

leere teller