Homemade Chai

Es gibt so viele Möglichkeiten, einen echten Chai zu kochen wie es Curryrezepte in Indien gibt :-).

So in etwa hab ich es gelernt:

Indischer Chai – das Rezept

Für ca. einen Liter Chai nimmt man

  • 500 ml Wasser
  • 2 TL Schwarzteepulver, z.B. English Breakfast Tea, Ostfriesenmischung, PG Tipps aus dem Asienshop, Ceylon Tea von EZA
  • 500 ml Milch (idealerweise vollfette Roh- oder Demetermilch)
  • 1 daumengroßes Stück frischen Ingwer
  • 1-2 TL frisches Kardamonpulver
  • 2 TL Vollrohrzucker (oder Birkenzucker, Mascobadozucker usw.)
  • optional (bei mir immer dabei): 1/3 Vanilleschote oder etwas Vanillepulver
  • optional: etwas Zimt

 

Das Wasser wird mit dem sehr grob gehackten Ingwer und dem Teepulver zum Kochen gebracht.

Dann gibt man Milch und Gewürze hinzu und läßt das ganze nochmals aufkochen.

Ca 5-8 Minuten köcheln lassen, zum Schluß mit Zucker (nach Belieben) süßen.

Absieben und trinken bzw. in eine Thermoskanne füllen.

 

Es gibt inzwischen einige gute Kaffewürzmischungen, z.B. von Sonnentor, die man ebenfalls verwenden kann. Allerdings sollten diese mit zusätzlichem Kardamon „verlängert“ werden. Dieses Gewürz hilft, die verschleimende Wirkung der Milch zu reduzieren. Idealerweise verwendet man Kardamon-Kapseln, die man in einer Gewürzmühle oder Kaffeemühle pulverisiert. Das Aroma ist umwerfend und hält sich in einem guten Behälter 2-3 Wochen. Wenn man ein gekauftes Kardamonpulver verwendet, wird der Chai fad, das Aroma ist meist sehr schwach.

Kardamon ist das Chai-Hauptgewürz und gibt in Verbindung mit dem Fettanteil der Milch den „echten“ Chai-Geschmack. Den man sicher garnicht kennenlernt, wenn man ein verzuckertes Instantpulver verwendet oder in einschlägige amerikanische Kaffeeketten geht und einen Chai Latte bestellt ;-).

Was ansonsten so alles unter Chai verkauft wird sind meist Schwarztees mit Gewürzen versetzt oder reine Gewürzmischungen ohne Tee (warum auch immer), denen man am Ende Milch zufügt. Sie schmecken anders, weil die Gewürze in dieser Form ein anderes Aroma geben und weil die Milch eine Weile mitkochen sollte.

Wem das Verhältnis 1:1 zu milchlastig ist, kann den Milchanteil auch reduzieren. In Indien nimmt man mehr Milch, weil der Morgen-Chai fast ein Frühstück ist.

Was nicht in den Chai gehört: Fettarme Milch (kein Geschmack), H-Milch (gehört sowieso auf die kleine ayurvedische nono-Liste), hochwertige Teesorten (die Aromen von gutem Tee mit Milch und Gewürzen vertragen sich nicht) und ein Mix aus sehr vielen Gewürzen. Je puristischer, desto besser.

Und: 2-3 Tassen am Tag sind die empfohlene Maximalmenge. 1-2 Tassen über den Vormittag verteilt und evtl. 1 Tasse am Nachmittag. Niemals am Abend, wegen der anregenden Wirkung des Tees und der schweren Wirkung der Milch.

Für mich der perfekte Kaffee-Ersatz 🙂

 

In Kurzform, worauf es ankommt beim Chai-Genuss:

  • einfaches Teepulver
  • beste Frischmilch (vollfett)
  • frisch gemahlener Kardamon

 

Die Kaffee-und-Kuchen-Falle

nachmittagssnackWenn man anfängt, sich bewusster zu ernähren, werden die Mahlzeiten planbarer. Nicht auf die Minute, aber in einem bestimmten Zeitrahmen, abhängig von Hunger und Stärke des Verdauungsfeuers.

Doch es gibt eine Mahlzeit, die man gerne „vergisst“. Nachmittags ab 4 meldet sich bei vielen Menschen ein schleichendes Gefühl von Appetit. Auf dieses mehr oder weniger große „Hungertal“ sind wir nicht vorbereitet. Ohne viel nachzudenken greift man zu etwas Süßem, einem Stück Kuchen, Müsliriegel oder Stück Schokolade. Gepaart mit einem Kaffee, der die Müdigkeit vertreiben soll, damit man bis Büroschluß durchhält.
Hier begehen wir manchmal mehr Ernährungssünden als bei den „großen“ Mahlzeiten des Tages. Denn wenn diese Zwischenmahlzeit zu umfangreich, sättigend und nährend ausfällt, stört sie den Verdauungsvorgang nach dem Mittagessen und verhindert einen guten Appetit für das Abendessen. Verdauungsstörungen sind die zwangsläufige Folge.

Wenn man ein gutes Mittagessen hatte, ist klar, dass es sich eher um einen falschen Hunger handelt, vielleicht ausgelöst durch intensive mentale Arbeit oder Streß. Manchmal verwechselt man auch einfach den Energieeinbruch am Nachmittag mit Hunger. Oder man hat nur Lust auf Süßes, auf eine Pause oder Ablenkung.
Wenn das Abendessen zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt erfolgt, kann man einen (sehr) kleinen Snack zu sich nehmen, der jedoch nur befriedigen darf und keinen nährenden Charakter (wie Mehlspeisen) haben soll. Hierzu zählen:

  • früchtesmoothieFrüchtesmoothies
  • Obst
  • Rosinen, Softaprikosen, o.ä.
  • Getreidesmoothies. Reste des Frühstücks kann man hier evtl. verwerten, muss es allerdings stark verdünnen (mit Mandelmilch, Reismilch etc., Wasser oder Fruchtsäften), damit es nicht zu sehr sättigt.
  • Reiswasser: man kocht eine Handvoll Reis mit ½ liter Wasser und trinkt nur das weißliche Wasser, das man mit einer Prise Salz abschmeckt. Wirkt wie ein Energydrink. Man kann das Ganze auch als dünne Reissuppe trinken, am besten ausprobieren.
  • leichte Suppen/Brühen oder Misosuppen
  • Puffreis / gepufftes Getreide, pur oder mit heißem Wasser, Mandel-/Reismilch, Fruchtsäften, Dicksäften gemischt.
  • Auch Milchgetränke sind ideal (z.B. Chai), wenn man keine Problematik hat, die Milch ausschließt.

 

Chairezept: 1 Tasse Wasser mit 1 Tasse Milch, ½ Teelöffel schwarzem Teepulver, etwas Ingwer, ½ Teelöffel gemahlenem Kardamon ca. 5 min. köcheln. RohRohrzucker nach Wunsch zugeben. Absieben und trinken. Wers ganz ganz schnell haben möchte, nimmt Chai-Teebeutel von Yogistar oder Alnatura und gibt Milch, etwas Kardamon und Zucker hinzu. Die Milch sättigt ohne zu belasten.

chiapuddingDas Neueste aus der vegan-rawfood-Welt ist Chiasamen-Pudding. Man findet viele Rezepte im Internet, die meisten sind sehr einfach. Man nimmt einen Teelöffel Chiasamen und weicht sie ca. 20-30 min. auf in Milch, Mandelmilch, Hafermilch etc., gibt Agaven- oder Ahornsirup dazu, Gewürze wie Zimt, Kardamon nach Belieben. Die Samen quellen auf und werden geleeartig, ähnlich wie beim Sagopudding. Chiasamen kommen jetzt langsam in die Bioläden, zur Not kann man sie aber auch online einkaufen.

Sollte man echten Hunger verspüren, weil man nichts Richtiges zu Mittag gegessen hat, ist es noch problematischer, sich auf die verlockenden Süßigkeiten zu stürzen. Hier wäre eine nährende und größere Mahlzeit das richtige, sozusagen ein vorgezogenes Abendessen oder ein verspätetes Lunch. In den ayurvedischen Schriften wird der NAchmittag übrigens als Zeit für die zweite große Mahlzeit des Tages angegeben (die erste ist zwischen 10 und 11 Uhr). Vor ein paar Tausend Jahren ging man danach allerdings nicht wieder an die Arbeit, sondern hat sich mit Familie, Freunden und Hobbies beschäftigt, solange es noch hell war. Dieser Idee könnte man durchaus etwas abgewinnen… 😉
Ich kenne einige Menschen, die sehr zufrieden in diesem 2-Mahlzeiten-Rhythmus leben. Im Kontext von Familie und externem Arbeitsplatz ist es für die meisten jedoch nicht durchführbar.

Die Aufgabe ist, die Zeit zwischen 16 und 17 Uhr gut zu überstehen. D.h., den süßen Versuchungen, die man evtl. von den Kollegen vor die Nase gesetzt bekommt, widerstehen. Eine Tasse Wasser trinken. Einen gesunden Snack in Reichweite haben. Eine dünne Reissuppe ausprobieren. Einen Chai kochen. Einen Smoothie selber machen. Zur Not kaufen. Schokolade / Energybars / Müsliriegel / Bountys / Snickers / etc. aus dem Blickfeld verschwinden lassen. Eine Notration Dinkelkekse (ohne Zucker) anlegen. Eine kurze Pause am offenen Fenster machen. Oder draußen kurz frische Luft schnappen. Obst essen. Einfach weiterarbeiten… Der beste Snack am Nachmittag bleibt übrigens kein Snack 🙂