Für die jüngere Generation scheint dies die heutige Welt des Essgenusses zu sein: Multitasking. Während der Löffel zum Mund geht wird gleichzeitig der FB-, Twitter-, WA-Feed o.ä. erkundet bzw. durch die Weltnachrichten gescrollt. Man isst die News, nicht das feine Essen.

Unsere Verdauung funktioniert allerdings nicht in diesem Modus. Biologisch sind wir so programmiert, dass das Nervensystem in den parasympatischen Modus switchen muss, um verdauen zu können. Nennt sich auch rest-and-digest-Modus. Wird gleichzeitig der Fokus auf etwas anderes gelenkt, verbleiben wir im sympatischen Nervensystem, auch fight-and-flight-Modus genannt. In diesem Modus steht der Schalter der Verdauung auf OFF. Das ist einfache Biologie bzw. sind die Gesetze der Natur. Nicht auszuhebeln.

Wenn das Verdauungssystem abgeschaltet ist, führt das über kurz oder lang zu einem Berg von Unverdautem im Körper. Was nicht verdaut wird lagert der Körper an. Eher in der Breite. Die Zellen können die Nährstoffe nicht verwerten, wir fühlen uns müde. Und unterernährt auch bei qualitativ hochwertigem Essen.
Diese Art zu Essen wird uns noch viel gesundheitlichen Verdruß bringen. Das gilt auch für Essen vor dem Fernseher oder Computer, Essen beim Zeitungslesen, Essen im Stehen oder Business-Lunches/-Dinners.

Der Idealzustand wäre, das Essen an einem ruhigen Platz zu sich zu nehmen und dabei so wenig wie möglich abgelenkt zu sein. Manche lieben das Schweigen beim Essen, für Familien mit Sicherheit eine weniger praktikable Lösung. Dr. Rangan Chatterjee hat in seinem SEHR lesenswerten Buch „Der 4-Säulen-Plan“ dem Smartphone eine extra Passage gewidmet. Beim Essen bleibt es außer Reichweite, aber er geht darüber hinaus und wirbt für einen smartphone-freien Tag pro Woche. Digital fasting auch um den Kopf frei zu kriegen.

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