Nach 3 Jah­ren Powerk­o­chen und 52 Wochen­bei­trä­gen zur Ernäh­rung habe ich heu­te einen Mélan­ge der essen­ti­el­len Tipps zusam­men­ge­stellt. Es ist das, was ich beach­te, wenn ich für 20 (+/-) Per­so­nen koche und die heu­ti­gen Gesund­heits­pro­ble­ma­ti­ken und ernäh­rungs­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se mit ein­be­zie­he. Dann gehts nicht mehr nur dar­um, was man ein­kauft und kocht, son­dern auch dar­um, was man weg­läßt. Manch­mal scheint mir das letz­te­re hilf­rei­cher 🙂

1.Verwende die best­mög­lich Qua­li­tät von Nah­rungs­mit­teln. So regio­nal und sai­so­nal wie mög­lich mit klei­nen Aus­flü­gen in die Welt, wenn es außer­halb der eige­nen Lebens­zo­ne Nah­rungs­mit­tel gibt, die Heil­po­ten­ti­al besit­zen und halt nicht in Mit­tel­eu­ro­pa wach­sen (Qui­noa, Ama­ranth, Kokos usw.). Ver­wen­de so viel wie mög­lich fri­sche und unver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel. Sie ermög­li­chen nicht nur gesun­de Gewe­be, son­dern untertüt­zen in hohem Maße auch die geis­ti­ge Klar­heit.

Weg­las­sen kann man bei die­sem Ansatz jede Form von Fer­tig­pro­duk­ten und die meis­ten Kon­ser­ven.

 

2. Redu­zie­re Milch­pro­duk­te, Zucker und Wei­zen auf ein Mini­mum. Roh­milch und Roh­milch­pro­duk­te sowie But­ter­milch kön­nen in klei­nen Men­gen täg­lich ver­zehrt wer­den, alles ande­re gele­gent­lich. Milch­po­duk­te aus Mas­sen­tier­hal­tung soll­ten jedoch kom­plett ver­mie­den wer­den. Bir­ken­zu­cker (Xyli­tol) und Stevia kön­nen Alter­na­ti­ven sein zu Zucker, eben­so süßes Obst. Statt Wei­zen kann man in klei­nen Men­gen auf Din­kel, Kamut, Rog­gen aus­wei­chen und ansons­ten öfter glu­ten­freie Getrei­de­va­ri­an­ten wie Teff, Qui­noa, Buch­wei­zen, Mais, Hir­se etc. aus­pro­bie­ren. Da war­tet eine sehr viel­sei­ti­ge Koch- und Back­welt!

 

3. Koche ein­fa­che und unkom­pli­zier­te Gerich­te. Ver­mei­de kom­ple­xe Kom­bi­na­tio­nen aus vie­len Zuta­ten (zu vie­le ver­schie­de­ne Gemü­se­sor­ten in einem Gericht, Obst­sa­lat etc.). Wenn natür­lich der Otto­lenghi in dir aktiv wer­den will, tu dir kei­nen Zwang an, wenn du Zeit und Lust hast, etwas län­ger in der Küche zu ste­hen. Für man­che ist das pure Medi­ta­ti­on. Für jeden Tag tut’s die schnel­le und ein­fa­che Vari­an­te.

 

4. Koche so oft wie mög­lich selbst. Falls du nicht sel­ber kochen kannst, fin­de gute, klei­ne Restau­rants in dei­ner Nähe, die nicht auf Mas­sen­pro­duk­ti­on aus­ge­legt sind und ein ehr­li­ches Essen zube­rei­ten. D.h. ver­mei­de Plät­ze, an denen gro­ße Men­gen gekocht wer­den (Sys­tem­gas­tro­no­mie, Kan­ti­nen, gro­ße Wirts­häu­ser, Volks­fes­te).

 

5. Ver­mei­de inkom­pa­ti­ble Nah­rungs­mit­tel­kom­bi­na­tio­nen, z.B. Milch­pro­duk­te in Vebin­dung mit Obst, Fleisch, Fisch, etc.. Mehr dazu im Arti­kel über Inkom­pa­ti­ble Nah­rungs­mit­tal­kom­bi­na­tio­nen.

 

6. Ver­wen­de Gewür­ze als Heil­mit­tel. Sie kön­nen die Ver­dau­ung för­dern, den Appe­tit anre­gen und in klei­nem Umfang auch Unver­dau­tes ver­ar­bei­ten. Nur fri­sche Gewür­ze ent­fal­ten die­se Wir­kung, nach einem Jahr sind Gewürz­sa­men zwar nicht schlecht, doch die „medi­zi­ni­sche” Wir­kung geht ver­lo­ren. Bei Gewürz­pul­vern geht die Wir­kung schon nach 6 Mona­ten ver­lo­ren. Mehr dazu hier

 

7. Koche/iss so, dass die 6 Geschmacks­rich­tun­gen süß, sau­er, sal­zig, scharf, bit­ter, herb vor­han­den sind. Alter­na­tiv kann man auch ver­su­chen, vie­le ver­schie­de­ne Far­ben auf den Tel­ler zu brin­gen. Die­se decken die Geschmacks­rich­tun­gen und die dazu­ge­hö­ri­gen Wir­kun­gen eben­falls ab. Je bun­ter umso bes­ser.

 

8. Iss nur, wenn du hung­rig bist, bzw. iss nur, wenn die vori­ge Mahl­zeit ver­daut ist. Je nach Kon­sti­tu­ti­on und je nach Schwe­re der Mahl­zeit kann die Ver­dau­ung 4–8 Stun­den betra­gen. Zwi­schen­mahl­zei­ten ver­hin­dern, dass eine Mahl­zeit gut durch­ver­daut wird.

 

9. Iss die Men­ge, die du leicht ver­dau­en kannst, d.h. nach der du dich nicht schwer und müde fühlst, son­dern vital und wach. Das ist für jede Per­son ein ande­res Maß.

 

10. Iss mit Auf­merk­sam­keit und in Ruhe. Ver­mei­de Ablen­kung in Form von Inter­net, TV, unru­hi­gen Mit­es­sern etc.. Auch das aller­bes­te Essen wird nicht ver­daut, wenn es unter Streß oder ohne Acht­sam­keit ver­zehrt wird.

 

11. Ver­mei­de restrik­ti­ve Ernäh­rungs­for­men und Mode-Diä­ten: low-carb, raw, 1‑Tag-fas­ten-1-Tag-schlem­men, vegan mit Fer­tig­pro­duk­ten, Stein­zeit­di­ät (Paleo), Smoot­hie-Diät uvm.. Dog­ma­ti­sche Ernäh­rungs­for­men ver­en­gen den Geist, man­che füh­ren zu kör­per­li­chen Man­gel­er­schei­nun­gen und Ver­dau­ungs­pro­ble­men. Die ayur­ve­di­sche Idee ist eher, die gan­ze Viel­falt der Natur zu nut­zen und zu erfüh­len, was am bes­ten zu einem passt. Das heißt, dass es bei 10 Per­so­nen 10 unter­schied­li­che idea­le Ernäh­rungs­wei­sen geben kann.
Aus­nah­me: In bestimm­ten Krank­heits­fäl­len wird die Ernäh­rung für eine Wei­le (oder immer) ange­passt.

 

12. Trin­ke haupt­säch­lich Was­ser in allen Vari­an­ten: gekocht, mit Gewür­zen, Ing­wer oder Zitro­ne, als Tee etc. Trin­ke nicht (bzw. nur klei­ne Men­gen) zu den Mahl­zei­ten. Das mag im Restau­rant für ver­stör­te Bli­cke sor­gen, die sind aber weni­ger schlimm als ein ver­stör­ter Magen. Das Geld, das man sich spa­ren kann beim Ver­zicht von „emotion”-Modewässerchen, Bio­li­mo­na­den und sog. Well­ness­ge­trän­ken ist gut ange­legt bei Punkt 1.

 

Ein 12-Wochen-/12-Monats-Pro­gramm? :-). Viel Spaß!

 

Pho­to: © Elen­athe­wi­se — Fotolia.com

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