Ein oft unterschätzter Aspekt zur Stabilisierung von Körper und Geist ist die Routine, die man seinem Alltag verleiht. Was sich nun sehr nach Langeweile anhört ist ein Segen für jeden Menschen, wenn er mal in unruhiges Fahrwasser gerät. Sei es durch Stress im Beruf, ungewöhnliche Klimabedingungen (Orkane, Hitze usw.) Trauerzeiten, Reisen in ferne Länder und vieles mehr.

Die ayurvedischen Weisen widmen der Tages- und auch der Jahreszeitenroutine jeweils ein ganzes Kapitel in ihren Schriften, so hoch wird ihr Wert gewichtet.

Für die Ernährung gilt das nun in besonderem Maße. Wenn ich Menschen erlebe, die bei sehr guter Gesundheit sind, erfahre ich immer wieder, dass regelmäßige Essenszeiten ein wichtiger Teil ihres Tagesablaufes sind.

Umgekehrt ist es so, dass Klienten, deren Nahrungseinnahme sehr unregelmäßig stattfindet, oft mit Symptomen wie Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfungen usw. geplagt sind.

Nun gilt auch hier wie bei allen ayurvedischen Ansätzen das flexible Handhaben dieses sehr hilfreichen Werkzeuges. In meiner Nachbarschaft wird seit 2 Jahren ein Haus nach dem anderen gebaut. Es ist uns schon in Fleisch und Blut übergegangen, dass jeden Tag pünktlich um 9 und 12.30 Uhr die Maschinen stillstehen für die Essenspausen der Arbeiter.

Je nach Beruf ist es natürlich nicht für jeden Menschen möglich, zu den immer gleichen Zeiten zu essen. Es geht auch nicht darum, die Uhr danach zu stellen und streng an einem Ablauf zu kleben, auch wenn er mal nicht optimal passt. Viel wichtiger ist es, bestimmte Zeitfenster für die Nahrung zu „reservieren“ und innerhalb diesen sein Essen je nach Hungergefühl, Jahreszeit und Verdauungskraft flexibel einzuplanen.

Mit Regelmäßigkeit muss deshalb nicht gemeint sein, dass man jeden Morgen um 8 sein Frühstück verzehrt, mittags um 13 Uhr sein Lunch und um 19.30 das Abendessen. Für Menschen, die z.B. abends arbeiten (Yogalehrer z.B. 😉 ), bietet sich eine andere Routine an als bei Menschen, die einen 9-to-5-Job haben. Für manche ist ein spätes Frühstück oder frühes Mittagessen gegen 11 Uhr in Verbindung mit einem Abendessen zwischen 17 und 18 Uhr eine perfekte Routine.

Der Körper gewöhnt sich übrigens sehr schnell an regelmäßige Abläufe, er liebt geradezu die „Langeweile“. Sie stabilisiert und fördert die Vitalität, da die Bioenergien leichter in Balance bleiben, bzw. durch Regelmäßikeit in Balance kommen, sollte sie mal verloren gehen.

Als problematisch erweisen sich immer Essenszeiten, die jeden Tag anders sind und wo auch die Essensmengen und die Auswahl des Essens sich ständig ändert. Wenn wir durch Indien reisen, erleben wir Regelmäßgket pur, man kennt dort garnichts anderes. Eine Wohltat für den Körper.

Und hier bei uns berichten mir viele Menschen, wie der regelmäßige warme Frühstücksbrei als fester Anker für einen guten Start in den Tag dient. Man kann sie schließlich mit Gewürzen und verschiedenen Obstsorten so variieren, dass es niemals langweilig wird 🙂

 

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