Der kleine Küchenfuhrpark

Zum Ende der 52-Wochen-Serie wirds nun noch etwas tech­nisch.

Gute Küchen­tools erhö­hen in hohem Maße die Arbeits­freu­de, mal ganz zu schwei­gen von der Zeit­er­spar­nis.  Alles von Hand zu bear­bei­ten ist für die meis­ten zu auf­wän­dig, auch wenn vie­le Gesund­heits­kö­che dar­auf schwö­ren. Wegen der Ener­gie. Das Argu­ment ist kor­rekt, aber mei­ne Prio­ri­tät liegt eher bei der All­tags­taug­lich­keit. Für das antän­di­ge Küchen-Hand­werk braucht man übri­gens weder Desi­gner-Küchen­ge­rä­te noch die Welt­neu­hei­ten von Pro-Idee. Gute Funk­ti­on ver­packt in schö­nes Design ist mir das liebs­te, Ken­wood kriegt das z.B. ganz gut hin.

Heu­te also mei­ne Idee einer klei­nen, hilf­rei­chen Küchen­aus­stat­tung, die in jede Gesund­heits­kü­che gehört und kei­nen über­mä­ßi­gen Platz benö­tigt:

  • Stab­mi­xer zum Pürie­ren
  • Stand­mi­xer mit Glas­auf­satz (Smoot­hies, Pas­ten, Des­serts)
  • Mul­ti­zer­klei­ne­rer (elek­trisch oder manu­ell von Rös­le, Fiss­ler, Lurch)
  • Gewürz­müh­le, oft im Set mit Stand­mi­xern erhält­lich, (altern. Kaf­fee­müh­le)
  • Hoch­wer­ti­ge und schar­fe Mes­ser machen sehr viel Spaß beim Vor­be­rei­ten sind wich­ti­ger als jede Küchen­ma­schi­ne. Im Fach­han­del bera­ten las­sen und aus­pro­bie­ren, Mes­ser müs­sen gut in der Hand lie­gen. Für Gemü­se wer­den ger­ne San­to­ku-Mes­ser emp­foh­len, die kos­ten schon mal um die 100 Euro, man wird es nicht bereu­en
  • Schnei­de­bret­ter in versch. Grö­ßen und Mate­ria­li­en (Holz, Kunst­off, Recy­cling­ma­te­ri­al)
  • hoch­wer­ti­ge Spar-Schä­ler in versch. For­men (für Knol­len, Stan­gen, Toma­ten etc.)
  • Küchen­sche­re und Kräu­ter­sche­re
  • Koch­töp­fe in 3–4 versch. Grö­ßen mit hoch­wer­ti­ger Kera­mik­be­schich­tung oder Edel­stahl
  • Pfan­nen in 2–3 Grö­ßen mit hoch­wer­ti­ger Kera­mik­be­schich­tung
  • But­ter­pfänn­chen
  • Mit­tel­gro­ßer Wok
  • 1 gro­ßer, hoher Edel­stahl-Topf für Pas­ta, Gemü­se und Kar­tof­feln
  • beschich­te­te Werk­zeu­ge (Koch­löf­fel, Spach­tel, Schnee­be­sen etc.) für beschich­te­te Koch­töp­fe
  • Micro­pla­ne Rei­be für Ing­wer, Mus­kat, Par­me­san etc.
  • Micro­pla­ne Stand­rei­be für Gemü­se, Äpfel etc.
  • Was­ser­ko­cher mit Tem­pe­ra­tur­vor­wahl
  • mit­tel­gro­ßer, schwe­rer Stein-Mör­ser
  • Schüs­seln in allen Grö­ßen und For­men
  • Mar­me­la­dent­rich­ter (zum Umfül­len ide­al)
  • eng­ma­schi­ge Sie­be in allen Grö­ßen
  • Ther­mos­kan­ne
  • Vor­rats­glä­ser
  • Vor­rats­be­häl­ter aus Glas, Kera­mik oder BPA-frei­em Kunst­off (Emsa, Rot­ho)

 

Für Köchin­nen und Köche, die regel­mä­ßig grö­ße­re Por­tio­nen (> 4) kochen, macht zusätz­lich eine Küchen­ma­schi­ne abso­lut Sinn. Und wer ger­ne und oft auch grü­ne Smoot­hies mag, braucht einen Powerstand­mi­xer (mehr Infos dazu).

Was nicht in die Küche soll: Mikro­wel­le, Alu­mi­ni­um-Koch­ge­schirr, stump­fe Mes­ser, bil­li­ge Plas­tik­be­häl­ter.

 

Für mich sind übri­gens Haus­halts­lä­den wie ein Ber­mu­da­drei­eck, ich könn­te stun­den­lang stö­bern… 🙂

 

Pho­to: © Tho­mas Beth­ge — Fotolia.com

 

Speisekammer II — wir bleiben draußen

Den so guten Nah­rungs­mit­teln, die für die meis­ten Men­schen aus­glei­chen und heil­sam sind, ste­hen die­je­ni­gen gegen­über, die bei fast allen die Bio­en­er­gi­en eher ins Ungleich­ge­wicht brin­gen. In den ayurv­di­schen Schrif­ten wer­den sie apa­thya genannt, das Gegen­teil von gesund­heits­för­dernd. Je weni­ger man davon zu sich nimmt, des­to bes­ser. Und wenn man eini­ges ganz weg­las­sen kann, wird man mit hun­dert­jäh­ri­gem gesun­dem Leben belohnt, steht geschrie­ben 🙂

Wer also ins neue Jahr gehen möch­te mit einer pathya (gesun­den) Spei­se­kam­mer, der macht Küchen­putz (nicht erst im Früh­ling) und trennt sich von ein paar Din­gen oder redu­ziert sie so gut wie mög­lich.

  • jede Form von Fer­tig­ge­rich­ten
  • Koch­beu­tel-Reis und ande­re bear­bei­te­te Sor­ten
  • hel­le Wei­zen­pro­duk­te (Wei­zen auf ein Mini­mum redu­zie­ren ist ide­al)
  • Früh­stück­sce­rea­li­en aus dem Super­markt (Corn­flakes & Co) wegen des Zucker­an­teils
  • süs­se Back­wa­ren
  • Ener­gie­rie­gel, Power­bars etc.
  • getrock­ne­tes Gemü­se, getrock­ne­te Pil­ze (außer Shi­ta­ke)
  • sau­res und unrei­fes Obst (Import­wa­re aus dem Super­markt gehört dazu), Obst von ande­ren Kon­ti­nen­ten, getrock­ne­te Bana­nen, Man­gos und ande­re exo­ti­sche Tro­cken­früch­te
  • Fleisch vom Schaf, Lamm, Büf­fel, Wild­schwein; Fleisch und Wurst aus Mas­sen­tier­hal­tung, gene­rell Fleisch aus dem Super­markt oder unbe­kann­ten Quel­len, getrock­ne­tes Fleisch
  • Fisch aus indus­tri­el­len Fisch­far­men, Scha­len­tie­re, getrock­ne­ter Fisch
  • Eier
  • die meis­ten kon­ven­tio­nel­len Milch­pro­duk­te aus dem Super­markt, alle Schaf­milch­pro­duk­te
  • schwe­re und alte Käse­sor­ten wie alter Par­me­san, Camem­bert, Schim­mel­kä­se etc.
  • raf­fi­nier­tes Tafel­salz (Haus­halts­salz)
  • raf­fi­nier­ter Haus­halts­zu­cker (wei­ßer Zucker), „brau­ner” Zucker (meist mit Malz gefärb­ter wei­ßer Zucker), Süß­stof­fe (Aspar­tam)
  • Gewür­ze und Gewürz­mi­schun­gen aus dem Super­markt (sind meis­tens bestrahlt zur Kon­ser­vie­rung und dadurch wert­los), sehr schar­fe Chi­li, Glut­amat
  • Gemü­se- und Fleisch­brü­hen mit Glut­amat- oder Hefe­zu­sät­zen
  • raf­fi­nier­te Pflan­zen­öle aus dem Super­markt
  • Fer­tig­ma­yo­nai­sen, Ket­schup, Fer­tig­saucen etc.
  • Erd­nüs­se, gesal­ze­ne Nüs­se, sal­zi­ges Knab­ber­ge­bäck wie Chips etc.
  • Spi­ri­tuo­sen
  • Kaf­fee, kof­fe­in­frei­er Kaf­fee
  • koh­len­säu­re­hal­ti­ge Geträn­ke
  • Soft­drinks und süs­se Geträn­ke, Ener­gy­drinks

 

Das schö­ne an der ayur­ve­di­schen Enäh­rungs­leh­re ist, dass die Lis­te der No-No’s nicht sehr lang ist. Vor einem hal­ben Jahr­hun­dert war sie noch klei­ner, da gab es auch die fort­schritt­li­chen Pro­duk­te von Nest­le & Co noch nicht… 😉 .

Je weniErnährungsregeln Michael Pollanger indus­tri­ell ver­ar­bei­te­te Pro­duk­te man ver­wen­det, um so ener­gie­rei­cher wird man sich füh­len. Micha­el Pol­lan führt in sei­nem Buch den Leser auf der Suche nach dem idea­len Weg zu gesun­der Ernäh­rung zum Wochen­markt. Und wenn man doch in den Super­markt muss, mei­de man am bes­ten die Rega­le in der Mit­te mit den (ewig) lang halt­ba­ren Waren, denen die Nähr­stof­fe ent­zo­gen wur­den, damit sie so lan­ge hal­ten. Aber dafür nicht mehr näh­ren, egal wie­viel sog. Nähr­stof­fe auf der Packung ste­hen (das ist die Kos­me­tik der Indus­trie mit Hil­fe der Poli­tik. Ein ganz ande­res The­ma…)

 

 

Das gehört in jede Speisekammer

Schon in den ayur­ve­di­schen Schrif­ten wur­den Spei­sen defi­niert, die für jeden gesun­den Men­schen, egal wel­cher Kon­sti­tu­ti­on er ange­hört, so heil­sam und aus­glei­chend sind, dass sie einen fes­ten Platz in der Spei­se­kam­mer haben soll­ten. Bei vie­len die­ser Lebens­mit­tel gilt sogar die Devi­se, dass man sie täg­lich essen könn­te, ohne in ein Ungleich­ge­wicht zu kom­men.

Dies gilt ja nicht immer, denn es gibt vie­le gesun­de Lebens­mit­tel, die in einem Über­maß ver­zehrt durch­aus auch Pro­ble­me machen kön­nen. Dazu zäh­len z.B. grü­ne Blatt­ge­mü­se, die man nicht täg­lich essen soll­te, vie­le Süß­mit­tel, zuviel Obst oder auch zuvie­le Gewür­ze.

Die fol­gen­de Auf­lis­tung beinhal­tet Lebens­mit­tel, die die­sen Kri­te­ri­en am nähes­ten kom­men und bei uns leicht erhält­lich sind. Mit die­sem Grund­sor­ti­ment läßt sich schnell eine Mahl­zeit zau­bern, auch wenn man mal nicht zum Ein­kau­fen kommt. Das gan­ze in Bio­qua­li­tät ver­steht sich von sel­ber 🙂

 

Getreide

Bas­ma­ti Reis, roter Reis (aus Asi­en oder Camar­gue­r­eis), Risot­to­reis, Qui­noa, Din­kel und Kamut­pro­duk­te (Gries, Flo­cken, Schrot, Pas­ta, Brot)

Hülsenfrüchte

Grü­ne Mung­boh­nen, Gel­be Mung­boh­nen, Rote Lin­sen

Fleisch

hier wird in ers­ter Linie Wild­fleisch und Wild­vö­gel genannt und Fleisch von Tie­ren, die nicht von Men­schen gefüt­tert wer­den oder sel­ber nur sehr gute Nah­rung zu sich neh­men. (Bspl.: eine frei­le­ben­de Zie­ge nimmt nur Wild­kräu­ter zu sich, deren Essenz über die Zie­gen­pro­duk­te für uns ver­füg­bar wird.)

Milchprodukte

Kuh­milch (nur Vor­zugs­milch , Roh­milch,  Deme­ter­milch), Ziegenmilch(produkte), Ghee aus Kuh­milch, Roh­milch­pro­duk­te und Bio-Milch­pro­duk­te in klei­nen Men­gen.

Gemüse

alle Gemü­se der Sai­son, ganz beson­ders jun­ger Ret­tich (in der jewei­li­gen Sai­son), Oli­ven, Avo­ca­dos

Obst

Rosi­nen, Gra­nat­äp­fel und Dat­teln sind die wert­volls­ten Sor­ten, dann kommt alles süße Obst der jewei­li­gen Sai­son. Als Tro­cken­früch­te sind auch Cran­ber­ries, Goji­bee­ren und Fei­gen eine gute Alter­na­ti­ve, falls kein fri­sches Obst vor­rä­tig ist. Zitro­nen und Limo­nen wer­den beim Kochen oft benö­tigt.

Nüsse und Samen

schwar­zer Sesam, Man­deln, Kokos, Son­nen­blu­men­ker­ne, Wal­nüs­se, Kür­bis­ker­ne, Pini­en­ker­ne, Pis­ta­zi­en, Chia­sa­men, Lein­sa­men (in jeweils klei­nen Men­gen), Sesam­but­ter (Tahi­ni), Man­del­mus

Öle

Ghee, Kokos­öl, Oli­ven­öl, Son­nen­blu­men­öl, Lein­öl

Süßmittel

Shar­k­a­ra Zucker, Kokos­blü­ten­zu­cker, Jag­ge­ry (Palm­zu­cker), brau­ner Voll­rohr­zu­cker (Rapa­du­ra, Mas­co­ba­do, Ursü­ße), Bir­ken­zu­cker, Reis­si­rup, Honig, Apfel(Birnen/Agaven)-Dicksaft, Ahorn­si­rup, Stevia

Gewürze

Stein­salz, Ing­wer, Gelb­wurz, fri­sche und getrock­ne­te hei­mi­sche Kräu­ter und Kräu­ter­mi­schun­gen, Kreuz­küm­mel, Kori­an­der, Fen­chel­sa­men, Senf­sa­men, schwar­zer Pfef­fer, Zimt, Kar­da­mon, Nel­ken, Cur­ry­pul­ver, Zwie­beln, Knob­lauch, getrock­ne­te Algen (Nori, Waka­mem Dul­se etc.), Miso­pa­s­ten, Tama­ri­sauce,

Verdickungsmittel

Kuzu, Pfeil­wur­zel­mehl

Flüssige Lebensmittel

Kokos­milch, Man­del­milch, Din­kel­milch, Reis­milch, Gemü­se­brü­hen ohne Hefe

Getränke

gute Kräu­ter­tees, Roi­busch­tee, Gewürz­tees (Yogi­teas), stil­le Mine­ral­was­ser, im Som­mer Kokos­was­ser

zusätzlich für Veganer

Natur­to­fu, Shi­take­pil­ze

 

Wenn man das alles zusam­men­zählt, passt das Grund­sor­ti­ment in die kleins­te Küche :-).

 

Pho­to: foto­lia / © fotografiche.eu

Festtags-Survivalguide

FesttagMan kann sie kaum abweh­ren, die Men­gen an Christ­stol­len, Weih­nachts­kek­sen und selbs­ge­ba­cke­nen Kuchen, die bei den Fami­li­en­tref­fen der ver­gan­ge­nen Tage gereicht wur­den, wenn man nicht unhöf­lich wir­ken will. Hin­zu kom­men die nicht klei­nen Men­gen an Fest­tags­es­sen, die eher mäch­tig aus­fal­len. Und da red ich noch nicht von Raclette- und Käse­fon­dü-Exzes­sen :-).

Für die kom­men­den Sil­ves­ter­par­ties und die nächs­te Schlem­mer­wo­che bis zum Ende der Feri­en kann man jedoch klug gegen­steu­ern, ganz ohne auf Genuß ver­zich­ten zu müs­sen. Hier ein paar Tipps:

  • Die Lust auf Süßes läßt sich redu­zie­ren durch bit­te­re Nah­rungs­mit­tel. Chi­co­ree und Radic­chio sind idea­le Bei­la­gen für die täg­li­chen Haupt­mahl­zei­ten. Die bit­ters­te Scho­ko­la­de (85+) in Bio­qua­li­tät ist eben­falls hilf­reich. Aus­rei­chend Schlaf redu­ziert Süß­ge­lüs­te, des­halb ist das Redu­zie­ren des Kaf­fee­kon­sums nicht die schlech­tes­te Idee.
  • Wenn man zu einer Par­ty ein­ge­la­den wird, ist es hilf­reich, nicht hung­rig anzu­kom­men. So stürzt man sich nicht auf die gesam­te Essens­aus­wahl son­dern kann sehr gezielt aus­wäh­len, was man wirk­lich pro­bie­ren und genies­sen möch­te.
  • Wenn man sich bei einer Par­ty oder einer Ein­la­dung auf die Men­schen und die Unter­hal­tung foku­siert, wird das Essen völ­lig neben­säch­lich und unwich­tig für das Gelin­gen des Abends.
  • Einen guten Rot­wein zu trin­ken ist sinn­vol­ler als süße Mix­ge­trän­ke und Cock­tails. 1–2 Glä­ser rei­chen meist aus für einen fest­li­chen Abend, danach ist Was­ser ein rei­ni­gen­des Lebens­eli­xier. Das Wohl­be­fin­den ohne Kater am nächs­ten Tag ist eine der Beloh­nun­gen dafür.
  • Man kann Alter­na­ti­ven anbie­ten, wenn man z.B. von Freun­den zu einem Kaf­fee, Tee oder Kakao (+ unver­zicht­ba­rem Kuchen) in ein Kaf­fee­haus ein­ge­la­den wird. Bei dem der­zeit vie­ler­orts son­ni­gen und mil­den Win­ter­wet­ter ist z.B ein Spa­zier­gang das bes­te Ersatz­pro­gramm, um die über­schüs­si­gen Kalo­ri­en der letz­ten Tage zu ver­bren­nen und zusätz­lich wird der Vit­amin D‑Speicher durch die Son­nen­strah­len gefüllt.
  • Nach einer fest­li­chen Nacht oder einem schwe­ren Essen kann man sich an den dar­auf fol­gen­den Tagen ver­wöh­nen mit leich­ten Getrei­de­sor­ten wie Reis und Qui­noa, leich­ten Gemü­se­ge­rich­ten oder Sup­pen, um dem Ver­dau­ungs­feu­er eine Ver­schnauf­pau­se zu gön­nen.
  • Nähr­stoff­rei­che Lebens­mit­tel wie Dat­teln, Avo­ca­dos, Gra­nat­äp­fel und Hül­sen­früch­te stär­ken zusätz­lich das Immun­sys­tem.
  • Je weni­ger Stress und je mehr Ent­span­nungs­pha­sen man sich gönnt, des­to hilf­rei­cher ist dies für die Ver­dau­ung und das Wohl­be­fin­den. Ein paar Yoga‑, Pila­tes- und Medi­ta­ti­ons­ein­hei­ten zwi­schen­durch hel­fen gegen den Jah­res­wech­sel-Blues. Stress­re­du­zie­rend wir­ken auch das Redu­zie­ren von Kaf­fee und Alko­hol. Inten­si­ves Herz-Kreis­lauf­trai­ning, Poweryo­ga und alles, was pusht, sind eher kon­tra­in­di­ziert. Ein Power­walk in der Natur dage­gen wirkt aus­glei­chend auf Kör­per und Geist. In den schnee­si­che­ren Regio­nen bewirkt das­sel­be eine Run­de Lang­lauf.
  • Wenn nicht alles wie gewünscht ver­läuft in den nächs­ten Tagen, hilft ein augen­zwin­kern­des Ver­zei­hen, um kei­nen Stress und Frust auf­kom­men zu las­sen. Und etwas für sich sel­ber zu tun ist immer eine Wohl­tat.

 

Am wenigs­ten sinn­voll sind Vor­sät­ze zum Jah­res­wech­sel, z.B. ab sofort gesund essen / noch im Win­ter abneh­men / das Rau­chen auf­ge­ben / u.v.m. 🙂

Schö­ne Weih­nachts­fe­ri­en wün­sche ich wei­ter­hin.

Wärmendes Winteressen

winter2Obwohl es kalen­da­risch schon eine Wei­le Win­ter sein soll, kann man das an gemes­se­nen Son­nen­stun­den und Tem­pe­ra­tu­ren noch nicht so recht erken­nen. Ich will dar­über natür­lich nicht meckern, waren die letz­ten Wochen doch ange­nehm son­nig und eher mild. Und jeder Spa­zier­gang in der Win­ter­son­ne lädt die Vit­amin D‑Speicher nach, für vege­ta­risch und vegan leben­de Men­schen ein Geschenk.

Doch er wird sicher bald kom­men, der „rich­ti­ge” Win­ter mit Schnee und Frost. Der Win­ter­spei­se­plan unter­schei­det sich gar­nicht so sehr von den Herbst­emp­feh­lun­gen. Es darf wie­der etwas schär­fer gewürzt wer­den und Hül­sen­früch­te sind idea­le Ener­gie­lie­fe­ran­ten, wenn die Aus­wahl von Obst und Gemü­se sai­son­be­dingt klei­ner wird.

Bei all den süßen Nah­rungs­mit­teln, die man um die Weih­nachts­zeit zu sich nimmt, soll­te man die bit­te­ren Win­ter­ge­mü­se wie Chi­co­ree und Radic­chio nicht ver­ges­sen. Sie sind der idea­le Gegen­pol, auch wenn bit­te­res nicht die wich­tigs­te Geschmacks­rich­tung im Win­ter ist.

Die Ernäh­rung im Win­ter soll näh­ren und stär­ken. Es ist eine Zeit des Ruhens, Spei­cherns und der Vor­be­rei­tung. Man kann sich mehr erden und in die Stil­le gehen. Das Wet­ter ist nor­ma­ler­wei­se kalt, bewölkt, naß und schwer, die Ele­men­te Erde und Was­ser sind domi­nant, was im Lau­fe des Win­ters das Kapha Dosha (Schwe­re, Lethar­gie, Käl­te, wenig Bewe­gung usw.) erhöht.
In Regio­nen mit lan­gem Win­ter kann sich durch die Käl­te auch das Vata Dosha (Ele­ment Luft) erhö­hen. Dies macht sich durch schlech­ten Schlaf, Stress, Sor­gen, Ver­stop­fung, Erkäl­tun­gen und Gelenk­schmer­zen bemerk­bar.

Die Nah­rung soll­te so gewählt sein, dass die Käl­te die­ser 2 Bio­en­er­gi­en dem Kör­per nicht scha­det. Und dazu sind wär­men­de Mahl­zei­ten und Geträn­ke der idea­le Gegen­pol.

Das Ver­dau­ungs­feu­er (Agni) brennt im Win­ter außer­dem bes­ser als zu ande­ren Jah­res­zei­ten, des­halb kommt in die­ser Jah­res­zeit eher schwe­re­re Nah­rung zum Ein­satz und kann weit bes­ser ver­daut wer­den als im übri­gen Jahr. Oder könn­te man sich eine Gans im Juli vor­stel­len?
Der Kör­per „dich­tet” sich ab nach außen, das Feu­er bleibt innen und steht der Ver­dau­ung zur Ver­fü­gung. Ver­dau­ungs­för­dern­de Gewür­ze sind eben­so wich­tig wie maß­vol­les Essen, denn zuviel der Schwe­re, in Kom­bi­na­ti­on mit der natür­li­chen Schwe­re in der Natur, schafft auch das bes­te Ver­dau­ungs­feu­er nicht.

Diese Nah­rungs­mit­tel sollte man bevor­zu­gen

  • süßes, sau­res und sal­zi­ges Essen
  • war­mes (gekocht) und schwe­re­res Essen
  • nahr­haf­te Kost (z.B. wär­men­de Sup­pen, Ein­töp­fe, Kit­cha­ris)
  • ölige­res Essen
  • Ghee, Avo­ca­do, Oli­ven­öl, Lein­öl sind sinn­vol­le Ergän­zun­gen zu Getrei­de­ge­rich­ten und Sup­pen
  • Kom­pot­te aus herbst­li­chen Obst­sor­ten
  • Getrei­de­pro­duk­te (Din­kel, Gers­te, Buch­wei­zen, Hir­se und vie­les ande­re, was man noch nicht so kennt)
  • sai­so­na­le Gemü­se (Kohl­ge­mü­se, Wur­zel­ge­mü­se, Kür­bis, Win­ter­spi­nat, Grün­kohl, Chi­co­ree), gekocht oder gedämpft sowie geba­cken im Ofen
  • Hül­sen­früch­te
  • Tofu und Soja­pro­duk­te
  • war­me Getrei­de­breis aus Din­kel, Reis, Mais, Gers­te, Hafer
  • erwär­men­de Gewür­ze: fast alle (außer Fen­chel, Kori­an­der, Anis, Min­ze), beson­ders Zimt und Ing­wer, Kreuz­küm­mel, Mus­kat, Nel­ken
  • zum trin­ken: war­mes Was­ser mit Gewür­zen, Ing­wer etc., Kräu­ter­tees

 

Diese Nah­rungs­mit­tel sollte man redu­zie­ren

  • bit­te­re, her­be und sehr schar­fe Spei­sen
  • Roh­kost, Sala­te
  • kal­te Spei­sen
  • sehr süße Spei­sen
  • rohes Obst, Smoot­hies
  • Obst und Gemü­se aus weit ent­fern­ten Regio­nen
  • Auf­ge­wärm­tes Essen
  • kal­te Geträn­ke

 

Ein ausgleichender Lebensstil im Winter

beinhal­tet z.B.:

  • Ölzie­hen mit war­mem Sesam­öl am Mor­gen (Öl für eini­ge Minu­ten im Mund hal­ten)
  • Mas­sa­gen (mit war­mem Öl) und war­me Sau­na
  • sti­mu­lie­ren­des Yoga und Atem­übun­gen
  • Bewe­gung am Mor­gen för­dert Kreis­lauf, Stim­mung und Immun­sys­tem
  • regel­mä­ßi­ge Medi­ta­ti­on
  • einen regel­mä­ßi­ger Tages­ab­lauf bzgl. Schlaf, Essens­zei­ten, Bewe­gungs­ein­hei­ten und Ent­span­nung
  • Ruhe zuhau­se
  • frü­her schla­den gehen, Tages­schlaf ver­mei­den
  • zuviel Wind und Käl­te mei­den, den Kopf vor Käl­te schüt­zen
  • viel Bewe­gung ist sehr för­der­lich, egal ob drau­ßen oder drin­nen
  • für genü­gend Luft­feuch­tig­keit in der Woh­nung sor­gen, um die Neben­höh­len frei zu hal­ten
  • eini­ge war­me Öltrop­fen in die Ohren geben ver­hin­dert Infek­tio­nen

 

Gegen Erkäl­tun­gen hilft: Insnowgwer­was­ser, Kori­an­der-Ing­wer-Tee, Ing­wer im Essen, Ing­wer­was­ser inha­lie­ren
(1 Tee­löf­fel auf einen Topf kochen­des Was­ser) und das Ver­mei­den jeder Art von Milch­pro­duk­ten.

Somit wün­sche ich eine gesun­de Win­ter­zeit.