7 häufige Denkfehler in unserer Ernährung

Da gibt es einen Koch­trend und ich krieg ihn nicht mit bzw. erst durch die­sen Arti­kel in der F.A.S. über „Meal Prep”. Kochen UND Essen wird heu­te schein­bar von vie­len Men­schen als eine zeit­auf­wän­di­ge Her­aus­for­de­rung emp­fun­den. Des­halb berei­tet man das Wochen­me­nü an einem Tag zu (z.B. Sonn­tag), die Spei­sen wer­den in Por­tio­nen im Kühl­schrank (oder Eis­fach) gela­gert und im Lau­fe der Woche Tup­per­do­se für Tup­per­do­se ver­zehrt. Man steht also ein­mal die Woche 5–6 Stun­den in der Küche statt 6 mal die Woche 45–60 Minu­ten (für Früh­stück und 1 Haupt­mahl­zeit). Wer rech­nen kann wird übri­gens was bemer­ken… ;-).

Medi­en, Inter­net, eini­ge Ernäh­rungs­be­ra­ter (!) und sog. Gesund­heits-Koch­bü­cher pro­mo­ten die­ses Vor­ko­chen, das auch batch coo­king genannt wird, als Lösung für Men­schen mit Gesund­heits­pro­ble­men und wenig Zeit. Die Emp­feh­lung, selbst zu kochen, ist per se eine super Idee. Die­se wird aller­dings durch das tage­lan­ge lagern kom­plett zunich­te gemacht, weil gekoch­te Nah­rung auch im Kühl­schrank kei­nes­wegs „fore­ver young” bleibt und durch das Lagern rela­tiv schnell wich­ti­ge Nähr­stof­fe abbaut und ziem­lich unge­sund wird. Erst recht durch das Erwär­men in der Mikro­wel­le. Die Unwis­sen­heit dar­über führt zu Denk­feh­lern, die ver­mut­lich aus Unbe­dacht­heit und eini­gen Fehl­in­for­ma­tio­nen genährt wer­den. Ich neh­me o.g. Arti­kel zum Anlaß, mit eini­gen Zita­ten ein paar die­ser Denk­mus­ter anzu­schau­en.

 

Denkfehler #1: Essen muss/darf nicht viel kosten

Nur knapp 25 Euro habe ich für die­sen kom­plet­ten Wochen­ein­kauf aus­ge­ge­ben. Zwar habe ich nicht alle Zuta­ten frisch ein­kau­fen müs­sen, denn die Grund­la­gen wie Reis, Hafer­flo­cken, Gewür­ze und Dosen­ge­mü­se hat­te ich bereits zu Hau­se.

Mit die­sem Betrag für fri­sche Lebens­mit­tel (Obst und Gemü­se) liegt man eher an der Unter­gren­ze für qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Zuta­ten pro Woche. Aus der Nah­rung bil­den sich unse­re Kör­per­zel­len, von denen wie­der­um die Kraft und Gesund­heit unse­rer Gewe­be und Orga­ne abhän­gen. Kommt min­der­wer­ti­ges (Essen) rein, kommt min­der­wer­ti­ges (Gewe­be) raus, upcy­cling ist auf die­sem Weg nicht vor­ge­se­hen. Unter die­sem Gesichts­punkt scheint es mir sinn­vol­ler, die best­mög­li­che Qua­li­tät an Nah­rungs­mit­teln, die uns zur Ver­fü­gung steht, ein­zu­kau­fen. In ers­ter Linie sind das Lebens­mit­tel aus Bio­an­bau, sofern sie nicht über­durch­schnitt­lich lan­ge Wege vom Bau­ern bis zu uns auf sich neh­men muss­ten. Je näher die Pro­duk­te ange­baut wer­den, des­to güns­ti­ger sind sie übri­gens zu haben.

 

Denkfehler #2: Nahrung aus der Dose sind Lebensmittel

Um den­noch mög­lichst frisch und gesund zu kochen, möch­te ich aus­schließ­lich vega­ne Zuta­ten ver­wen­den, wie es auch vie­le Mit­glie­der der Meal-Prep-Com­mu­ni­ty tun. Die Grund­la­ge bil­den rote Lin­sen und Kid­ney­boh­nen, bei­des kommt vor­ge­kocht aus der Kon­ser­ven­do­se und muss nur umge­füllt wer­den.

Vega­ne Zuta­ten auf der Shop­ping­lis­te sind nicht auto­ma­tisch gesund. Vor allem nicht, wenn sie aus der Dose kom­men oder ander­wei­tig stark ver­ar­bei­tet sind. Man ent­schei­det sich dann näm­lich für Nah­rung ohne Pra­na (Lebens­en­er­gie), das durch die indus­tri­el­le Ver­ar­bei­tung ver­lo­ren geht.
Micha­el Pol­lan nennt die­se Din­ge in sei­nem Best­sel­ler (Essen sie nichts, was Ihre Groß­mutter nicht als Essen erkannt hät­te) „ess­ba­re Sub­stan­zen” und unter­schei­det sie klar von LEBENS-Mit­teln, die dem Kör­per Ener­gie, Kraft und Wohl­be­fin­den schen­ken. LEBENS-Mit­tel wie Gemü­se, Obst, Roh­milch usw. ver­der­ben nach kur­zer Zeit, des­halb kauft man sie immer so frisch wie mög­lich, bevor­zugt am Wochen­markt.

 

Denkfehler #3: Essen bereitet man so nebenbei zu

Noch bevor ich den ers­ten Topf aus dem Schrank hole, stel­le ich mei­nen Lap­top bereit: Wenn ich an einem Sonn­tag schon stun­den­lang in der Küche ste­hen muss, möch­te ich dabei wenigs­tens eine Serie anschau­en.

Ein Lei­den unse­rer Zeit: Mul­ti­tas­king, vie­le Din­ge gleich­zei­tig machen möch­ten, das sog. FOMO-Prin­zip, Fear Of Mis­sing Out. Letzt­end­lich macht man alle Sachen mit geteil­tem Fokus und hal­bem Her­zen, das Ergeb­nis ist dann oft nur halb befrie­di­gend. Der Autorin geht es ähn­lich, denn irgend­wann rea­li­siert sie, dass sie von der Serie am Lap­top nicht mehr viel mit­kriegt. Gut so, sie war irgend­wann beim Kochen voll bei der Sache :-).
In sei­nem eige­nen Zuhau­se hat man mehr als anders­wo die Mög­lich­keit, sich ohne den täg­li­chen Over­load auf eine ein­zel­ne Sache zu kon­zen­trie­ren. Die Freu­de beim Kochen, den die einen als Küchen­flow, ande­re als Medi­ta­ti­on bezeich­nen, kommt dann, wenn man sei­ne gan­ze Auf­merk­sam­keit dem Pro­zess wid­met.

 

Denkfehler #4: Frühstück aus dem Kühlschrank ist hip

Ich […] schnap­pe mir dann die ers­te Joghurt-Box aus dem Kühl­schrank. Das eis­kal­te Obst schmerzt ein wenig an den Zäh­nen…

Da fin­den sich ver­mut­lich vie­le wie­der, die mor­gens etwas kühl­schrank-kal­tes essen ;-). Unab­hän­gig von emp­find­li­chen Zäh­nen, ist es kei­ne Spit­zen­idee, mor­gens sehr kalt zu essen. Das Ver­dau­ungs­feu­er ist näm­lich noch im Halb­schlaf und kann daher das Sys­tem nicht wirk­lich „anhei­zen”. Zudem zeich­nen sich die Mor­gen­stun­den durch eine kal­te, rau­he, trä­ge und schwe­re Qua­li­tät aus, die durch iden­ti­sche Eigen­schaf­ten beim Früh­stück noch ver­stärkt wird („glei­ches erhöht glei­ches”).
Ide­al wäre das Gegen­teil, etwas war­mes, wei­ches, leich­tes, um die­se Eigen­schaf­ten des Mor­gens aus­zu­ba­lan­cie­ren („das gegen­tei­li­ge gleicht sich aus”). Lei­der ist das kei­ne gute Nach­richt für die Fans von Over­night Oats, der tren­di­gen Vari­an­te des Bir­cher­müs­lis. War­me Por­rid­ges oder Brei, gedüns­te­tes Obst bzw. alter­na­tiv Sup­pe oder Gemü­se wären dage­gen har­mo­ni­sie­ren­de Früh­stücks­op­tio­nen. Vie­les davon ist sehr schnell zuzu­be­rei­ten.

 

Denkfehler #5: Mikrowelle ist eine prima Möglichkeit, um Essen zu erwärmen

Und auch die Bud­dha-Bowl ist mit­tags noch tau­frisch: Mikro­wel­le auf, Tup­per­do­se rein, kurz erwär­men, dann die Sau­ce drü­ber.

Mikro­wel­le ver­än­dert die mole­ku­la­re Struk­tur von Lebens­mit­teln und macht damit jedes Pra­na (Lebens­en­er­gie), das in einer Nah­rung vor­han­den ist, zunich­te. In weni­gen Minuten/Sekunden. Wenn man Essen so erwär­men möch­te, dass Nähr­stof­fe erhal­ten blei­ben, eig­net sich bes­ser ein Dampf­ga­rer (Rege­ne­rie­ren-Funk­ti­on) oder ein­fach ein Koch­topf, falls dies am Arbeits­platz mög­lich ist. Mikro­wel­le und gesun­de Ernäh­rung sind defi­ni­tiv inkom­pa­ti­bel.

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Denkfehler #6: Gekochtes Essen hält sich im Kühlschrank viele Tage frisch

Tag 5: … Aber lei­der beginnt der Broc­co­li zu krän­keln, er ist so braun, dass ich ihn lie­ber weg­wer­fe. Besit­zen all die berühm­ten Meal-Prep­per ein­fach noch bes­se­re Dosen als ich? Käl­te­re Kühl­schrän­ke? Oder mit wel­chen gehei­men Tricks schaf­fen sie es, dass ihr Gemü­se eine gan­ze Woche lang frisch bleibt?

Tag 6: Nun sind es die Früch­te auf dem Joghurt. Schon beim Öff­nen der Dose schlägt mir ein fau­li­ger Geruch ent­ge­gen, der Inhalt lan­det kom­plett in der Ton­ne. Die Mär von weni­ger Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung hat mein Meal-Prep-Plan nicht erfüllt.

Ja so ist sie, die Natur ;-). Gesun­de Lebens­mit­tel ver­rot­ten. Micha­el Pol­lan emp­fiehlt des­halb zu Recht: „Essen Sie nur Lebens­mit­tel, die ver­der­ben kön­nen”.
Es gibt kei­nen gehei­men Trick und kei­ne bes­se­ren Dosen oder Kühl­schrän­ke. Wenn ein am Sonn­tag blan­chier­ter Bro­ko­li am Frei­tag noch frisch und grün aus­se­hen wür­de, hät­te ich ärgs­te Beden­ken, dass es sich dabei um ein Gen­mons­ter han­delt. Auch die Idee, Obst mit Joghurt gemischt könn­te nach 6 Tagen im Kühl­schrank noch frisch sein, klingt für mich etwas, ähmm… welt­fremd?
Gekoch­te Nah­rung soll­te sofort, spä­tes­tens aber inner­halb von 24 Stun­den geges­sen wer­den. Nach dem Kochen fängt die Fer­men­ta­ti­on an, das lässt sich zwar im Kühl­schrank ver­lang­sa­men, aber nicht stop­pen. Die Spei­sen ver­lie­ren zuk­zes­si­ve ihr Pra­na und auch ihren Geschmack. Für letz­te­res gibt es Aus­nah­men, vie­le ken­nen Ein­töp­fe, die am nächs­ten Tag fast noch bes­ser schme­cken, trotz­dem lie­fern sie weni­ger Ener­gie und Lebens­kraft als am Tag zuvor.
Es gibt Aus­nah­men wie Chut­neys, Mar­me­la­den, Pick­les, Gemü­se­pas­ten, Fer­men­tier­tes, Ein­ge­mach­tes usw., deren Vor­zü­ge sind ein eige­nes Kapi­tel wert.
In der moder­nen Arbeits­welt ist es oft die ein­zi­ge Mög­lich­keit, abends zu kochen und das gekoch­te am nächs­ten Tag als Mit­tag­essen noch­mals auf­zu­wär­men. Ein guter Kom­pro­miss, wenn er zeit­li­che Pro­ble­me löst und den Tag stress­frei­er gestal­tet. Über die­sen Tag hin­aus gela­ger­te Nah­rung ist dage­gen nicht sehr viel hoch­wer­ti­ger als z.B. Essen in der Kan­ti­ne, das ja auch sel­ten frisch ist. Der Kör­per pro­du­ziert mit abge­stan­de­ner Nah­rung AMA (Unver­dau­tes, Halb­ver­dau­tes, Toxi­ne, Schla­cken), das die Ver­dau­ung schwächt und damit zusam­men­hän­gen­de Gesund­heits-Pro­ble­me ver­ur­sa­chen kann.

 

Denkfehler #7: Essen ist nicht so wichtig/nebensächlich

Weil ich mir die Zeit fürs Kochen nicht mehr neh­men muss, wird auch das Ver­spei­sen selbst zur Neben­säch­lich­keit. Mein Mit­tag­essen schau­fe­le ich stets irgend­wo zwi­schen Tür und Angel in mich hin­ein, die Mit­tags­pau­sen wer­den kür­zer. Ich füh­le mich wie einer die­ser Kar­rie­re­men­schen, die immer einen abge­pack­ten Pro­te­in­rie­gel dabei­ha­ben – bloß kei­ne wert­vol­le Zeit mit dem Luxus der Nah­rungs­auf­nah­me ver­schwen­den! Viel­leicht liegt es auch an der Ein­tö­nig­keit: Kein Mensch auf der Welt kann sich schließ­lich über den drit­ten Hafer­brei in vier Tagen freu­en.

Sehr wert­vol­le Erkennt­nis. Und sie hat 2 Sei­ten. Wenn man die Ernäh­rung der Blue Zones betra­chet, hat das Kochen und Essen dort tat­säch­lich kei­nen so hohen Stel­len­wert, man kocht frisch, ein­fach, was gera­de ver­füg­bar ist und das in klei­nen Por­tio­nen. Genau dar­in liegt der gesun­de Aspekt, Essen wird nicht über­frach­tet mit Genuss-Sucht, Diät­ide­en und Dog­mas.

Anders liegt der Fall, wenn man der Ernäh­rung gene­rell einen unbe­deu­ten­den Stel­len­wert in sei­nem Leben zuschreibt und dadurch evtl. min­der­wer­ti­ge Lebens­mit­tel, zur fal­schen Zeit oder in nicht pas­sen­der Men­ge ver­zehrt. Das Wis­sen um die Ernäh­rung, das frü­her durch Müt­ter und Groß­müt­ter wei­ter­ge­tra­gen wur­de, fehlt heu­te oft. Die Lebens­mit­tel­in­dus­trie füllt die­se Lücke mit bun­ten (syn­the­ti­schen) Ver­spre­chen, meist völ­lig natur­fer­nen Her­stel­lungs-Ver­fah­ren (die Milch­in­dus­trie ist ein anschau­li­ches Bei­spiel) und einer Lebens­mit­tel­aus­wahl aus der gan­zen Welt, die Sai­sons kom­plett igno­riert. Zusätz­lich über­flu­ten uns eine wach­sen­de Zahl von Ernäh­rungs-Gurus (oft frei von jeg­li­chem ernäh­rungs­me­di­zi­ni­schem Wis­sen) mit oft ver­wir­ren­den Kon­zep­ten (Stein­zeit, Low­Carb, NoCarb, High­Carb, High­Fat, Low­Fat, Frei von… usw.). Ich ver­ste­he jeden, der sich da nicht mehr aus­kennt und dem nahe­lie­gens­ten Trend folgt, und sei es Meal­Prep ;-).

Die Prio­ri­tät für das Essen und sei­ne Zube­rei­tung ging irgend­wann par­al­lel zum Anstieg ande­rer, (schein­bar) wich­ti­ger Akti­vi­tä­ten, mit denen wir unse­ren Tag voll­pla­nen, zurück. Für unse­re Mütter/Väter/Großmütter war für das Kochen ein fixes Zeit­fens­ter ein­ge­plant, das war gar­nicht dis­pon­a­bel. Wohl­be­fin­den und Lang­le­big­keit läßt sich eng mit unse­rer indi­vi­du­el­len Prio­ri­tät für frisch gekoch­te Nah­rung ver­knüp­fen. Das liegt allei­ne in unse­rer Hand (und in der Küche 😉 ).

 

Das Fazit der Autorin:

Meal Prep für zwi­schen­durch ist gar nicht schlecht. Eine gan­ze Woche lang wür­de ich es aller­dings nicht mehr machen.

Klu­ge Frau :-). Am Sonn­tag kann man außer­dem so vie­le ande­re spann­de Din­ge tun, end­lich.

 

 

Der kleine Küchenfuhrpark

Zum Ende der 52-Wochen-Serie wirds nun noch etwas tech­nisch.

Gute Küchen­tools erhö­hen in hohem Maße die Arbeits­freu­de, mal ganz zu schwei­gen von der Zeit­er­spar­nis.  Alles von Hand zu bear­bei­ten ist für die meis­ten zu auf­wän­dig, auch wenn vie­le Gesund­heits­kö­che dar­auf schwö­ren. Wegen der Ener­gie. Das Argu­ment ist kor­rekt, aber mei­ne Prio­ri­tät liegt eher bei der All­tags­taug­lich­keit. Für das antän­di­ge Küchen-Hand­werk braucht man übri­gens weder Desi­gner-Küchen­ge­rä­te noch die Welt­neu­hei­ten von Pro-Idee. Gute Funk­ti­on ver­packt in schö­nes Design ist mir das liebs­te, Ken­wood kriegt das z.B. ganz gut hin.

Heu­te also mei­ne Idee einer klei­nen, hilf­rei­chen Küchen­aus­stat­tung, die in jede Gesund­heits­kü­che gehört und kei­nen über­mä­ßi­gen Platz benö­tigt:

  • Stab­mi­xer zum Pürie­ren
  • Stand­mi­xer mit Glas­auf­satz (Smoot­hies, Pas­ten, Des­serts)
  • Mul­ti­zer­klei­ne­rer (elek­trisch oder manu­ell von Rös­le, Fiss­ler, Lurch)
  • Gewürz­müh­le, oft im Set mit Stand­mi­xern erhält­lich, (altern. Kaf­fee­müh­le)
  • Hoch­wer­ti­ge und schar­fe Mes­ser machen sehr viel Spaß beim Vor­be­rei­ten sind wich­ti­ger als jede Küchen­ma­schi­ne. Im Fach­han­del bera­ten las­sen und aus­pro­bie­ren, Mes­ser müs­sen gut in der Hand lie­gen. Für Gemü­se wer­den ger­ne San­to­ku-Mes­ser emp­foh­len, die kos­ten schon mal um die 100 Euro, man wird es nicht bereu­en
  • Schnei­de­bret­ter in versch. Grö­ßen und Mate­ria­li­en (Holz, Kunst­off, Recy­cling­ma­te­ri­al)
  • hoch­wer­ti­ge Spar-Schä­ler in versch. For­men (für Knol­len, Stan­gen, Toma­ten etc.)
  • Küchen­sche­re und Kräu­ter­sche­re
  • Koch­töp­fe in 3–4 versch. Grö­ßen mit hoch­wer­ti­ger Kera­mik­be­schich­tung oder Edel­stahl
  • Pfan­nen in 2–3 Grö­ßen mit hoch­wer­ti­ger Kera­mik­be­schich­tung
  • But­ter­pfänn­chen
  • Mit­tel­gro­ßer Wok
  • 1 gro­ßer, hoher Edel­stahl-Topf für Pas­ta, Gemü­se und Kar­tof­feln
  • beschich­te­te Werk­zeu­ge (Koch­löf­fel, Spach­tel, Schnee­be­sen etc.) für beschich­te­te Koch­töp­fe
  • Micro­pla­ne Rei­be für Ing­wer, Mus­kat, Par­me­san etc.
  • Micro­pla­ne Stand­rei­be für Gemü­se, Äpfel etc.
  • Was­ser­ko­cher mit Tem­pe­ra­tur­vor­wahl
  • mit­tel­gro­ßer, schwe­rer Stein-Mör­ser
  • Schüs­seln in allen Grö­ßen und For­men
  • Mar­me­la­dent­rich­ter (zum Umfül­len ide­al)
  • eng­ma­schi­ge Sie­be in allen Grö­ßen
  • Ther­mos­kan­ne
  • Vor­rats­glä­ser
  • Vor­rats­be­häl­ter aus Glas, Kera­mik oder BPA-frei­em Kunst­off (Emsa, Rot­ho)

 

Für Köchin­nen und Köche, die regel­mä­ßig grö­ße­re Por­tio­nen (> 4) kochen, macht zusätz­lich eine Küchen­ma­schi­ne abso­lut Sinn. Und wer ger­ne und oft auch grü­ne Smoot­hies mag, braucht einen Powerstand­mi­xer (mehr Infos dazu).

Was nicht in die Küche soll: Mikro­wel­le, Alu­mi­ni­um-Koch­ge­schirr, stump­fe Mes­ser, bil­li­ge Plas­tik­be­häl­ter.

 

Für mich sind übri­gens Haus­halts­lä­den wie ein Ber­mu­da­drei­eck, ich könn­te stun­den­lang stö­bern… 🙂

 

Pho­to: © Tho­mas Beth­ge — Fotolia.com

 

Das gehört in jede Speisekammer

Schon in den ayur­ve­di­schen Schrif­ten wur­den Spei­sen defi­niert, die für jeden gesun­den Men­schen, egal wel­cher Kon­sti­tu­ti­on er ange­hört, so heil­sam und aus­glei­chend sind, dass sie einen fes­ten Platz in der Spei­se­kam­mer haben soll­ten. Bei vie­len die­ser Lebens­mit­tel gilt sogar die Devi­se, dass man sie täg­lich essen könn­te, ohne in ein Ungleich­ge­wicht zu kom­men.

Dies gilt ja nicht immer, denn es gibt vie­le gesun­de Lebens­mit­tel, die in einem Über­maß ver­zehrt durch­aus auch Pro­ble­me machen kön­nen. Dazu zäh­len z.B. grü­ne Blatt­ge­mü­se, die man nicht täg­lich essen soll­te, vie­le Süß­mit­tel, zuviel Obst oder auch zuvie­le Gewür­ze.

Die fol­gen­de Auf­lis­tung beinhal­tet Lebens­mit­tel, die die­sen Kri­te­ri­en am nähes­ten kom­men und bei uns leicht erhält­lich sind. Mit die­sem Grund­sor­ti­ment läßt sich schnell eine Mahl­zeit zau­bern, auch wenn man mal nicht zum Ein­kau­fen kommt. Das gan­ze in Bio­qua­li­tät ver­steht sich von sel­ber 🙂

 

Getreide

Bas­ma­ti Reis, roter Reis (aus Asi­en oder Camar­gue­r­eis), Risot­to­reis, Qui­noa, Din­kel und Kamut­pro­duk­te (Gries, Flo­cken, Schrot, Pas­ta, Brot)

Hülsenfrüchte

Grü­ne Mung­boh­nen, Gel­be Mung­boh­nen, Rote Lin­sen

Fleisch

hier wird in ers­ter Linie Wild­fleisch und Wild­vö­gel genannt und Fleisch von Tie­ren, die nicht von Men­schen gefüt­tert wer­den oder sel­ber nur sehr gute Nah­rung zu sich neh­men. (Bspl.: eine frei­le­ben­de Zie­ge nimmt nur Wild­kräu­ter zu sich, deren Essenz über die Zie­gen­pro­duk­te für uns ver­füg­bar wird.)

Milchprodukte

Kuh­milch (nur Vor­zugs­milch , Roh­milch,  Deme­ter­milch), Ziegenmilch(produkte), Ghee aus Kuh­milch, Roh­milch­pro­duk­te und Bio-Milch­pro­duk­te in klei­nen Men­gen.

Gemüse

alle Gemü­se der Sai­son, ganz beson­ders jun­ger Ret­tich (in der jewei­li­gen Sai­son), Oli­ven, Avo­ca­dos

Obst

Rosi­nen, Gra­nat­äp­fel und Dat­teln sind die wert­volls­ten Sor­ten, dann kommt alles süße Obst der jewei­li­gen Sai­son. Als Tro­cken­früch­te sind auch Cran­ber­ries, Goji­bee­ren und Fei­gen eine gute Alter­na­ti­ve, falls kein fri­sches Obst vor­rä­tig ist. Zitro­nen und Limo­nen wer­den beim Kochen oft benö­tigt.

Nüsse und Samen

schwar­zer Sesam, Man­deln, Kokos, Son­nen­blu­men­ker­ne, Wal­nüs­se, Kür­bis­ker­ne, Pini­en­ker­ne, Pis­ta­zi­en, Chia­sa­men, Lein­sa­men (in jeweils klei­nen Men­gen), Sesam­but­ter (Tahi­ni), Man­del­mus

Öle

Ghee, Kokos­öl, Oli­ven­öl, Son­nen­blu­men­öl, Lein­öl

Süßmittel

Shar­k­a­ra Zucker, Kokos­blü­ten­zu­cker, Jag­ge­ry (Palm­zu­cker), brau­ner Voll­rohr­zu­cker (Rapa­du­ra, Mas­co­ba­do, Ursü­ße), Bir­ken­zu­cker, Reis­si­rup, Honig, Apfel(Birnen/Agaven)-Dicksaft, Ahorn­si­rup, Stevia

Gewürze

Stein­salz, Ing­wer, Gelb­wurz, fri­sche und getrock­ne­te hei­mi­sche Kräu­ter und Kräu­ter­mi­schun­gen, Kreuz­küm­mel, Kori­an­der, Fen­chel­sa­men, Senf­sa­men, schwar­zer Pfef­fer, Zimt, Kar­da­mon, Nel­ken, Cur­ry­pul­ver, Zwie­beln, Knob­lauch, getrock­ne­te Algen (Nori, Waka­mem Dul­se etc.), Miso­pa­s­ten, Tama­ri­sauce,

Verdickungsmittel

Kuzu, Pfeil­wur­zel­mehl

Flüssige Lebensmittel

Kokos­milch, Man­del­milch, Din­kel­milch, Reis­milch, Gemü­se­brü­hen ohne Hefe

Getränke

gute Kräu­ter­tees, Roi­busch­tee, Gewürz­tees (Yogi­teas), stil­le Mine­ral­was­ser, im Som­mer Kokos­was­ser

zusätzlich für Veganer

Natur­to­fu, Din­kel-Seit­an, Shi­take­pil­ze

 

Wenn man das alles zusam­men­zählt, passt das Grund­sor­ti­ment in die kleins­te Küche :-).

 

Pho­to: foto­lia / © fotografiche.eu

Das gesunde Gewürzregal

In einem per­fek­ten Gewürz­re­gal gibt es ein stän­di­ges Kom­men und Gehen. Denn für die Qua­li­tät und Fri­sche ist es sinn­voll, eher klei­ne­re Men­gen zu besor­gen und öfter nach­zu­kau­fen.

Wür­zen ist kei­ne kom­pli­zier­te Kunst, wenn man die Men­gen und Kom­bi­na­tio­nen beach­tet. Wie bei allen ayur­ve­di­schen Grund­sät­zen ist der maß­vol­le Ein­satz wich­tig. Dann ent­wi­ckeln die Gewür­ze die gewünsch­ten Heil­ei­gen­schaf­ten, die in Gewürz- und Kräu­ter­bü­chern aus­führ­lich beschrie­ben sind.

Die meis­ten Gewür­ze regen den Appe­tit an, för­dern die Ver­dau­ung, har­mo­ni­sie­ren, rei­ni­gen Blut und Gewe­be, ver­schö­nern die Haut, redu­zie­ren Blä­hun­gen, wir­ken aphro­di­sie­rend, machen das Essen wohl­schme­ckend und ver­lei­hen den Spei­sen sinn­li­che Aro­men. Für vie­le Gewür­ze wer­den zusätz­li­che Heil­ei­gen­schaf­ten beschrie­ben, z.B. für den Knob­lauch, der in den ayur­ve­di­schen Büchern mit sei­ner herz­stär­ken­den und gesund­heits­för­dern­den Wir­kung über den grü­nen Klee gelobt wird.

Im Über­maß kön­nen Gewür­ze aller­dings Unru­he im Kör­per erzeu­gen. Wer hat nicht schon mit Trä­nen gekämpft bei beson­ders schar­fen Spei­sen?

Nach­fol­gend ein Lis­te der wich­tigs­ten Zuta­ten fürs Gewürz­re­gal.

 

1. Die Klassiker:

  • Schwar­zer Pfef­fer
  • Stein­salz

Bei bei­den gibt es gro­ße Qua­li­täts­un­ter­schie­de. Ide­al sind hoch­wer­ti­ge Pfef­fer­kör­ner, in einer Müh­le frisch gemah­len. Wer es aus­ge­fal­le­ner mag: Kube­ben­pfef­fer, Tel­li­cher­ry Pfef­fer, Lang­pfef­fer, Kam­pot­pfef­fer usw… Für Gour­mets und Ver­füh­rer ;-). Gute Gewürz­müh­len mögen übri­gens nicht über dem Koch­topf bedient wer­den. Die Dämp­fe ver­rin­gern die Qua­li­tät des Mahl­werks.

Beim Salz ist ein gutes Stein­salz ide­al für uns. Wir krie­gen es hier im Salz­kam­mer­gut und in Ober­bay­ern sowie­so qua­si vor der Haus­tü­re. Koch­salz aus dem Super­markt ist ein NoGo. Hima­la­ya­salz ist seit Jah­ren stark im Gere­de, weil es zum einen nicht unbe­dingt aus dem Hima­la­ya kommt und dem guten Stein­salz nicht über­le­gen ist. Dafür aber unnö­tig teu­er…

Auch beim Salz gibt es eine aus­ge­fal­le­ne Vari­an­te für Koch­freaks, die man ab und an bei­mi­schen kann: Fleur de Sel, hand­ge­schöpf­tes Meer­salz. Ein klei­ner, fei­ner Luxus­ar­ti­kel, z.B. für medi­te­ra­ne Spei­sen.

 

2. Must haves (sollten in keiner Küche fehlen):

  • Kreuz­küm­mel / Cumin
  • Kori­an­der­sa­men
  • Fen­chel­sa­men
  • Kur­ku­ma / Gelb­wurz
  • Senf­sa­men
  • Mus­kat­nuss
  • Piment
  • Papri­ka­pul­ver
  • Asa­foeti­da / Hing (im Asi­en­shop und Bio­la­den (Cos­mo­ve­da) erhält­lich)
  • Lor­beer­blät­ter
  • Zimt
  • Kar­da­mon
  • Nel­ken

 

3. Gewürze, die Variationen ermöglichen, die man aber nicht jeden Tag verwenden wird:

  • Bocks­horn­klee-Samen
  • Chili­pul­ver oder Cayenne­pfef­fer
  • Safran (z.B. für Reis- und Des­sert­ge­rich­te)
  • Sum­ach / Zumac (fei­ne Säu­re für medi­te­ra­nes)
  • Sze­chuan­pfef­fer

 

4. Gewürzmischungen

sind enorm hilf­reich, z.B. für klei­ne Haus­hal­te und fau­le Köche (wie mich) oder wenns mal schnell gehen muss.

  • Kräu­ter­mi­schun­gen (Her­bes des Pro­vence, Ita­lie­ni­sche Kräu­ter etc.)
  • Das Lieb­lingscur­ry (oder 2 oder 3)
  • Ras el Hanout oder ande­re Afri­ka­mi­schun­gen, Cajun Gewürz (kreo­lisch), Ori­ent­ge­wür­ze
  • Mischun­gen für Süß­spei­sen (Top­tipp: Mélan­ge Ori­ent von Babette’s, Flower­power von Son­nen­tor)

Hier beginnt das Aro­men-Nir­wa­na und raubt einem die Sin­ne… Die Mög­lich­kei­ten sind so viel­fäl­tig und schnell hat man 20 wei­te­re Gewürz­dös­chen im Schrank, wenn man nicht auf­passt :-). Da hilft nur aus­pro­bie­ren in kleinst­mög­li­chen Men­gen. Die Her­stel­ler wis­sen schon, wie sie uns ins Boot krie­gen. Mit exo­ti­schen Namen (Bud­dhas Bauch, Scharf­ma­cher, Son­nen­kuss, Flower­Power usw.) und schön design­ten Ver­pa­ckun­gen zum Bei­spiel.

Idea­ler­wei­se kauft man die Gewür­ze in Bio­qua­li­tät, auch wenn der Preis höher ist. Nur so kann man unbe­strahl­te Sub­stan­zen sicher­stel­len. Übri­gens: nicht über­all wo ein Fern­seh­koch auf der Gewürz­do­se abge­bil­det ist, kann man von Top-Qua­li­tät aus­ge­hen. Lei­der. Meist ste­hen gro­ße Gewürz­kon­zer­ne hin­ter die­sen Krea­tio­nen.

 

5. Frische Kräuter:

Ing­wer, Zwie­beln, Knob­lauch, Peter­si­lie, Kori­an­der­grün, Basi­li­kum, Sal­bei, Thy­mi­an, Min­ze, Lieb­stöckl, Majo­ran, Ore­ga­no und wei­te­re Küchen­kräu­ter. Wenn man in der Groß­stadt lebt fin­det man in Asi­en­shops auch fri­sche Cur­ry­blät­ter. Sie sind eine wun­der­ba­re Ergän­zung für Lin­sen­ge­rich­te und Cur­ries. Wenn man sie nicht bekommt, schme­cken die Gerich­te trotz­dem, kei­ne Sor­ge.

Auf­be­wah­rungs­tipp für fri­sche Kräu­ter: Blät­ter vom Sten­gel zup­fen und tro­cken in einem aus­rei­chend gro­ßen Glas im Kühl­schrank auf­be­wah­ren. Hal­ten so viel län­ger als beim Lagern in der Plas­tik­tü­te.
Beim Kochen wer­den die fri­schen Kräu­ter meist am Ende der Gar­zeit zuge­ge­ben.

Nun, nach dem Früh­jahrs­putz im Gewürz­re­gal kann eigent­lich die Shop­ping­tour star­ten 🙂

Eine Lis­te mei­ner Lieb­lings­lie­fe­ran­ten aus dem Inter­net:  Spi­ce for Life, Afri­ka­La­den, 1001 Gewür­ze, NoMu.
Im Bio­la­den nehm ich meist Son­nen­tor, Her­ba­ria, Brecht, Lebens­baum. In Wien kauf ich bei Babette’s (auch online mög­lich), bei Sup­pi­to oder in der Kräu­ter­dro­ge­rie.

Nach­trag 2017: mei­ne eige­nen Gewürz­mi­schun­gen mache ich mit den Roh­ge­wür­zen von her­bo­san in Frei­las­sing. Elfie Breidt-Sei­ser ist eine super Bera­te­rin für Kräu­ter, Gewür­ze, Tee­mi­schun­gen und alles ist in Apo­the­ken­qua­li­tät, also aller­bes­te Ware.

Granatäpfel entkernen ohne „Spuren”

Es ist Gra­nat­ap­fel­zeit und man­che ver­wen­den die­se Super­frucht nur zu advent­li­chen Deko­zwe­cken in der Woh­nung. Das ist scha­de, denn der Gra­nat­ap­fel gilt nicht nur in den ayur­ve­di­schen Schrif­ten als eine der bes­ten und heil­sams­ten Früch­te, die das Uni­ver­sum so bie­tet. Nicht zuletzt kann man heu­te in den meis­ten Bio­lä­den und Reform­häu­sern Säf­te und ande­re Pro­duk­te die­ser Frucht erwer­ben.

Ich nut­ze sie lie­bend ger­ne frisch, hat­te aber bis­her immer das Pro­blem, dass beim ent­ker­nen die Klei­dung, die Küche und ande­res unge­si­cher­tes öfter mal hef­tig rot gepunk­tet daher­kam.
Nun bin ich über einen link auf die­ses Video gesto­ßen mit einem genia­len Tipp, um das Gra­nat­äp­fel-Ent­ker­nen spur­los und easy zu bewerk­stel­li­gen 🙂

🙂