Leichtes Fasten im Frühling

Die traditionelle Fastenzeit

In unserer Kultur wird die Fastenzeit über den Frühlingsbeginn (21. März), den ersten Vollmond danach, den Ostersonntag (Ende der Fastenzeit) und einem Stichtag 40 Tage vor Ostern (Fastenbeginn) definiert. Diesen Zyklus halten nicht mehr besonders viele Menschen ein, scheinen doch 40 Fastentage eine sehr lange Zeit zu sein in der schnellebigen Welt. Und manchmal erleben wir in den besagten Wochen ein Klima von plötzlichen Wintereinbrüchen incl. Schnee, bei dem uns eher der Sinn nach wärmendem reichhaltigen Essen steht.

Trotzdem ist es eine gute Zeit, bevorzugt in den bereits warmen Frühlingstagen, dem Körper einen guten Teil der Winterlast abzunehmen. Denn die Saat der Gesundheit für das restliche Jahr legen wir im Frühling. Wenn spätestens im März/April die Natur den Winter abstreift, sehnen wir uns nach Leichtigkeit und denken über Abnehmen, Reinigen, Entgiften und Fasten nach. In dieser Jahreszeit öffnen sich alle Kanäle, was das Freisetzen und Ausleiten von Giftstoffen in Gang bringt. Egal, ob man einen Tag oder eine Woche fastet, man gibt dem Verdauungsfeuer auf alle Fälle eine heilsame Verschnaufpause zum Reset. Bei mehreren Tagen (>3) wird die Entgiftung angeregt, der Geschmackssinn verbessert sich und man spürt als Nebeneffekt eine mentale Klarheit und inneres Gleichgweicht. Es kann auch passierern, dass sich kleine und größere Ausrichtungen im Leben, in den Beziehungen, der Ernährung, dem eigenen Biorhythmus oder der Arbeit neu justieren.

Da sich längere Fastenkuren oft schwer in die Arbeits- und Familienroutine integrieren lassen, stelle ich hier Alternativen vor im Sinne von: besser ein kleineres Detox als den ganzen Winterballast weitertragen. Bei diesen Möglichkeiten muss man keine „Auszeit“ nehmen, wenn man nicht will oder nicht anders kann. Okay, auf intensive Freizeitaktivitäten verzichtet man besser, vor allem auf solche, die Hunger produzieren. Eher nutzt man die Zeit für Entspannung und inneres (und äußeres) Aufräumen. Dabei muss man nicht unbedingt ganz auf Essen verzichten bzw. nur „Wasser und Brot“ zu sich nehmen. Eine Entschlackungsmöglichkeit ist z.B., bestimmte Lebens- und Genussmittel weg zu lassen, man verzichtet also mehrere Tage oder eine Woche auf Zucker, Desserts, Schokolade, Milchprodukte und Käse, Fleisch, Kaffee und Alkohol. Oder man kocht sich sehr simple und sehr leichte Mahlzeiten. Hier zwei Möglichkeiten:

 

– Fasten mit Obst und Gemüse

Ein Reinigungstag ist eine einfache Form des Fastens. Manche wählen bestimmte Tage wie z.B. Vollmond, Neumond oder Sonntag. Wichtiger als der Tag ist die Regelmäßigkeit des Fastens.
Folgender Tagesablauf hat sich bewährt: die erste Mahlzeit nimmt man zu sich, wenn Hunger oder Müdigkeit spürbar werden (meist so zwischen 13 und 15 Uhr), am besten eine Schale Obst – entweder pur, gedünstet oder als Kompott – optional mit etwas Mandeln oder Samen. Alternativ (oder als spätere zweite Mahlzeit) bereitet man sich einen Teller gedämpftes Gemüse mit etwas Ghee, Gewürzen, Kräutern und Samen, bzw. eine Gemüsesuppe zu. Je später der Hunger auftritt, desto eher reicht eine Mahlzeit aus. Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und Zucker werden an diesem Tag weggelassen.
Dieses Fasten kann man um 1-2 Tage ganz nach Belieben verlängern und mit Früchte- oder Gemüsesmoothies erweitern.

gemüse gedünstet    

 

– Fasten mit Reis- und/oder Gemüsesuppen

Für viele hat sich ein Reinigungsprotokoll mit Suppenfasten über 1-3 Tage bewährt. Auch während oder nach einer Erkältung können sie uns schonend wieder Kraft zurückgeben. Man nimmt 2-3 Suppen am Tag zu sich und kombiniert sie je nach Belieben und Hungergefühl, beginnend mit einer Reissuppe. Die letzte Suppe isst man vor 18 Uhr. Zwischen den Suppen sollten mind. 3-4 Stunden Zeit sein; es gibt keine Zwischenmahlzeiten. Wichtig: An Suppentagen trinkt man über den Tag verteilt ausreichend heißes Wasser und 1-2 Gläser Kräuter- oder Gewürztee. Am Ende der Fastentage kann man ein Kitchari zubereiten oder ein einfaches gedämptes Gemüsegericht wie beim Gemüsefasten (s,o.).

Reissuppe

Diese sehr unkomplizierte Suppe heißt in Indien Kanji, in der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) Congee. In Sri Lanka gibt es jeden Tag Kola Kanda, eine Kräuter-Reissuppe. Die Basis-Reissuppe ist identisch, man lässt nur den Kräutersaft weg.

3 Reissuppen

 
Mungbohnensuppe

Sie liefert mit ihrem hohen Proteingehalt zusätzliche Energie und sättigt länger. Hülsenfrüchte wirken austrocknend und unterstützen das Abnehmen. Diese Suppe nicht am Abend verwenden. Als Variante lässt sich die Mungbohnensuppe mit einer dickeren Reissuppe (Konsistenz wie Porridge) kombinieren für eine vollwertige Mahlzeit. Hier findest du das Rezept.

mungbohnen suppe

 

Für eine ganze Fastenwoche lassen sich diese 2 Protokolle übrigens kombinieren.

 
Gewürztees

Sie dienen als zusätzliche Fastenbegleiter, können aber das ganze Jahr über eingesetzt werden.

Ingwer-Zitronen-Tee wärmt und facht an kühlen Frühlingsmorgen das Verdauungsfeuer an. Dazu gibt man einige Scheiben Ingwer und etwas Zitronensaft in eine Thermoskanne, füllt sie mit kochend heißem Wasser und läßt alles  mindestens 15 Minuten ziehen. Nach Belieben vor dem Trinken mit Honig mischen.
Nelken-Tee wirkt bitter, herb und scharf, ist somit perfekt im Frühling zum Entgiften. 8-10 Nelken werden mit 500 ml Wasser aufgekocht. Danach den Herd abschalten und zugedeckt ca. 10 Min ziehen lassen.

Andere Gewürze und Kombinationen wie Fenchel (ca. 1 TL / 500 ml Wasser) oder Ingwer-Koriander (ca. 1,5 TL /500 ml Wasser) oder Fenchel-Kreuzkümmel-Koriander (je 1/2 TL auf 500 ml Wasser) funktionieren ebenfalls bestens.

 

gewuerze-ingwer-tee

Du bist dein bester Gesundheitsmanager

Gesundheit und ein langes Leben, das wünscht man sich gegenseitig u.a. zum Neuen Jahr, Geburtstag oder einfach zwischendurch. Es schien bisher ein leicht erzielbarer Wunsch zu sein, den man mit gesundem Essen, ausreichend Bewegung und einer guten Work-Life-Balance in Eigenregie erreichen konnte. Oder in letzter Instanz auch mal den Arzt oder Apotheker in zu Rate zog.

Doch seit dem Jahr 2020 besetzt Gesundheit eine stärkere Gewichtung auf unserer Wunschliste der bevorzugten Dinge im Leben. Etwas aus den Augen verloren hat man scheinbar die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten dafür, der Gang zum Arzt oder Apotheker dominiert heutzutage. Klar, wir erleben eine immer größer werdende Zahl an chronischen Zivilisationskrankheiten und würden uns mehr Kontrolle über Infektionskrankheiten wünschen. Die klassische Schulmedizin scheint die Lösung, beschäftigt sie sich überwiegend mit der Entstehung und dem Management dieser Krankheiten, der sog. Pathogenese. Und behandelt dabei meistens die Symptome, ohne die zugrunde liegende Ursache der Krankheit zu adressieren. Aber es gibt auch einen alternativen Weg.

 

Salutogenese – die Gesundheit erhalten

Dieses vom Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 1970er Jahren entwickelte Konzept beschäftigt sich mit den Faktoren und dynamischen Wechselwirkungen, die zur Entstehung und Erhaltung von Gesundheit führen. Dabei gibt es keine absolute Gesundheit oder Krankheit, sondern der Mensch bewegt sich kontinuierlich zwischen diesen beiden Polen.

Je öfter/länger er sich dem Gesundheitspol nähert, umso leistungsfähiger und energetischer fühlt er sich, was sich positiv auf seine Lebensfreude und Langlebigkeit auswirkt. Trotzdem kann er durch Krankheitserreger (Gifte, Viren, Bakterien), Umwelteinflüsse (Luftverschmutzung, Lärm, Hitze) oder psychische Faktoren (Stress, Konflikte, Trauer, Mobbing) erkranken. Idealerweise hat er dann einen Schatz an physischen, sozialen, materiellen oder psychischen Ressourcen zur Hand, mit deren Hilfe er relativ eigenständig wieder in eine Balance zurückfinden kann.

Ein wichtiger Baustein ist dabei das Kohärenzgefühl, das sich im Laufe des Lebens auf der Basis dieser Ressourcen entwickelt. Es besagt, ob das eigene Leben als verstehbar (Fähigkeit die Situation auf ihre Ursachen hin zu analysieren), bewältigbar (Wissen um die eigenen Ressourcen) und sinnhaft (Sinnhaftigkeit eines Bewältigungsversuches) erlebt wird. Ein hohes Kohärenzgefühl führt zu Gesundheit, ein geringes Kohärenzgefühl zu Krankheit.

Das Konzept bindet die Harmonie von Körper, Geist und Seele in den Gesundheitsprozess mit ein. Ebenso das soziale Umfeld und die Region in der man lebt, und nicht zuletzt die mentale Resilienz. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Doch leider ist die Salutogenese ein Stiefkind der herkömmlichen Medizin, die die Interaktion zwischen Arzt und Patient auf ein Minimum verkürzt hat.

 

Gesundheit ist eigenaktiv

Was uns die Salutogenes zeigt: Gesundheit ist nicht delegierbar. Sie lebt vom Vertrauen in sich selbst, die Natur und den rhythmischen Abläufen (Wellen) im Leben. Wenn man erfahren hat, wie hilfreich es ist, sich diesem Fluss anzuvertrauen, hat man in der Regel wenig Angst vor Krankheit. Diese ist einer der größten Feinde der Gesundheit. Angst verhindert das feine Zusammenspiel aller Körperfunktionen, angefangen von der Verdauung, über den Aufbau eines gesunden Mikrobioms, aus dem nebenbei eine mentale Balance entsteht, die wiederum die Angst ausbremst.

Vertrauen wir blind einer groben oder chemischen Technologie, einer Magic Pill oder einer „One-Size-Fits-All-Behandlung“, geben wir unsere Gesundheit in fremde Hände, wir verlieren die Kontrolle und werden dadurch fremdbestimmt. Wenn diese Heilversprechen dann eine kurze Halbwertzeit haben, wie wir es derzeit erleben, kollabiert die Psyche, die Angst schlägt in Panik um und unser Immunsystem wird radikal geschwächt.

Der Weg der Salutogenese ist eine Reise zum stärkenden und angstfreien Gesundheitsmanagement. Steht man ausnahmsweise mal vor einer Hürde, stehen in der Regel Ärzte mit einem naturheilkundlichen Hintergrund, ganzheitlichen Coaches, erfahrenen Körpertherapeuten o.ä. mit Rat und Tat zur Seite. Diese Reise wird derzeit zwar künstlich erschwert, aber das Ziel bleibt sichtbar, verständlich, machbar und sinnvoll.

Was brauchen wir dafür? Fast nichts, was wir nicht schon wissen:

  1. Eine ausgewogene gesunde Ernährung mit viel saisonalem Obst und Gemüse, einfach und frisch gekocht und warm verzehrt
  2. Ausreichend Bewegung in der Natur, so oft es möglich ist
  3. Ruhepausen zur Regeneration, Me-time, Meditation, Yoga, Ausruhen
  4. Ein Beruf, der sinnstiftend erlebt wird und Freude macht
  5. Ein Netzwerk von liebevollen und achtsamen Menschen, Kollegen und Freunden
  6. Digitales Fasten und eintauchen in die analoge Welt so oft es geht.

 

Viele interessierte Menschen lesen, lernen oder besuchen gesundheitsfördernde Kurse, um diesen Weg zu starten. Der Markt an Informationen ist allerdings ein oft undurchschaubarer Dschungel, in dem sich die Ideen gerne mal diametral widersprechen. Oder es wird komplexen Vorgängen im Körper mit unterkomplexen Verhaltensweisen begegnet. Was meistens nicht nachhaltig hilft.

Was aus meiner Sicht funktioniert, ist altes, traditionelles Heilwissen, angepasst an unsere heutige Zeit. Dabei ist es egal, ob das aus China, Indien, Persien, Europa, Peru oder sonst wo herkommt. Die meisten Theorien haben sehr ähnliche Inhalte, z.B. Darmgesundheit oder Immunstärkung, um zwei wichtige zu nennen. Und sie belassen die Gesundheit in der Hand der Menschen. Wird man krank, geht man in Indien erst mal in die Küche und holt sich Gewürze zur Therapie. Ansonsten hat ein Heiler, Arzt, Schamane, Psychologe o.ä. immer etwas parat, das er dem Patienten zur Verfügung stellt, damit dieser sich selbst heilen kann.

Ein besonders inspirierender Lebensstil, der die Salutogenese perfekt verkörpert, ist das Leben der 100-Jährigen, die ich in zwei Blogartikeln (Nr.2) beschrieben habe. Letztendlich ist Lebensglück und Selbstbewußtsein dann sehr groß, wenn man Krankheiten so gut wie möglich verhindert. Dieser Präventionsgedanke ist auch die Grundlage der ayurvedischen Lehre, die mich vor über 20 Jahren auf diesen Pfad gebracht hat.

Wer mehr über Salutogenese wissen möchte, findet hier einen informativen Artikel und ein Video von Dr Gerald Hüther.

 

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Gegen den Blues

Puhh, das drückt aufs Gemüt. Wenn die Leitplanken des Lebens aufweichen, die gefühlten „Sicherheiten“ sich alles andere als sicher erweisen, das Vertrauen in Institutionen implodiert, Freundschaften Risse bekommen und man den sehnlichen Wunsch verspürt, das ganze möge bitte bald vorbei sein.

Alles, was den Geist zum schwingen bringt und unsere Lebensfreude nährt, ist derzeit verboten: Sport in der Gemeinschaft, Kino und Konzert, der gemütliche Abend im Gasthaus mit Freunden, Nähe und soziales Leben, und so vieles mehr. Also müssen wir andere Strategien zuhilfe nehmen, um gut durch diese Zeit zu kommen. Techniken, um die psychische Resilienz zu erhöhen sind z.B. Mediation, Yoga, TaiChi oder Achtsamkeitsübungen, Sport im Freien bzw. jede Form, sich so oft wie möglich mit der Natur zu verbinden. Aber auch die Strukturierung des Tages, digital fasting, weg von Internet und TV, dafür ein gutes Buch lesen oder Hobbies nachgehen.
Und für viele gilt: Zeit in der Küche verbringen mit der phantasievollen Kreation von leckeren Speisen hebt die Stimmung, ganz besonders wenn man die „mmmmmmhhh-lecker“ Kommentare der Mitesser zu hören bekommt.
Diese Anbindung an sich selber, seine Intuition und seine Empfindungen, das präsent und wahrhaftig sein, erzeugt eine innere Kongruenz, die wohltuend beruhigt und stabilisiert. 

 

Good Food – Happy Mood

Den wenigsten ist bewußt, wie sehr die Nahrung Einfluß nicht nur auf die physische Gesundheit hat, sondern auch auf unser Gehirn und unsere Lebensfreude. Und dass es spezielle Nahrungsmittel und Speisen gibt, die uns aktiv gute Laune machen können. Die Erkenntnisse dazu sind tatsächlich noch garnicht so lange erforscht. Heute weiß man jedoch, dass ein gesunder Darm die Glückshormone im Gehirn aktivieren kann. Gleichzeitig weiß man, dass Nahrungsmittel, die Übergewicht, Diabetes, Gluten- und Laktoseintoleranz begünstigen, die Lebensfreude in den Keller fahren. Deshalb sitzt eine Antwort für unser seelisches Wohlbefinden auch im Bauch, denn das Essen bestimmt, wie wir uns fühlen. In der derzeit so fremdbestimmten Situation können wir mit einfachen Küchetools selbstbestimmt einen kleinen (oder großen) Lichtblick in unser Leben bringen.

 

Das Mikrobiom

Entscheidend dafür ist eine gesunde und vielfältige Darmflora. Je mehr »gute« Mikroben im Darm angesiedelt sind, desto besser ist die Stimmung. Ein gesundes Mikrobiom entsteht durch überwiegend frische und faserreiche Pflanzenkost in Bioqualität. Zur richtigen Zeit in der richtigen Menge gegessen, verhindern hochwertige Nahrungsmittel nicht nur Giftstoffe im Körper, auch das gedankliche Gift wird stark reduziert. Zuckerhaltige, stark verarbeitete Industrieprodukte, schlechte Fette und Softdrinks erhöhen dagegen das Risiko von Entzündungen in Darm und Gehirn, was zu starker Beeinträchtigung der Stimmung führen kann.
Einen tieferen Einblick in die Verbindung Mikrobiom und Lebensfreude findet man in diesem Artikel des amerikanischen Ayurvedarztes Dr. John Douillard (engl.).

Im folgenden eine kleine Auflistung, wie Nahrungsmitteln die Stimmung beeinflussen:

Glücksbringer

  • Gemüse: Rote Bete, grünes Blattgemüse wie Mangold, Grünkohl und Spinat, Stangensellerie, Sauerkraut
  • Hülsenfrüchte. besonders Kichererbsen
  • Omega-3-Fettsäuren (Leinsamen, Hanfsamen, Chiasamen, Lachs, Makrele, Forelle, Sardinen, Algen)
  • Beeren
  • Hafer, Vollkornprodukte
  • hochwertige Milchprodukte
  • kaltgepresstes Olivenöl, Leinöl, Hanföl, Walnussöl
  • Paranüsse, Walnüsse, Kürbiskerne
  • die Gewürze Safran, Zimt, Kurkuma, Ingwer, Pfeffer
  • roher Honig
  • Bitterschokolade, Kakao
  • mediterrane Kost
  • Melissentee, Lavendeltee, Rosenblütentee
  • Johanniskraut, Süßholzwurzel

Glücksdiebe

  • Zucker
  • süßes Gebäck
  • Weizen
  • Weißmehl, Weißbrot, weißer Reis, weiße Pasta
  • minderwertige Milchprodukte
  • Lebensmittel mit chemischer Belastung (Pestizide etc.)
  • synthetische Zusätze (Aroma, Farbe, E-Nummern)
  • raffinierte Öle, Palmöl, Transfette
  • frittiertes Essen
  • rotes Fleisch
  • verarbeitete Fertiggerichte, Junkfood
  • aufgewärmtes Essen
  • Essen aus der Mikrowelle
  • zu viel Alkohol
Tryptophan, die Vorstufe zum Glück

Lebensmittel mit einem signifikanten Anteil an Tryptophan aktivieren im Gehirn die Bildung des »Glückshormons« Serotonin. Dazu gehören z. B. Kürbiskerne, Nüsse, Hafer, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Fisch und Käse.

 

Gute Laune mit Vitamin D

Vitamin D ist als Hormonvorstufe ein wichtiger Helfer bei der Umwandlung von Tryptophan in Serotonin. Der Körper bildet es selbst, wenn er über die Haut genug Sonne aufnehmen kann. Im Winter ist das nicht ausreichend möglich. Deshalb kann es nicht schaden, unser Vitamin D Depot ab und an mit Hilfe hochwertiger Nahrungsergänzungsmittel aufzufüllen. Das macht man am besten mit dem Arzt / der Ärztin seines Vertrauens.
Es gibt inzwischen sehr viel Literatur und Artikel zum Thema Vitamin D, durchaus auch kontrovers. Doch es verdichtet sich die Erkenntnis, dass Vitamin D deutliche Vorteile hat auf sehr vielen Ebenen unseres Organismus. Im Kontext mit der Covid-Erkrankung gibt es Hinweise darauf, dass eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung häufiger mit schweren Corona-Verläufen in Zusammenhang gebracht werden kann. Dies möglicherweise im Kontext mit den Vorerkrankungen der Patienten. Das englische Gesundheitsministerium hat immerhin prophylaktisch vor dem Winter seine Bürger mit kostenlosen Vit.D-Rationen unterstützt.

 

Fazit

Es ist durchaus möglich, dass wir noch eine unbestimmte weitere Zeit (oder immer wieder) auf unsere eigene Küchenapotheke für Körper und Geist zurückgreifen müssen. Wir haben ein starkes Werkzeug in der Hand, wenn wir so oft wie möglich frisch und mit hochwertigen Zutaten kochen. Und so selten wie möglich auf aufgewärmtes Essen und Fertigessen aus der Dose oder Tiefkühltruhe zurückgreifen. Dies garantiert glückliche Darmbakterien für einen glücklichen Geist. Für die ganze Familie.

 

Weiterführender Link

Der Wiener Psychotherapeut Raphael Bonelli gibt seit fast einem Jahr wertvolle Tipps, um gut durch die Corona-Krise zu kommen. Dieses aktuelle Video befasst sich mit 5 Auswegen aus der Depression.

 

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Die Kraft der Prävention

Wie wollen wir leben auf einem gesunden Weg ins hohe Alter? Diese Frage beschäftigt viele und das seit tausenden von Jahren. Nun steht sie wie ein Brennglas im Raum und wir sind mehr oder weniger gezwungen, uns damit auseinander zu setzen. Ein besonders tückisches Virus konfrontiert uns mit unbeantworteten Gesundheitsfragen, aber auch mit Themen wie Vorsorge, Freiheit und Angst.

In diesem Spannungsfeld sind mir in den letzten Monaten immer wieder die Begriffe Keimtheorie (germ theory) und Terraintheorie (terrain theory) begegnet.

 

Die Keimtheorie

Sie wurde von Louis Pasteur aufgestellt und besagt, dass man in der Regel dann erkrankt, wenn man einem Infektionserreger (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) ausgesetzt ist. In der Folge wird alles getan, um den Erreger mit medizinischer Intervention zu „eliminieren“, sei es durch Medikamente, Antibiotika oder Impfungen. In der Regel verspricht dieser Weg einen relativ schnellen Erfolg, wenn geeignete Mittel zur Bekämpfung der Krankheit vorhanden sind. Wenn das nicht geht wie in der aktuellen Pandemie, kommen hygienische Maßnahmen, Kontaktvermeidung und Maskentragen zum Einsatz.

 

Die Terraintheorie

Diese Theorie sieht das Krankheitsgeschehen ganzheitlicher. Sie wurde von Antoine Bechamp entwickelt und besagt, dass unser Gesundheitszustand durch die innere Umgebung (Terrain) unseres Körpers bestimmt wird, man kann es auch als inneres Milieu bezeichnen.
Diese Theorie wird duch die Erforschung des Mikrobioms in den letzten 20 Jahren untermauert. Ein Körper mit einem gesunden Mikrobiom oder Darmmilieu leistet einem Erreger ordentlich Widerstand und kann ihn evtl. selber „entsorgen“. Auch hier können Krankheitssymptome auftreten, die Verläufe sind aber sehr mild.

 

Welche Theorie ist nun die „richtige“?

Die 2 Ansätze werden gerne mit dem Beispiel eines Fisches visualisiert. Annahme: Der Fisch ist krank. In der Terraintheorie würde man sagen: reinige das Wasserbecken (clean the tank), in dem der Fisch schwimmt. In der Keimtheorie würde man dan Fisch isolieren, behandeln und evtl. impfen (isolate or vaccinate the fish). Das schmutzige Wasser würde im Becken bleiben.

fisch im glas

In den Diskussionen, die ich zu den Theorien gelesen habe, scheinen sich die 2 Lager dogmatisch gegenüberzustehen.

Die Keimtheoretiker glauben, das Milieu hat keinen Einfluss auf Krankheiten. Ein Erreger wird mit chemischer Intervention unschädlich gemacht und der Patient gesundet. Problem gelöst. Man muss nichts ändern, die Verantwortung wird an externe Faktoren abgegeben.
Wenn wir die Sichtweise darauf reduzieren, laufen wir Gefahr, dass wir in immer kürzeren Zeiträumen eine Infektionskrankheit nach der anderen mit immer neuen Keimen bekämpfen und uns niemals auf die Ursachen einlassen. Dazu müssten wir tiefer schauen, in die Themen Umweltschutz, gesunde Böden und artgerechte Tierhaltung. Und natürlich in die Lebens- und Ernährungsweise der Menschen. Es gibt keinen Erreger, der Diabetes oder Fettleibigkeit, Sucht und Depression verursacht. Aber jeder Erreger oder Virus findet im Umfeld eines trüben Wasserbeckens (Übergewicht, Diabetes, reduzierte Immunkraft, geschwächte Lungen durch Umwelt und Rauchen, etc.) ein fruchtbares Feld, um sich auszubreiten und Schaden anzurichten.

Die Terraintheoretiker haben in einer infektösen Erkrankung die Zeit gegen sich. Um ein ungesundes Mikrobiom in ein gutes Milieu zu verwandeln, bedarf es meist einer Umstellung zu guter Ernährung, regelmäßiger Bewegung, ausreichendem Schlaf, geringer Traumabelastung, stressfreiem Lebensstil. Das geht nicht von heute auf morgen, es kann Wochen, Monate oder länger dauern, bis die Maßnahmen zur „Reinigung des Beckens“ umgesetzt sind. Und es erfordert einiges an aktiver Mitarbeit.
Für manche sind es große Hürden,
schlechte Gewohnheiten aufzugeben, Gewicht zu reduzieren, Änderungen des Lebensstils vorzunehmen und chronischen Stress abzubauen. Es bedeutet auch, selber Verantwortung zu übernehmen für die Stärkung des Immunsystems. Die Nahrungsmittel-Industrie ist dabei übrigens kein Verbündeter. Die überdrehte Freizeitindustrie auch nicht. Helfen können Menschen, die sich damit auskennen, anfangen könnte man mit den Weisheiten der Großmütter. Oder alten Heiltraditionen wie Ayurveda und TCM.

 

Beide Theorien haben unterschiedliche Funktionen

Sie können sich ergänzen und gemeinsam den Menschen auf seinem Gesundheitsweg unterstützen. Sie werden je nach Kontext eingesetzt. Ein akut bedrohliches Virus ist mit der Terraintheorie schwerer zu bekämpfen. Hier würde man je nach Erkrankung eine keimtheoretische Behandlung wählen, sogar dann, wenn das Milieu kurzfrisitg weiter geschädigt werden könnte (z.B. längere Antibiotika-Behandlungen). Aber: In dieser Theorie ist der Keim ein „Feind“, dem man den Kampf ansagen muss. Bei vielen Menschen entsteht dadurch Angst, was das Immunsystem und die Heilungschancen mindert.

Auf der anderen Seite kann man klar erkennen: das Milieu beeinflusst die Wahrscheinlichkeit, Schwere und Dauer einer Infektion. Das Zauberwort heißt  Prävention, was der Terraintheorie entspricht. Es ist nie zu spät, damit zu beginnen. Es ist auch der Weg der ayurvedischen Weisen. Die ersten Kapitel ihrer umfangreichen Schriften waren den Themen Lebensstil und Ernährung gewidmet. „Clean the tank“ ist die Devise. Dies wiederum nimmt die Angst vor schwerer Krankheit und ermöglicht ein langes und gesundes Leben.

 

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Ayurvedische Sicht auf Epidemien

Die Wissenschaften der letzten Jahrzehnte bestätigen immer wieder alte, traditionelle Heillehren. Ein Paradies für uns Ayurvedis oder die Vertreter der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die Erforschung des Mikrobioms und die Chronobiologie (Medizin-Nobelpreis 2017) sind beste Beispiele.
Nun gibt es in den über 2000 Jahe alten Texten der Ayurvedis – man hören und staune – ein Kapitel über Epidemien (1). Wie sie entstehen, sich manifestieren und was man dagegen tun kann. Man kannte damals Krankheiten, die eine ganze Region oder ein ganzes Land betreffen und zerstören können (heute Epidemien). Das Kapitel schildert einen Dialog zwischen dem Meister Atreya und seinem Schüler Agnivesa. Über die Aktualität der Aussagen war ich bei jedem Satz ein ums andere Mal verblüfft.

 

Die Charakteristik von Epidemien

Agnivesa fragt: Wie kommt es, dass Menschen mit unterschiedlicher Vitalität, Lebensweise, Ernährung, geistiger Fähigkeiten und Alter gleichzeitig von derselben epidemischen Krankheit betroffen werden können?“

Atreya antwortet: „Agnivesha! Obwohl die physische Konstitution des Menschen unterschiedlich sein kann, gibt es externe Faktoren, die allen Individuen gemeinsam sind: Luft, Wasser, Erde/Boden und Jahreszeiten (sanskrit: Vayu, Jala, Desha und Kala). Eine abnormale Veränderung bzw. Verschmutzung dieser Naturelemente führt zu ökologischen Ungleichgewichten und daraus resultierenden zerstörerischen Krankheiten“.

Atreya beschreibt im weiteren Verlauf, wie sich die unheilvollen Veränderungen zeigen:

  • Die Luftverschmutzung wird bestimmt von einer Häufung von Windstille oder übermäßigen Stürmen, Wirbelstürmen und Zyklonen. Hitzeperioden und Kälteeinbrüche sind ein weiterer Faktor, ebenso das Vorhandensein von ungesundem Geruch, Gasen, Sand, Asche und Rauch.
  • Eine Wasserverschmutzung erkennt man an abnormalem Geruch, Farbe und Geschmack, einer bestimmten Klebrigkeit und daran, dass es keine Wasservögel sowie kaum Fische gibt und andere Tiere das Wasser nicht trinken würden.
  • Die Verschmutzung des Bodens definiert er mit abnormaler Farbe, Geruch und Geschmack, ungewöhnlicher Klebrigkeit, einer übermäßigen Anzahl u.a. von Schlangen, Mücken, Fliegen, Ratten, Geiern und Schakalen sowie Unkraut und Kriechpflanzen. Ausgelaugte und ausgetrocknete Böden sind weitere Merkmale. Die Ernten bleiben aus bzw. werden von Schädlingen vernichtet. Unwetter, Überschwemmungen, Erdbeben und Naturkatastrophen treten gehäuft auf. Ebenso wird die Rauchentwicklung am Boden erwähnt.
  • Ungünstige Änderungen in den Jahreszeiten zeigen sich, wenn ihr Verlauf zu früh oder spät einsetzt oder es für die Jahreszeit zu kalt oder zu heiß ist. Veränderung der Planeten und der Sonne, die sich kupferrot oder sehr weiß färbt, dauerhaft trübe, wie von Wolken verhangen ist, werden ebenfalls beschrieben.

 

Die Ursache von Epidemien

Dann fragt Agnivesa Atreya: „Meister! Was ist die Hauptursache für das Ungleichgewicht und die Verschmutzung, die ein Faktor für zerstörerische Epidemien sind?“

Atreyas Antwort: „Die Hauptursache für eine Epidemie ist Ungerechtigkeit. Wenn z,B. die Herrscher von Staaten, Städten und Gemeinschaften nicht mehr dem rechtschaffenen Weg folgen und ihre Untergebenen ungerecht behandeln, tragen diese einfachen Menschen aus Dörfern und Städten und die Kaufleute dieses unrede Verhalten weiter. Wenn Gerechtigkeit und Tugend verschwinden, hat die Ungerechtigkeit die Oberhand und die Götter verlassen diesen Ort. An diesen Plätzen verändern sich die Jahreszeiten, z.B. es regnet nicht zur richtigen Zeit, gar nicht oder es gibt abnormale Niederschläge, Der Wind weht nicht richtig, die Böden sind beeinträchtigt, die Wasserreservoirs trocknen aus. In diesem Prozess verlieren Kräuter ihre Wirksamkeit und sterben ab, Lebensmittel verlieren ihren Nährwert, die Trinkquellen sind beeinträchtigt. Daraus folgen Epidemien aufgrund verschmutzter Umwelt und Lebensmittel.

Ebenso ist Ungerechtigkeit eine Ursache für die Zerstörung von Gemeinschaft und sozialem Leben durch Krieg. Aufgrund von zunehmender Gier, Wut, Anhaftung und Ego, greifen sich Menschen in Tötungsabsicht gegenseitig an. Sie können den Feind angreifen oder von ihm angegriffen werden, weil sie als schwach angesehen werden.

 

Atreyas Antwort bezieht sich hier auf die Begriffe von Dharma und Adharma. Dharma wird mit Ethik, Recht, Gerechtigkeit, Tugend, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit oder Religion übersetzt. Adharma ist das genaue Gegenteil, das in falsches Verhalten, falsche Lebensführung, falsches Vorbild, Beleidigung des eigenen Intellekts (sanskrit: prajnaparadha) und letztlich immer in die Krise führt. Ein unreines Herz oder ein Mangel an Tugend  stört die subtilen Rhythmen der Natur, von denen unser Leben abhängt.

Aus diesem Kontext lässt sich schließen, dass die Immunkraft aufgrund der beschriebenen materiellen und psychischen Faktoren abnimmt und der Körper anfällig wird für verschiedene Infektionen. Die Probleme der Menschen beeinträchtigen in Folge auch die Tier- und Pflanzenwelt und vermindern die Lebensenergie so stark, dass die Abwehrmechanismen nicht mehr ausreichen, um Epidemien zu verhindern.
Das einzige Mittel, um eine Pest zu bekämpfen, ist allgemeiner Anstand. Albert Camus, The Plague, 1947
 

Vorbeugung und Hilfreiche Maßnahmen bei Epidemien

Atreya erklärt Agnisesha: Deshalb, O! Agnivesha, sollt ihr medizinische Kräuter sammeln, bevor die Böden zerstört sind und ihre Fruchtbarkeit verlieren, was zu Beeinträchtigungen des Geschmacks, der Potenz, der transformatorischen Wirkung und der spezifischen Heileigenschaften führt. Wir werden mit diesen potenten Kräutern epidemische Krankheiten lindern, vorausgesetzt, die Kräuter werden rechtzeitig gesammelt, verarbeitet, konserviert und ordnungsgemäß verabreicht“.

Zusätzliche ayurvedische Heilmethoden sieht Atreya als Rezept für das, was er „das Management und den Schutz des Lebens in einer Zeit der Epidemie“ nannte. Auf der körperlichen Ebene ist das z.B. die Reinigungskur Panchakarma und die Behandlung mit stärkenden Elixieren (Rasayanas) aus den rechtzeitig gesammelten Heilpflanzen. Ebenso ein Lebem in Ruhe, Harmonie und im Rhythmus der Natur (Tages- und Jahreszeiten), der Aufenthalt an friedlichen Orten und das Wohnen in einem gesunden Zuhause.

Auf der mentalen Ebene wird ein tugendhaftes Leben empfohlen. Die Wirkung von Wahrhaftigkeit, Mitgefühl für Lebewesen, Respekt vor der Natur, Wohltätigkeit, religiöse Praxis oder Mantrasingen werden als sehr effektiv angesehen. Ebenso die Gemeinschaft und der Austausch mit Älteren, Gebildeten und Weisen, die sich durch Selbstbeherrschung, Glauben und einen reinen Geist auszeichnen.

 

Conclusio

Dieser Text ist ein Spiegel für die Themen unserer Zeit. Wir finden Hinweise zu Klimaveränderung, der Auswirkung von Luftverschmutzung durch Industrie, Brandrodung und Waldbrände (die rote Sonne im rauchverhangenen Himmel), Dürren, Überschwemmungen, der Minderung der Nahrungsmittel- und Wasserqualität, usw.. Zahlreiche Wissenschaftler haben in den letzten Monaten immer wieder auf die Verknüpfung von Klima und Epidemien hingewiesen. Der österreichische Gesundheitsökologe Clemens Arvay hat ein lesenswertes Buch „Wir können es besser“ dazu veröffentlicht. Lösen wir das Klimaproblem, werden wir alle gesünder leben, das ist auch meine persönliche Überzeugung.

Ebenso finden wir im Text Hinweise zu Folgen von korrupten Eliten und Machthabern (der Fisch stinkt vom Kopf), der Schere zwischen arm und reich, dem Verlust von sozialer Gerechtigkeit, der Spaltung der Gesellschaft, usw.. Verbleiben wir in diesem Adharma-Zustand, werden wir in einer permanenten Krise leben mit all den bekannten gesundheitlichen, mentalen und sozialen Folgen und ab und an in einem epidemischen/pandemischen Ausnahmezustand.

Doch wir können kraftvoll gegensteuern. Ein authentisches und aufrichtiges Leben führen, auf die Gesundheit achten, Menschen und Flüchtlingen in Not helfen, geeignete Charaktere in Führungspositionen wählen und vieles mehr.
Dies kreiert eine heilsame Energie, die das eigene Umfeld und weit darüber hinaus tausende von Menschen indirekt positiv beeinflussen kann. Gutes Essen, Meditation, Yoga, Atemübungen, Entspannung, soziales Engagement sind z.B. perfekte Werkzeuge auf diesem Weg. 

 

Quellen: (1) Janapadodhwansaniyam / Charaka Samhita, Vimana stahna, Ch.3

Weitere Links: sehenswertes Video von Dr. John Douillard zu Ayurveda und Epidemien

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Das Immunsystem „hochfahren“

Langsam und vorsichtig beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Wir dürfen das homeoffice verlassen, uns mit der erweiterten Familie und Freunden treffen, ins Restaurant gehen und im Park Yoga machen. Wer noch Lust und Geld zum Shoppen hat kann auch das fast uneingeschänkt wieder tun. Was fehlt ist die frühlingshafte Leichtigkeit, die uns in diesen Wochen normalerweise auf allen Ebenen aufleben lässt.

Für die meisten von uns stellt sich nach den Lockdown-Einschränkungen nun die Frage, wie wir nach den Lockerungen „weiter machen“. Was wir ändern (oder auch beibehalten) möchten im Leben. Und vor allem wie wir sichergehen, dass wir gesund bleiben und dem Virus angstfrei begegnen können.

 

Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen

Es gibt eine Antwort, die uns sehr viel Macht gibt, aber auch unsere volle Eigenverantwortung einfordert. Wir bestimmen überwiegend selber, wie stark unser Immunystem Eindringlinge abwehren kann. Wie leicht oder schwer wir auf allfällige Gesundheitsrisiken reagieren. Vielen ist garnicht bewußt, wie viel Selbstheilungskräfte in uns stecken, wieviele Krankheiten wir eh permanent abwehren, wenn unser Immunsystem seinen Job machen kann. Die stärksten Unterstützer sind dabei Ernährung, Lebensstil, Bewegung, Schlaf und Gelassenheit.

Heute (Mitte Mai) sind wir in der Situation, dass wir gleichzeitig viel und wenig über Coronaviren wissen. Die Wissenschaftler und Mediziner sind sich über viele Dinge nicht ganz klar und vor allem nicht einig. Es wird noch dauern, bis alle Fakten gesammelt und ausgewertet sind. Ganz wird das nie gelingen, vieles wird in dem Datensalat verschwommen und kontrovers diskutierbar bleiben, damit werden wir leben müssen.

Aber das spielt keine Rolle für unseren ganz persönlichen Gesundheitsplan. In unserer direkt erlebbaren Wahrnehmung gibt es einen Virus und unsere Gesundheit. Damit diese zwei sich nicht negativ beeinflussen gibt es Empfehlungen, auf die wir uns relativ leicht verständigen können. Z.B. dass regelmäßiges Händewaschen eine gute Idee ist. Oder dass man zuhause bleiben sollte, wenn man sich fiebrig und geschwächt fühlt. Ein rücksichtsvolles Miteinander wird noch für eine längere Zeit einen gewissen Abstand zu anderen Menschen erfordern. Viele überbrücken diese räumliche Distanz mit Herzenswärme.

Mehr ist nicht zu tun. Wir können proaktiv handeln, uns ohne Angst stärken und schützen und damit auch für die Menschen um uns herum sorgen. Ich gehe davon aus, dass durch die Angst und Panik in vielen Hotspots eine kollektive Immunschwächung stattgefunden hat. Das gilt es für die Zukunft zu verhindern.

Gehen wir davon aus, dass Viren uns schon immer begleitet haben und das weiterhin werden, ist unser stärkster Gamechanger ein gesunder Körper. Das momentane Corona-Virus ist tückischer als andere, aber die meisten Menschen scheinen asymptomatisch oder mit eher leichteren Symptomen zu reagieren. Anders als die SARS-Epidemie 2002 traf das neue Coronavirus allerdings auf eine Bevölkerung, die sich in den letzten 10-15 Jahren wesentlich ungesünder ernährt und kräftemäßig am Anschlag gelebt hat. Es ist durchaus möglich, dass dieses Virus uns vor 15 Jahren weit weniger belastet hätte.

 

Die Grenzen des Public Health

Wie und wo das öffentliche Gesundheitswesens an seine Grenzen stößt haben wir schmerzlich erlebt. Und wir zählen in Deutschland und Österreich zu den Glücklicheren, wofür ich sehr dankbar bin. In diesem Konstrukt sind wir eher machtlos und die angebotenen Lösungen beschränken sich auf Medikamente und Impfstoffe, die dem Spuk ein Ende bereiten sollen. So optimistisch ich beim ersteren bin, so unwahrscheinlich erscheint mir eine schnelle Lösung durch einen verantwortungsvoll ausgetesteten Impfstoff. Nicht zuletzt deshalb schreibe ich dieses Plädoyer für die Stärkung des Immunsystems in Eigenregie, denn das ist relativ einfach zu bewerkstelligen.

Von den Gesundheitsministern werden leider keine Informationen geteilt zur Stärkung des Immunsystems. Dass da mal einer sagen würde, dass gute Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf gesund hält?
Aber dann denke ich, wenn Politkern unsere Gesundheit wirklich ein Anliegen wäre, wenn „Leben retten“ Priorität hätte, dann gäbe es gut bezahlte Pflegekräfte, kein Glyphosat auf den Feldern, elende Bedingungen in der Massentierhaltung oder völlig überzuckerte Kinderlebensmittel. Die nährstoffreie und pestizid-belasteten Lebensmittel in den Supermärkten kann man auch legalisierte Vergiftung nennen. Dafür hätten wir Lebensmittelampeln, aufklärende Hinweise auf den Verpackungen von besonders krankmachendem Junkfood, Kampagnen für präventive Gesundheitsmaßnahmen, Ernährungslehre in der Schule, frisches und gesundes Essen in Kantinen und jetzt komme ich vom Thema ab… ;-).

 

Erfolgreich das Immunsystem stärken

Dies sind die wichtigsten immunstärkenden Tipps, als Spickzettel für die nächste Pressekonfernez unserer Gesundheitsminister.

 

1. Sich viel in der Natur bewegen

Der Frühling mit seinen vielen sonnigen Tagen ist wie von Gott gesandt, als Hilfe in dieser angespannten Zeit. Wir können frische Luft tanken, spazieren oder wandern gehen, Rad fahren, an einem Fluss oder See sitzen, je nachdem wo man zuhause ist. Bewegen wir uns im Wald, können wir die beruhigende und heilende Kraft der Bäume einatmen. Heute nennt man das „Waldbaden“ und die Terpene als Botenstoffe zwischen den Bäumen werden in vielen Publikationen gepriesen.

Wer gerne Ausdauersportarten und High intensity Training mit hohem Muskeleinsatz betreibt, schüttet sog. Myokine aus, das sind Muskelhormone, die sich sehr positiv auf die Immunregulation auswirken.

 

2. Die Ernährung optimieren

Die Verdauung ist der wichtigste Schlüssel für die Gesundheit. Läuft sie rund, dann ist in der Regel das Mikrobiom im Darm variantenreich und ein Powerhouse für den Stoffwechsel und die Aufnahme von Nährstoffen. Hier kann man mit einer gesunden Ernährung immens viel erreichen. Ein starkes Verdauungssystem ist gleichbedeutend mit einem starken Immunsystem.
Das Mikrobiom wird übrigens vom Virom in unserem Körper beeinflusst. Viren sind permanente Bewohner in unserem Körper, man vergisst das in der ganzen Diskussion gerne mal. Ihre Informationen ermöglichen unsere Evolution. Würden Viren und Bakterien nicht ständig unser Abwehrsystem aktiv halten, wäre es bald aus mit der Immunkraft. Wenn wir zuviel desinfizieren übrigens auch.

Die wichtigsten Ernährungstipps:

  • Hochwertige Bio-Lebensmittel einkaufen, vor allem frisches Obst und Gemüse der Saison
  • Frisch und unkompliziert kochen
  • Pflanzenbasierte Nahrung bevorzugen
  • Hochwertige Gewürze und Kräuter verwenden
  • zur richtigen Zeit die richtige Menge essen, ideal ist ein kleines Frühstück, großes Mittagessen, kleines und frühes Abendessen
  • Mit Ruhe und Aufmerksamkeit essen
  • Auf Zwischenmahlzeiten verzichten
  • Zwischen den Mahlzeiten ausreichend Zeit lassen für die Verdauung, je nach individueller Verdauungskraft ca. 3-5 Stunden
  • Weizen, Zucker und Milchprodukte aus Massentierhaltung vermeiden
  • Convenient Food vermeiden
  • Die Essensmenge der Verdauungkraft anpassen, meist heißt das weniger essen
  • Heißes Wasser, Ingwer- oder Zitronenwasser, Kräutertees trinken, am besten schluckweise über den Tag verteilt
 
3. Fastentage einplanen

In der ersten Phase des Lockdowns habe ich vom Fasten abgeraten, weil es unter Stress den Körper eher destabilisiert. Inzwischen wäre die Zeit reif für ein mildes Detox- oder Fastenprogramm. Keine Extremkuren, eher Bodenständiges: z.B. einen oder mehrere Tage pro Woche oder zwei mal im Monat nur Gemüsesuppen, kleine Mengen gedämpftes Gemüse, etwas Obst essen. Dazu sind derzeit Kohlrabi, Spargel, Radieschen, Brokkoli, Karotten, Stangensellerie, Frühkraut, Rucola, Asiensalate, Mangold und Spinat perfekt. Ebenso heimische Wildpflanzen, die gerade überall wachsen: Bärlauch, Brennessel, Löwenzahn, Sauerampfer, Gänseblümchen, Thymian, Salbei, Petersilie oder Holunder.
Eine Auswahl an Fastentags-Rezepten: Kitchari, Mungbohnensuppe, Reissuppe, gedämpftes Gemüse, Sellerie-Shot

 

4. Immunstärkende Supplemente ergänzen

Vitamin C, Vitamin D und Zink sind die bekanntesten immunstärkenden Mikronährstoffe.

Vitamin C kann man durch optimale Ernährung generieren, dazu braucht es nicht literweise Orangensaft (zu viel Zucker), ein Weißkrautgericht oder Weißkrautsaft sind viel stärkere Vitamin-C-Booster. Auch Brokkoli, Sellerie, Spinat, Zitrusfrüchte, Sandorn, Beeren und Acerola gehören zu den idealen Lieferanten.

Vitamin D ist ein Eckpfeiler des Immunsystems und bildet sich durch einen Aufenthalt in der Sonne, dabei sind Morgen- und Abendsonne meist nicht ausreichend. Ca 20-30 Minuten in der Mittagssonne ermöglichen eine gute Versorgung. Ist das nicht möglich, eignen sich Vitamin-D-Tropfen.

Diese interessante Grafik veranschaulicht die milden Krankheitsverläufe von Covid-19-Patienten mit höheren Vitamin-D-Spiegeln.

 

Für Freunde des britischen Humors: Dr. John Campbell, ein Mediziner mit der beneidenswerten Gabe, komplexe medizinische Verbindungen für den Laien leicht verständlich auf den Punkt zu bringen, erklärt in diesem Video die Vorteile von Vitamin D für unser Immunsystem.

Zink kann man als Nahrungsergänzungsmittel einsetzten. Bei Vitamin D und Zink ist es wichtig, vorher mit einem Arzt oder Heilpraktiker seinen Status bestimmen zu lassen. Dann kann eine sinnvolle Dosierung eingestellt werden.

 

5. Mental entspannen

Unser Leben war für die meisten eindeutig zu schnell. Umso mehr erkennen wir jetzt den Sinn in der Entschleunigung. Durch Yoga, Meditation, Tai Chi/Qi Gong, in die Natur gehen, Pausen machen, ein Buch lesen, in der Hängematte schaukeln, Me-time einplanen und vieles mehr. Abwägen, was bringt oder hält mich in Balance, was fördert ein gesundes und glückliches Leben, das auch für mein Umfeld förderlich ist.

Besonders entspannend: Digital Fasting. Pausen von News und sozialen Medien sind immens wichtig für die mentale Gesundheit. In den letzten Wochen hat sich die Verwirrung und Unsicherheit von Wissenschaft, Medizin und Politik in äußerst polarisierenden News entladen. Eine Ernährung mit viel Vitalstoffen macht den Geist sehr klar, in der Yogasprache nennt man das sattvisch. Ein klarer Geist ist der beste Schutz gegen den Angstvirus. Mit dieser offenen inneren Haltung kann man Informationen wertfrei verarbeiten, trotzdem kritisch hinterfragen, und echte von gefakten news unterscheiden. Damit bleibt man entspannt und angstfrei. Das blame game, woher das Virus kommt und wer davon profitiert, ist nur fürs Ego und den Präsidenten wichtig, hat mit unserem Leben aber wenig zu tun.

 

6. Ausreichend schlafen

Klappt das mit der Entspannung dann ist auch der Schlaf tiefer und erholsamer. Geht man ca. 2 Stunden vor Mitternacht ins Bett, hat der Körper ausreichend Zeit zu regenerieren. Und sich nebenbei zu verjüngen, aufzuräumen, Falten zu glätten, die Emotionen des Tages zu verabeiten und vieles mehr. Es wird empfohlen, mindestens 30 Minuten bis 1 Stunde vor dem Schlafengehen Fernseher, Computer und Smartphone abzuschalten und dem Tag einen friedlichen Abschluss zu geben. Was immer das für jeden einzelnen ist.

 

 
7. Die Prioritäten im Leben feintunen

Wenn man den Studien zu den Lebensgeheimnissen der Hundertjährigen folgt, lernt man über Dharma (Sanskrit) oder ikigai (Japan), beides Synonyme für den Sinn des Lebens. Die Menschen in diesen Gesellschaften versuchen, ihrer inneren Stimme zu folgen, im Rhythmus mit der Natur und innerhalb ihrer persönlichen Glückszone zu leben. Die innere Kongruenz mit dem äußeren Tun ist eine sehr wichtige Komponente für Gesundheit.
Jetzt haben wir die Zeit, unser bisheriges Leben neu zu sortieren, wenn wir es möchten. Fragen dazu sind: Was tut mir gut, wo sind meine Talente, was liebe ich, womit nütze ich mir und meinen Mitmenschen gleichermaßen und kann ich damit meinen Lebensunterhalt bestreiten.

Positive Gedanken und Handlungen sowie live Kontakte mit anderen Menschen sorgen für ein mentales und seelisches Gleichgewicht. Wenn man in diesem inneren flow lebt, wird/bleibt das Immunsystem stark. Und es können schmerzliche Einschnitte, wie wir sie gerade erleben, leichter abgefedert werden, man wird resilient und nicht so schnell aus der Bahn geworfen. Das innere Glück ist virenfrei :-).