Die Stärken (und Schwächen) von Kokoswasser

Wer in Län­der nahe dem Äqua­tor reist, kennt das Bild von Kokos­nuss-Stän­den ent­lang den Stras­sen, die jeder Rei­sen­de irgend­wann auf­sucht, um sich einen küh­len­den, süß­li­chen und sehr lecke­ren Durst­lö­scher zu gön­nen. Ein Segen für die Men­schen in die­sen Län­dern, denen die Natur die­ses Eli­xier fast zum Null­ta­rif lie­fert. Kokos­was­ser wirkt zudem stär­kend und ist voll­be­packt mit Mine­ra­li­en, die man im schweiß­trei­ben­den Kli­ma nach­la­den kann. Und weil immer mehr Tou­ris­ten die­ses Getränk eben­falls lie­ben gelernt haben, wur­de irgend­wann das Kokos­was­ser extra­hiert und in Tetra­packs zu uns ver­schifft.

Nun gibt es einen sinn­vol­len Kon­text, in dem Kokos­was­ser sehr hilf­reich ist. In Asi­en trin­ken es die Men­schen am Vor­mit­tag bis zum frü­hen Nach­mit­tag, wenn die Hit­ze run­ter­brennt, spä­ter am Tag wäre denen das zu küh­lend. Obwohl sie ver­mut­lich nicht wis­sen, dass der Kör­per ab nach­mit­tags eh anfängt, sei­ne Tem­pe­ra­tur nach unten zu regu­lie­ren (was mit der schwä­cher wer­den­den Son­ne und unse­rem natür­li­chen Hor­mon­zy­klus zu tun hat), leben sie das nach Intui­ti­on und Tra­di­ti­on.
Asia­ten trin­ken auch nie mehr als eine Kokos­nuss, weil die küh­len­de Wir­kung so stark ist, dass sie ab der zwei­ten Por­ti­on auf der Stel­le einen Schnup­fen krie­gen wür­den. Außer­dem wirkt das Was­ser außer­or­dent­lich harn­trei­bend, für nicht-männ­li­che Asia­tin­nen (und weib­li­che Tou­ris­tin­nen) ein klei­nes Hin­der­niss ab und an… :-).

Die Kokos­nüs­se wer­den nur sel­ten in Kühl­schrän­ken gela­gert, man trinkt das Was­ser also auf „Raum„temperatur, was eine äußerst gro­ße Band­brei­te zuläßt, je nach­dem ob der Kokos­händ­ler sein Standl in der Son­ne oder unterm Baum geparkt hat. Trotz­dem fühlt sich das Kokos­was­ser immer sehr erfri­schend auf der Zun­ge und im Kör­per an.

Und was machen wir? Wir trin­ken das Was­ser, weil es ja inzwi­schen fächen­de­ckend im Han­del und hip­pen Cafes ange­prie­sen wird, in Men­gen und zu allen Tages­zei­ten, ger­ne auch mal abends nach dem gro­ßen Din­ner, wenn die küh­len­de Eigen­schaft die gan­ze Ver­dau­ungs­ma­schi­ne lahm­legt. Und zu allen Jah­res­zei­ten, also auch im Okto­ber oder im April auf der Cafe­ter­as­se, ein­ge­hüllt in eine Fleece­de­cke. Makes Sen­se? No… :-).
Unser Umgang mit Kokos­was­ser ist eines der Bei­spie­le von Trend­fol­lo­wing, das die Intui­ti­on und das eige­ne Kör­per­ge­fühl über­rum­pelt, weil das jetzt halt alle gut zu fin­den schei­nen. Und wer je ein gutes Kokos­was­ser im Ursprungs­land genies­sen durf­te, kommt mit dem Geschmack des Tetra­pack-Was­sers sowie­so nicht klar, was eher ein Glück ist.

Fazit: Kokos­was­ser im Hoch­som­mer und tags­über ist super. Weni­ger als 250 ml/Tag ist aus­rei­chend (man kann das gut stre­cken mit Säf­ten oder Was­ser). Extra Eis­wür­fel oder chil­ling cool ist nicht nötig, es sei denn der Magen brennt. Und: in Ver­bin­dung mit Mahl­zei­ten ist Kokos­was­ser über­haupt kei­ne gute Idee. Löscht umge­hend das so wich­ti­ge Ver­dau­ungs­feu­er.

 

Pho­to by Max Laku­tin on Uns­plash

Alles Käse?

Im letz­ten Jahr habe ich die Lie­be zu selbst gemach­tem Frisch­kä­se und Paneer ent­deckt und damit expe­ri­men­tiert, nach­dem ich Ide­en und Rezep­te dazu im Koch­buch der New Yor­ker Ayur­ve­da­kö­chin Divya Alter gele­sen habe.
Nun zählt Milch in Ver­bin­dung mit Zitro­nen zu den inkom­pa­ti­blen Kom­bi­na­tio­nen im Ayur­ve­da. Im Kolleg*innenkreis ist die Mei­nung dazu (je nach Aus­bil­dungs­tra­di­ti­on) nicht ein­stim­mig, zumal vie­le Ayur­ve­da-Koch­bü­cher die Her­stel­lung von Paneer beschrei­ben. Also habe ich auf der Rei­se in Indi­en jeden ver­füg­ba­ren Vaidya (Ayur­ve­daarzt) nach sei­ner Ein­schät­zung gefragt und sie­he da: auch hier waren die Ansich­ten nicht so klar wie erhofft.
Unterm Strich war die Mehr­heit der Ärz­te der Mei­nung, dass der Frisch­kä­se (bzw. Paneer) zwar kei­ne inkom­pa­ti­ble Kom­bi sei, dass er aber als täg­li­ches Nah­rungs­mit­tel kei­ne gute Idee ist, weil er — wie fast alle Käse- und Milch­pro­duk­te — schwer ver­dau­lich ist und in bestimm­ten Kon­di­tio­nen das Sys­tem belas­ten kann.

 

Vorteile von Frischkäse

Die Vor­tei­le von selbst­ge­mach­tem Frisch­kä­se aus Roh­milch sind der hohe Anteil an Pro­te­in, Kal­zi­um, B‑Vitaminen und Ome­ga Fett­säu­ren. Dar­um eig­net sich der Käse für Vege­ta­ri­er so gut. Auch für Men­schen, die ger­ne etwas Gewicht zule­gen möch­ten bzw. sich ein biss­chen zu luf­tig oder hit­zig füh­len.
Frisch­kä­se ist auf­grund der Inhaltsst­stof­fe sehr näh­rend und gibt Kraft, Ener­gie und Vita­li­tät. Er stärkt Kno­chen, Zäh­ne und das Immun­sys­tem.
Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass der Käse ohne Lab, Bak­te­ri­en oder Enzy­me her­ge­stellt wird und nicht lan­ge reift, was klas­si­chen Käse här­ter und schwe­rer ver­dau­lich macht, aber natür­lich auch wür­zi­ger. Frisch­kä­se bleibt im Geschmack eher süß­lich-neu­tral und braucht etwas Pep von außen über Gewür­ze.
Er ist nur ein paar Tage halt­bar und wird ver­zehrt, bevor die Pro­te­in­mo­le­kü­le aus­här­ten kön­nen, somit belas­tet er das Ver­dau­ungs­sys­tem nicht all­zu sehr.
Um ihn noch leich­ter ver­dau­lich zu machen, gibt man Gewür­ze dazu, z.B. Kräu­ter­salz, Pfef­fer, Kräu­ter­mi­schun­gen, Medi­te­ra­ne Gewür­ze, Za’a­tar, Ing­wer oder auch ein Cur­ry­pul­ver, ganz nach Belie­ben. Die bes­te Tages­zeit zum Ver­zehr von Käse ist der spä­te Vor­mit­tag bis frü­he Nach­mit­tag.

Das alles gilt nur, wenn der Käse aus bes­ter Milch zube­rei­tet und frisch in der rich­ti­gen Tages­zeit und Mege geges­sen wird.

 

Nachteile von Frischkäse

Unge­eig­net ist Frisch­kä­se für Men­schen, die abneh­men möch­ten, die an Ver­dau­ungs­stö­run­gen lei­den und über­säu­ert sind. Bei Erkäl­tun­gen, Hus­ten, Asth­ma oder Sinu­si­tis soll­te man dar­auf ver­zich­ten, was in dem Fal­le aber für alle Milch­pro­duk­te gilt. Ist man ein eher erdi­ger, schwe­re­rer Typ, ist er eben­falls mit Vor­sicht zu genies­sen.
Unab­hän­gig davon wird die Kom­bi­na­ti­on mit Obst ver­mie­den, sie erzeugt Rück­stän­de, die schwer zu ver­dau­en sind und die Gewe­be eher schä­di­gen als repa­rie­ren.

 

Rezepte mit Frischkäse

Frisch­kä­se home­ma­de

Gol­de­ne Paneer­wür­fel

Kompromisse in der Ernährung

Eine gesun­de Ernäh­rung ver­läuft alles ande­re als line­ar. Mei­ne per­sön­li­chen Kom­pro­mis­se, die sehr sub­jek­tiv aus­ge­wählt sind, ori­en­tie­ren sich des­halb an 2 simp­len gui­de­li­nes:

  • so viel wie mög­lich Pra­na in den Mahl­zei­ten zu ermög­li­chen
  • so nahe wie mög­lich im Rhyth­mus der Natur zu leben und zu essen

Die fol­gen­den Kom­pro­mis­se funk­tio­nie­ren aus mei­ner Erfah­rung für die meis­ten von uns. Ich weiß, dass je nach Lebens­re­gi­on oder Fami­li­en­kon­text die Kom­pro­mis­se auch deut­lich wei­ter gefasst wer­den müs­sen. Und wenn etwas nicht mög­lich ist, kann man immer ver­su­chen, bei ande­ren Prin­zi­pen näher ans Opti­mum zu kom­men. Wir kön­nen außer­dem unse­rer Kör­per­in­tel­li­genz ver­trau­en, die ein gewis­ses Maß an nicht so opti­ma­len Nah­rungs­mit­teln wie­der aus dem Kör­per beför­dert.

 

#1: Hochwertige Lebensmittel kommen aus Bioanbau oder vom Bauern nebenan

Bio­le­bens­mit­tel sind bei uns in einer so benei­dens­wer­ten Dich­te erhält­lich, dass man nicht auf kon­ven­tio­nel­le Ware zurück­zu­grei­fen müss­te. Das Leben ist schliess­lich zu kurz, um es mit Pes­ti­zi­den zu belas­ten. Wenn der Bio­la­den mei­nes Ver­trau­ens etwas nicht auf Lager hat, geht’s eben zum Super­markt ins Bio-Regal mit etwas nied­ri­ge­ren Stan­dards.
Man­che fri­schen Lebens­mit­tel fin­det man auf dem Wochen­markt vom Klein­bau­ern, der evtl. nicht bio­ezer­ti­fi­ziert ist. Die­sen Kom­pro­miss, gehe ich ger­ne ein für Karot­ten, die frisch aus der Erde kom­men vs. Bio­ka­rot­ten, die aus Süd­ita­li­en (oder Gott bewah­re, aus Spa­ni­en) ange­lie­fert wer­den und schon eini­ges an Pra­na auf der Stre­cke gelas­sen haben.

Bei den Gemü­sen gibt es eine Grup­pe, die im Kör­per auf­grund der ent­hal­te­nen Alka­loi­de eher ent­zünd­lich wir­ken, die Nacht­schat­ten­ge­wäch­se (Kar­tof­feln, Toma­ten, Papri­ka, Auber­gi­nen). Man­che Enäh­rungs­schu­len eli­mi­nie­ren die­se Grup­pe kom­plett, ich beschrän­ke mich auf klei­ne Men­gen in der jewei­li­gen Sai­son.

Grö­ße­re Kom­pro­mis­se gehe ich bei Lebens­mit­teln ein, die sehr gesund sind, aber beim bes­ten Wil­len nicht bei uns wach­sen, z.B. fri­scher Ing­wer, die meis­ten Gewür­ze, duf­ten­der Bas­ma­ti­reis, pro­te­in­rei­ches Qui­noa, grü­ne Mung­boh­nen (abso­lu­tes Super­food), Kokos­milch und Kokos­öl und so eini­ges mehr.
Die Ent­schei­dungs­grund­la­ge für impor­tier­te Lebens­mit­tel ist der Gesund­heits­vor­teil. Gibt es kei­nen (aus ayur­ve­di­scher Sicht), las­se ich die Ware lie­gen. Dazu zählt z.B. Ana­nas, unrei­fe Man­gos aus Süd­ame­ri­ka, Schlan­gen­gur­ken aus Indi­en, Zucker­scho­ten aus Kenia uvm.. Es wächst genug Gemü­se und Obst bei uns, als ein­zi­ge Durst­stre­cke muss man die Zeit zwi­schen Febru­ar und März halb­wegs über­ste­hen, wenn die Lager­wa­re lang­sam die Kraft ver­liert.
Impor­tier­te Lebens­mit­tel die auch bei uns Jah­res­zei­ten haben, z.B. Äpfel aus Neu­see­land im Som­mer, Kür­bis aus Süd­ame­ri­ka im Früh­ling, Son­nen­blu­men­ker­ne oder Hir­se aus Chi­na ver­mei­de ich. Dazu muss man im Bio­la­den lei­der immer die Eti­ket­ten lesen.

 

#2: Frische Lebensmittel haben Saisons

Ein Höchst­mass an Nähr­stof­fen (und Pra­na) ist mir so wich­tig, dass ich mehr als die Hälf­te der Lebens­mit­tel frisch und somit sai­so­nal (und regio­nal) kau­fe. Das heißt, Toma­ten ver­wen­de ich nur im Som­mer, Kür­bis oder Grün­kohl  nur im Herbst/Winter, Spar­gel nur im Früh­ling usw.. Klingt selbst­ver­ständ­lich, die Rea­li­tät im Super­markt und in Restau­rants sieht anders aus. Das gan­ze Jahr über gibts Zuc­chi­ni, Papri­ka, Toma­ten, Kar­tof­feln, grü­nen Salat, Gur­ken, Äpfel…
Wenn ich in einem vege­ta­ri­schen Maga­zin Im Dezem­ber ein Rezept für Fen­chel­gra­tin sehe, ahne ich die Qua­li­fi­ka­ti­on der Redak­ti­on. Durch die stän­di­ge Ver­füg­bar­keit so vie­ler Lebens­mit­tel aus aller Welt ken­nen die jun­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen ver­mut­lich kei­ne Sai­son­zei­ten mehr. Kann ich nach­voll­zie­hen. Kommt auch bei sehr renom­mier­ten und hoch­de­ko­rier­ten Koch­buch­au­toren vor, z.B. ein Des­sert-Rezept aus Blut­oran­gen und Rha­bar­ber. Wie das tech­nisch (bzw. wo auf der Welt) mög­lich ist, habe ich bis­her nicht her­aus­ge­fun­den.
Mei­ne Lieb­lings-Koch­bü­cher: alle nach Sai­sons ein­ge­teilt. Macht das Koch­le­ben so ein­fach. Für mich die Köni­gin sai­so­na­ler und qua­li­ta­tiv hoch­wer­tigs­ter Koch­bü­cher: Katha­ri­na Sei­ser.

 

#3: Weizen, Milchprodukte und Zucker verzehrt man in Miniportionen

Der Stan­dard­wei­zen hat heu­te kaum noch Aro­ma oder Nähr­stof­fe, aber wir kön­nen leicht auf Din­kel- oder Kamut-Pro­duk­te aus­wei­chen. Vie­le Bio­bä­cker arbei­ten heu­te auch wie­der mit den alten Sor­ten Emmer und Ein­korn. Über­haupt sind gute Bäcker, die Bro­te wie frü­her backen, ein per­fek­ter Kom­pro­miss. Die Qua­li­tät und die tra­di­tio­nel­le Ver­ar­bei­tung machen das Brot sehr gut ver­träg­lich, beson­ders wenn es mit Sauer­teig her­ge­stellt wird. Ein paar­mal im Monat stei­ge ich auch auf ein glu­ten­frei­es Brot um. Ein­fach zur Abwechs­lung und um den Wei­zen­kon­sum zu mini­mie­ren.
Auf Rei­sen ist das alles eher müh­sam, man­gels guter Meh­le, guter Bäcker, alter Tra­di­tio­nen. Ein „ger­man bread” hat da schon mal Malz dabei, um das ursprüng­lich weiß­meh­li­ge Brot zu bräu­nen. Wirkt gesün­der ist aber natür­lich fake food. Da ist die Lösung nur, den Ver­brauch dras­tisch ein­zu­schrän­ken. Gehe ich aus­nahms­wei­se mal Ita­lie­nisch Essen, ver­mei­de ich meh­li­ges ein paar Tage davor oder danach.

Fri­sche Roh­milch (für mei­nen Chai und selbst­ge­mach­ten Frisch­kä­se) hole ich direkt beim Bau­ern. in Bio­lä­den oder Bio­super­märk­ten. Habe ich kei­ne Roh­milch­quel­le zur Ver­fü­gung, neh­me ich aus­nahms­wei­se pas­teu­ri­sier­te Deme­ter-Bio­milch bzw. erset­ze für den Chai die Milch mit Hafer­milch. Auf Milch aus der indus­tri­el­len Tier­hal­tung  ver­zich­te ich fast völ­lig, vor allem nach dem Film „Das Sys­tem Milch“. Die Poli­tik, der öko­no­mi­sche Irr­sinn und der Zynis­mus in der Indus­trie ist ein­fach krass, Da geht nur noch Milch vom regio­na­len Bio­bau­ern, der oft mit weni­gen glück­li­chen Kühen weit mehr Lebens­grund­la­ge erwirt­schaf­tet als tra­di­tio­nel­le Bau­ern mit 1000 Tie­ren im Mas­sen­stall.

Milch­pro­duk­te, sofern sie nicht aus bes­ter Quel­le oder selbst­ge­macht sind, ver­mei­de ich inzwi­schen so gut es geht, ganz vegan wer­de ich ver­mut­lich nicht mehr. Wegen dem Ghee, dem Chai und dem Honig ;-). Ver­mei­det man Milch, kommt man auch nicht in die Gefahr, die inkom­pa­ti­blen Kom­bi­na­tio­nen Milch(produkte) mit sau­rem Obst, Fleisch, Fisch und Salz zu kon­su­mie­ren. Da stockt mir tat­säch­lich manch­mal der Atem, wenn jemand unwis­sent­lich Bana­nens­ha­ke, Früch­temüs­li mit Joghurt oder Fleisch/Fisch mit Sah­ne­sauce ver­zehrt.
Wenn man die ayur­ve­di­schen Prin­zi­pi­en von hoher Qua­li­tät und leich­ter Ver­dau­lich­keit berück­sich­tigt, hat Sah­ne oder kon­ven­tio­nel­ler Käse im Essen eben­falls nichts mehr ver­lo­ren. Da wird die Zun­ge ver­wöhnt, aber die Gewe­be stöh­nen unter der Last.
Alter­na­ti­ven aufs Brot (statt Käse) sind z.B. Gemü­se­auf­stri­che, Hum­mus, Gua­ca­mo­le, gute But­ter oder Ghee mit Kräu­tern und Gewür­zen.

Zucker ver­wen­de ich in hoher Qau­li­tät und süße öfter mit Dat­teln oder ande­rem Obst. Des­serts pro­du­zie­re ich in der Men­ge, die in ein Tee­licht-Glas passt, der Kom­pro­miss zum völ­li­gem Ver­zicht. Auf Rei­sen besteht die Gefahr, dass sie mit Unmen­gen von wei­ßem Zucker oder Aga­ven­si­rup her­ge­stellt wer­den. Für den Tee oder ein Früh­stück unter­wegs neh­me ich hoch­wer­ti­gem Zucker mit, weil ich wei­ßen Zucker für abso­lut toxisch hal­te.

Aus­nah­men von die­sen 3 Regeln gibts auch: Ein mit Lie­be zube­rei­te­tes Essen von Freun­den oder der Fami­lie genie­ße ich in vol­len Zügen und fra­ge nicht nach Weizen‑, Milch- und Zucker­quel­len. Gene­rell glau­be ich, dass Lie­be im Essen das wich­tigs­te Gewürz ist und so eini­ges aus­gleicht… ;-). Aber das hält natür­lich kei­nem wis­sen­schaf­li­chen Beweis stand.

 

#4: Harmonische Mahlzeiten umfassen (fast) alle Lebensmittelgruppen und 6 Geschmacksrichtungen

Die­ses Prin­zip in jeder Mahl­zeit umzu­set­zen, wäre ein Full­time-Job. Wenns zumin­dest in einer Mahl­zeit klappt, am bes­ten in der größ­ten, wäre es schon super. Ansons­ten kann man vom Opti­mum inso­fern abwei­chen, dass zumin­dest über den Tag ver­teilt die­se Kom­po­nen­ten vor­kom­men. Zu den wich­ti­gen Lebens­mit­tel­grup­pen gehö­ren Getrei­de, Hül­sen­früch­te, Gemü­se, Obst, Öle, Süss­mit­tel, Nüs­se und Samen, Kräu­ter und Gewür­ze. Fleisch und Milch­pro­duk­te sind optio­nal.
Die 6 Geschmacks­rich­tun­gen sind süß, sau­er, sal­zig, scharf, bit­ter und herb. So ist eine Viel­falt an Ele­men­ten, Ener­gi­en und Nähr­stof­fen garan­tiert.

 

#5: Frisch und unkompliziert kochen geht fast immer

Frisch gekoch­tes Essen lie­fert die meis­te Lebens­en­er­gie, min­des­tens eine Mahl­zeit pro Tag mach ich des­halb sel­ber. Je unkom­pli­zier­ter, umso bes­ser für die Ver­dau­ung und für das Zeit­ma­nage­ment. Ein­fach wirds, wenn man sich mit ca. 10 Lieb­lings­re­zep­ten ver­traut macht, die sai­so­nal abwan­del­bar sind und die man schnell aus dem Ärmel zau­bern kann.
Wenn etwas über­bleibt, ver­wen­de ich das noch­mals für die nächs­te Mahl­zeit. Das ist ayur­ve­disch gese­hen sub­op­ti­mal, denn es ent­hält weni­ger Pra­na, ver­daut sich schlech­ter und schmeckt nicht mehr ganz so gut. Aber nach einer fri­schen Mahl­zeit am Tag ist das der Kom­pro­miss, mit dem ich leben kann.
Essen, das älter ist als 24 Stun­den, wär­me ich nicht mehr auf. Das meis­te Pra­na ist ver­lo­ren und die Mög­lich­keit, dass sich Unver­dau­tes (im Sans­krit heißt das Ama) im Kör­per ansam­melt und Pro­ble­me macht, ist sehr groß.
Nah­rung beginnt sich zu zer­set­zen, sobald der Koch­vor­gang been­det ist. Das ist ein Natur­ge­setz und kein Kühl­ge­rät kann das stop­pen. In der boo­men­den Meal­Prep Com­mu­ni­ty, die fer­ti­ge Mahl­zei­ten bis zu einer Woche im Kühl­schrank lagert, scheint das nicht bekannt zu sein. Da macht man sich auch kei­ne Gedan­ken über die Hist­amin­ent­wick­lung beim Lagern.

Es gibt eine klei­ne aber gewich­ti­ge Aus­nah­me: das tra­di­tio­nel­le halt­bar machen (ein­we­cken), wie es frü­her üblich war. Wenn uns der Gar­ten z.B. im Herbst noch reich­lich beschenkt, aus den über­schüs­si­gen Toma­ten eine wun­der­ba­re Sugo her­ge­stellt wer­den kann. Wich­tig bei die­sen Vefah­ren ist der Pro­zess, die Sugo wird z.B. kochen­heiß ins Glas gege­ben, mit einem Vak­kum­de­ckel ver­schlos­sen und sofort stark agbe­kühlt. Das­sel­be gilt für Sup­pen, die dann ein paar Wochen halt­bar sind und noch viel Pra­na ent­hal­ten.

Essen in Kan­ti­nen und klas­si­schen Restau­rants hat in der Regel eben­falls wenig Pra­na. Es ist sel­ten frisch gekocht und es wer­den kei­ne hoch­wer­ti­gen Zuta­ten ver­wen­det (weil WIR es ger­ne bil­lig haben möch­ten). Es gibt natür­lich Aus­nah­men, die man über­all fin­den kann. Eine gute Quel­le für ein­fa­ches, fri­sches Essen, vor allem in grö­ße­ren Städ­ten, sind klei­ne vege­ta­ri­sche oder vega­ne Restau­rants. Mein Kom­pro­miss auf Rei­sen.

Fer­tig­ge­rich­te und Nah­rung aus Dosen ver­mei­de ich kom­pro­miss­los. Wür­de man die Essenz des heu­ti­gen Ernäh­rungs­wis­sens in einen Tipp zusam­men­fas­sen, dann wäre es die­ser: avo­id pro­ces­sed food, kürz­lich gehört bei einem Sum­mit über Auto­im­mun-Krank­hei­ten. Hier liegt sehr viel Poten­zi­al für eine gesun­de Ernäh­rung.

 

#6: Mittags ist die beste Zeit für die Hauptmahlzeit

Die Ver­dau­ungs­kraft ist zwi­schen 10 und 14 Uhr am stärks­ten, wenn die Son­ne am höchs­ten steht. In die­sem Zeit­fens­ter kön­nen wir grö­ße­re Men­gen und schwe­re­re Nah­rungs­mit­tel gut ver­dau­en. Das Mit­tag­essen als größ­te Mahl­zeit des Tages zu neh­men, bringt uns in Syn­chro­ni­zi­tät mit der Natur. Drum war bis vor ca. 20 Jah­ren die Mit­tags­pau­se eine Zeit, in der in Unter­neh­men die Anruf­be­ant­wor­ter ein­ge­schal­tet wur­den und die Mit­ar­bei­ter für 1 Stun­de beim aus­gie­bi­gen Mit­tags­mahl waren. In Frank­reich auch ger­ne mal 2–3 Stun­den. Hat kei­nen auf­ge­regt.

Für vie­le scheint es heu­te auf­grund völ­lig zusam­men­ge­schrumpf­ter Mit­tags­pau­sen nicht mög­lich, die Haupt­mahl­zeit mit­tags zu neh­men. Ohne Ener­gie nach­zu­tan­ken, fal­len wir jedoch spä­tes­tens am frü­hen Nach­mit­tag in ein Ener­gie­loch und wer­den unfo­kus­siert und müde. Die Kaf­fee­ma­schi­ne und der Snack­au­to­mat sind dann nicht die idea­len Ener­giebrin­ger.

Es gibt eini­ge logis­ti­sche Lösungs­mög­lich­kei­ten und tech­ni­sche Hilfs­mit­tel, die man indi­vi­du­ell anwen­den kann. Z.B. Reis- und Gemü­se­dämp­fen in der Büro­kü­che, vor­ko­chen am Mor­gen und in Spei­se-Ther­mos mit­neh­men, Kochen am Abend und den Über­schuss mit­neh­men, klei­ne Bis­tros mit weni­gen, frisch gekoch­ten Spei­sen, usw..

Für man­che ist es ein prak­ti­ka­bler Kom­pro­miss, für die Mit­tags- und Abend­mahl­zeit (falls die­se früh ist) in etwa die glei­che Men­ge ein­zu­pla­nen. Somit hat man mit­tags für Ener­gie gesorgt und kann abends in Ruhe genies­sen ohne zu über­es­sen.

Wenn ich in Hotels oder Semi­nar­häu­ser kom­me, die die größ­te Mahl­zeit des Tages am Abend ser­vie­ren, fal­le ich spä­tes­tens nach 2 Tagen aus der Balan­ce, weil das Essen nicht syn­chron mit der Bio­en­er­gie statt­fin­det. Oft ist das Früsh­tück eher ein kal­tes Buf­fet (wenn man nicht auf Ome­letts und unge­würz­te Por­rid­ges steht) und der Mit­tags­snack eine Salat­bar mit Sup­pe. Das ers­te „rich­ti­ge” war­me Essen gibts dann abends. Das ist „crime against wis­dom”, was ich im letz­ten blog­post beschrie­ben habe. Auf Rei­sen in Asi­en bin ich die­se Sor­gen zum Glück los, 3 mal täg­lich war­mes Essen ist Tra­di­ti­on.

Tref­fe ich Freun­de zum Abend­essen im Restau­rant, blei­be ich bei der Haupt­mahl­zeit am Mit­tag. Dann ist der Hun­ger am Abend nicht so groß und ich kann eine Klei­nig­keit genies­sen und mich voll auf die Freun­de ein­stel­len. Es gibt aller­dings eine Aus­nah­me: Ist der Gast­ge­ber ein pas­sio­nier­ter Hob­by­koch,  kom­me ich hung­rig und genies­se jeden Bis­sen. Und freue mich über die Lie­be und Lei­den­schaft, die man dar­in schme­cken kann. Und esse am nächs­ten Tag eher Reis­sup­pe und gedämpf­tes Gemü­se, z.B. 😉

 

#7: Essen braucht Pausen

Eine klei­ne­re Mahl­zeit, z.B. das Früh­stück ist nach ca 2–3 Stun­den ver­daut, eine Haupt­mahl­zeit nach ca. 4–6 Stun­den. Dazwi­schen wär es dem Kör­per am liebs­ten, wir wür­den ihn in Ruhe las­sen, damit er sei­nen Job kom­plett erle­di­gen kann, bevor die nächs­te Mahl­zeit ankommt. Zwi­schen­mahl­zei­ten ver­hin­dern die­se Pau­se für das Ver­dau­ungs­feu­er (Agni), was zu Rück­stän­den von Ama im Kör­per, Über­ge­wicht und Ener­gie­ver­lust führt. Irgend­wann stellt das Agni den Dienst völ­lig ein und es bewegt sich nichts mehr.

Fühlt man einen Hun­ger zwi­schen­durch, funk­tio­nie­ren ein paar Nüs­se, etwas Obst, ein Smoot­hie oder eine Tas­se Gemü­se­brü­he, vor allem dann, wenn die Pau­sen zwi­schen den Mahl­zei­ten län­ger als 5 Stun­den betra­gen, z.B. zwi­schen Mit­tag- und Abend­essen.

Eine wei­te­re belieb­te und sehr gesun­de Pau­se ist das Inter­vall­fas­ten. Dabei ver­klei­nert man das Fens­ter der Nah­rungs­auf­nah­me auf 8–10 Stun­den. Ein spä­tes Früh­stück nach einem frü­hen Abend­essen wäre dafür ein Bei­spiel und bewirkt ener­ge­ti­sche Wun­der.

 

#8: Essen braucht ausreichend Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit

Frü­her war die Zeit zum Kochen und anschlies­sen­den Essen ein fixer Teil des Tages, nie­mand wäre auf die Idee gekom­men, knap­pe Ter­mi­ne drum her­um zu legen. Heu­te lei­den wir unter „over­sche­du­ling”, d.h. der Ter­min­ka­len­der hat kei­ne Lücken mehr.

Über die Vor­zü­ge des auf­merk­sa­men Essens habe ich einen Extra Arti­kel geschrie­ben. Die Kurz­form: Den vol­len Genuss beim Essen und den bes­ten Out­put beim Ver­wer­ten der Nah­rung errei­chen wir, wenn wir mit aus­rei­chend Zeit essen, an einem Tisch sit­zen (der Schreib­tisch ist NICHT gemeint), in ange­neh­mer Atmo­sphä­re essen, die Arbeit und ande­re Ablen­kun­gen abschal­ten und die Nahurng schwei­gend zu uns neh­men.

Das ist natür­lich nicht immer mög­lich, aber es läßt sich damit expe­ri­men­tie­ren. Die gan­ze Zeit zu schwei­gen macht mit Kin­dern sicher wenig Sinn, trotz­dem könn­te man mit ein paar Schwei­ge­se­kun­den am Anfang der Mahl­zeit ihr Bewußt­sein für den Wert des  Essens stär­ken.
Es emp­fieht sich, Essen von Mee­tings zu tren­nen. Man ver­passt zu viel auf bei­den Ebe­nen. Wer­de ich zu einem Arbeits­es­sen ein­ge­la­den, ver­su­che ich, es als ein leich­tes Arbeits­früh­stück oder eine Tee­zeit zu pla­nen. Geht das nicht, pla­ne ich davor oder danach eine nahr­haf­te Spei­se. So kann ich mich voll auf den Out­put des Mee­tings kon­zen­trie­ren und esse etwas leich­tes,  das die feh­len­de Ver­dau­ungs­kraft wett­macht.

Wenn man lang­sam und auf­merk­sam essen will, kann man es auch mal mit den Fin­gern pro­bie­ren. Für indie­ner­prob­te Yogi*nis nichts Unbe­kann­tes. Es ist tech­nisch eher schwie­rig, neben­bei zu tele­fo­nie­ren, die Maus zu bewe­gen, die Zei­tung umzu­schla­gen oder auf dem Smart­pho­ne zu scrol­len ;-).

In einem Retreatcen­ter in Bali schlägt man die­se Vari­an­te vor…

mit staebchen essen

Einen lesens­wer­ter Arti­kel zum The­ma unauf­merk­sa­mes Essen fin­det man hier.

 

#9: Und dann wären da noch die kleinen „Lieblingsspeisen”…

Das Com­fort food, in das man rein­beißt und sofort einen unend­li­chen Genuss ver­spürt. Bei mir wird das meis­tens durch ein saf­ti­ges Brow­nie aus­ge­löst, heu­te war es im fer­nen Bali aller­dings ein Crois­sant, das ech­te, fran­zö­si­sche, but­t­ri­ge, das so irre schmeckt, dass man sofort nach Frank­reich aus­wan­dern möch­te. Ich bin froh, dass es die­se Art von Crois­sants bei uns fast nir­gends gibt. Wenn man ein gutes Ori­gi­nal kennt, fällt es so leicht, auf die fake Kopi­en zu ver­zich­ten. So hat die Indus­trie mit ihrer Durch­schnitts­wa­re auch etwas Gutes.

Der Genuss die­ser Din­ge redu­ziert sich übri­gens für die meis­ten pro­por­tio­nal zur Men­ge, die man davon isst. Somit sind die­se klei­nen „Sün­den” sel­ten schäd­lich, nach dem Mot­to: die Men­ge macht das Gift. Solan­ge das mit Bewußt­heit, Genuss, Selbst­ak­zep­tanz und ohne Schuld­ge­füh­le pas­siert, ist es ab und zu völ­lig okay.

Wür­de mich sehr über eure Erfah­run­gen mit Kom­pro­mis­sen freu­en, es ist sicher ein dis­kus­si­ons­freu­di­ges The­ma 🙂

pho­to: Nora Wen­del / the­pho­to­fo­rest

Wer isst denn schon perfekt?

Natür­lich wäre es schön, wenn wir uns immer opti­mal ernäh­ren könn­ten. Aber das Leben wird vom Gott Imper­fek­ti­on regiert und besteht aus not­wen­di­gen Kom­pro­mis­sen. Es gibt ein Opti­mum und es gibt die Prak­ti­ka­bi­li­tät. Die­se 2 Pole müs­sen wir irgend­wie zusam­men­füh­ren, mög­lichst eher in der Hälf­te des Opti­mums :-).

Wir haben immer die bes­ten Absich­ten, ent­de­cken ein neu­es tol­les Koch­buch, fol­gen span­nen­den Food-Blogs, seh­nen uns nach mehr Zeit in der Küche zum Aus­pro­bie­ren aller mar­kier­ten Rezep­te (man bräuch­te ver­mut­lich Jah­re dafür). Oder fol­gen auf­grund von Beschwer­den mal die­sem, mal jenem Ernäh­rungs­trend.
Und machen dann im All­tag viel zu vie­le fau­le Kom­pro­mis­se, kau­fen min­der­wer­ti­ge Lebens­mit­tel ein, geben uns mit mit­tel­mä­ßi­gem Restau­rant­essen zufrie­den und neh­men uns nicht die Zeit, Mahl­zei­ten in Ruhe zu genie­ßen. Man­che bekla­gen feh­len­de zeit­li­che oder finan­zi­el­le Resour­cen, letzt­end­lich spielt aber die größ­te Rol­le, wel­che Prio­ri­tät wir dem eige­nen Wohl­be­fin­den geben, bzw. an wel­cher Stel­le wir die­se set­zen. Z.B. am Anfang der Ket­te mit fri­schen, hoch­wer­ti­gen Mahl­zei­ten, die die Gesund­heit eher erhal­ten. Oder erst am Ende, wenn wir Geld und Zeit benö­ti­gen zum „repa­rie­ren”, wor­über sich die SPA- und Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel-Indus­trie beson­ders freut.

Man­che wäh­len das ande­re Extrem und wer­den krank, weil sie zwang­haft alles per­fekt machen möch­ten und dabei im Dschun­gel an Ange­bo­ten zur Selb­st­op­ti­mie­rung sehr stren­gen Diä­ten fol­gen. Die könen auf dem Weg zum per­fek­ten Kör­per auch Mager­sucht för­dern. Man nennt das Orthor­e­xie und wir wer­den immer öfter dar­über lesen und hören.

 

Die Mitte und das Bauchgefühl

Es geht jedoch um den prak­ti­ka­blen Mit­tel­weg oder die berühm­te 80–20-Regel. Eine Ernäh­rung, bei der man mög­lichst viel „rich­tig” macht, ohne sich zu ver­kramp­fen und in dog­ma­ti­sche Rich­tig-Falsch-Mus­ter zu ver­fal­len. Ein Mit­tel­weg, der nur wenig Ver­bots­schil­der auf­stellt. Nun ist das aber mit der Mit­te so ein Ding, das für jeden anders aus­sieht. Der eine rührt kei­nen Zucker an, isst aber lie­bend ger­ne Eier, ande­re ver­zich­ten auf Wei­z­ensem­meln, essen dafür spät am Abend die Haupt­mahl­zeit, der nächs­te schwört auf vega­ne Ernäh­rung, hat aber kein Pro­blem mit Kicher­erb­sen aus der Dose…

Seit vie­len Mona­ten beglei­tet mich das The­ma Kom­pro­mis­se schon, weil ich eine per­fek­te Ernäh­rung für nicht mach­bar hal­te. Sogar für unnö­tig fin­de, der Kör­per ist intel­li­gent genug zum aus­glei­chen, wenns die Umstän­de erfor­dern und nicht zu oft nötig ist.
Auf der Suche nach dem roten Faden sehe ich manch­mal den per­fek­ten Mit­tel­weg vor lau­ter Pfa­den nicht. Unter­hal­te ich mich mit 5 Ayur­ve­da- oder Ernäh­rungs­ex­per­ten, öff­nen sich 10 ver­schie­de­ne Mei­nun­gen zu einem bestimm­ten Prin­zip. Für die Kol­le­gin­nen aus Nor­we­gen oder Bra­si­li­en mit ihrem jewei­li­gen Unter- oder Über­an­ge­bot an fri­schen Lebens­mit­teln, wir­ken mei­ne Ide­en wie aus einer ande­ren Welt.
Letzt­end­lich sind wir indi­vi­du­ell so ver­schie­de­nen und leben in so unter­schied­li­chen Kon­tex­ten, dass es kei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Lösung, ver­packt in leicht ver­dau­li­che ToDo-Lis­ten, gibt. Auch wenn uns der Gesund­heits­buch­markt das mit einem stän­dig wach­sen­den Ange­bot sug­ge­riert, nach dem Mot­to: eli­mi­nie­re 7 Lebens­mit­tel und ver­lie­re 7 Pfund in 7 Tagen!!.

Fakt ist, kei­ne Auto­ri­tät von außen kann die pefek­te Diät und die „rich­ti­gen” Kom­pro­mis­se vor­ge­ben. Unser Kör­per ist der bes­te Rat­ge­ber, solan­ge wir den Signa­len fol­gen, mit denen wir uns lang­fris­tig gut und gesund füh­len. Der eige­ne Bauch hat am meis­ten mit­zu­re­den. Natür­lich schlu­cke ich manch­mal bei den Kom­pro­mis­sen der ande­ren und die­se ziem­lich sicher bei mei­nen :-)). Also braucht es einen offe­nen Geist, viel Tole­ranz, eine gro­ße Por­ti­on Lie­be im Essen und gute Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­kei­ten.

 

Prana, die ultimative Lebensenergie

Wenn man vom Opti­mum abwei­chen muss, lie­fert Pra­na eine her­vor­ra­gen­de Ent­schei­dungs­grund­la­ge. Pra­na ist ein Begriff, mit der die klas­si­sche Ernäh­rungs­me­di­zin nichts anfan­gen kann. Unter dem Mikro­skop nicht sicht­bar. Die­se „Lebens­en­er­gie” in Nah­rungs­mit­teln, die im Roh­zu­stand am höchs­ten ist, ver­liert sich gra­du­ell beim kochen, lagern, auf­tau­en, auf­wär­men. Ernäh­rungs­be­ra­ter ach­ten auf Vit­ami­ne, Spu­ren­ele­men­te, Mikro­nähr­stof­fe, die kann man auch in Junk Food und Essen aus der Mikro­wel­le noch nach­wei­sen. Trotz­dem sind Fer­tig­ge­rich­te pran­afreie, tote Nah­rung und schme­cken oft nur noch auf­grund von Geschmacks­ver­stär­kern. Ein Orga­nis­mus oder Kör­per ohne Pra­na ist ein Kon­glo­me­rat aus 5 Ele­men­ten, doch es bewegt sich nichts mehr.

Wich­ti­ger als Makro- und Mikro­nähr­stof­fe ist die Ener­ge­tik der Nah­rung und das Zusam­men­spiel von Fri­sche, Kom­bi­na­ti­on, Regi­on, Zeit, Ther­mik und Kom­pa­ti­bi­li­tät mit dem Esser. Pra­na uner­stützt auch den Ver­stand und die See­le, umso wich­ti­ger ist, dass wir so viel wie mög­lich die­ser Ener­gie ins Essen krie­gen. Kau­fen wir Lebens­mit­tel sorg­sam ein, berei­ten wir unser Essen sel­ber zu, genies­sen wir es mit Auf­merk­sam­keit, lie­fert uns die­ser gan­ze Pro­zess vie­le Ansatz­punk­te, um das Pra­na der Nah­rungs­mit­tel zu erhö­hen und die­se Ener­gie beim Essen zurück zu erhal­ten.

 

Crime against wisdom

Es gibt in den indi­schen Tex­ten einen Begriff, der im Sans­krit pra­j­na apa­ra­dha heißt, im eng­li­schen „crime against wis­dom”: wenn wir Din­ge tun, von denen wir wis­sen, dass sie uns scha­den. Oder Din­ge unter­las­sen, die uns gut tun wür­den. Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, die uns eher belas­ten als hei­len, gehört schein­bar seit Jahr­tau­sen­den zur mensch­li­chen Natur, sonst wäre das nicht in den Tex­ten beschrie­ben. Wir kön­nen das jeden Tag auch bei uns beob­ach­ten. Da neh­men wir noch ein zwei­tes Des­sert, obwohl wir schon lan­ge satt sind. Wäh­len im Win­ter ein Kokos­was­ser statt des war­men Tees. Blei­ben wach, obwohl uns vor Müdig­keit schon die Augen zufal­len. Das ist mensch­lich und wenn wir mit mehr Bewußt­sein unse­re Wahl tref­fen, fällt es mit der Zeit immer leich­ter, sich für die gesün­de­re Vari­an­te zu ent­schei­den, den gesün­de­ren Kom­pro­miss ein­zu­ge­hen. Durch das  zwangs­läu­fig fol­gen­de Wohl­be­fin­den wird die bes­se­re Wahl schliess­lich zur Gewohn­heit und wir wer­den nicht mehr so leicht ver­führt von unge­sun­den Alter­na­ti­ven oder Gelüs­ten, die letzt­end­lich ein Aus­druck von Ungleich­ge­wicht im Kör­per sind.

Die Lebens­mit­tel-Indus­trie ist übri­gens ein Lehr­buch­bei­spiel für „crime against wis­dom”. Über­ge­wicht, Dia­be­tes, Herz­krank­hei­ten, Krebs, Auto­im­mun­krank­hei­ten, chro­ni­sche Ver­dau­ungs­pro­ble­me usw. ent­ste­hen u.a. durch den Ver­zehr von Weiß­mehl, wei­ßem Zucker, Fer­tig­nah­rung, Mais­si­rup, bil­li­gen Tier­pro­duk­ten und vie­lem mehr. Obwohl sie sich als Desas­ter für unse­re Gesund­heit her­aus­ge­stellt haben, wer­den die­se Lebens­mit­tel von der Indus­trie in Mas­sen pro­du­ziert und von den Regie­run­gen unter­stützt.  Dia­be­tes kriegt man aber nicht wie einen Schnup­fen, son­dern weil man das media­le Brain­wa­shing und den Irr­witz um Ernäh­rungs­trends nicht mehr durch­schau­en kann.

Im nächs­ten Bei­trag beschrei­be ich eini­ge mei­ner sehr sub­jek­ti­ven Kom­pro­mis­se, sie ent­spre­chen mei­nem der­zei­ti­gen Wis­sen­stand und der Prio­ri­tät, dass ich gesund alt wer­den möch­te. Und den Mög­lich­kei­ten, die ich vor allem auf Rei­sen habe, was mei­ne Kom­pro­miss­fä­hig­keit immer wie­der her­aus­for­dert. Letzt­end­lich geht es dar­um, mit gesun­dem Men­schen­ver­stand heil­sa­me Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Und auch mit einer unper­fek­ten Situa­ti­on im Frie­den zu sein.

 

pho­to: Nora Wen­del / the­pho­to­fo­rest

Zeit zum Essen

Genieße das Essen mit Aufmerksamkeit und ausreichend Zeit

Essen ist im Prin­zip eine spi­ri­tu­el­le Tätig­keit, die uns auf kör­per­li­cher und spi­ri­tu­el­ler Ebe­ne nährt und befrie­digt. In unse­rem Fast-Food Zeit­al­ter hat Essen nichts hei­li­ges mehr, es dient der rei­nen Erhal­tung des Kör­pers, mit Sicher­heit dient es nicht als See­len-Nah­rung.

Oft essen wir Mahl­zei­ten im Schnell­durch­gang (der nächs­te Ter­min war­tet schon), eif­rig debat­tie­rend (mit dem Part­ner, Kol­le­gen, Kin­dern, Freun­den), neben­bei scrol­lend (das Smart­pho­ne mal weg­le­gen scheint kaum noch mög­lich) oder im Ste­hen (wenn wir aus­wärts eine Klei­nig­keit zu uns neh­men). Und opfern dabei einen gro­ßen Teil des sinn­li­chen Genus­ses, aber auch der Signa­le von Genährt­sein und Sät­ti­gung. Es ist ein Fül­len des Magens ohne gro­ße nähr­stoff­re­le­van­ten Effek­te.

Neben den grob­stoff­li­chen Infor­ma­tio­nen aus Pro­te­inen, Fet­ten, Koh­len­hy­dra­ten, usw., ver­pas­sen wir vor allem die glei­cher­ma­ßen wich­ti­gen sub­ti­le­ren Nähr­stof­fe, die über Aro­men und Gerü­che trans­por­tiert wer­den. Feh­len die­se Signa­le, fühlt sich der Kör­per man­gel­er­nährt und ver­sucht das über eine erhöh­te Essens­men­ge aus­zu­glei­chen. Das birgt eine gewis­se Iro­nie: wir über­es­sen uns nicht, weil wir das Essen zu sehr genie­ßen, son­dern weil wir es nicht aus­rei­chend genie­ßen und die feh­len­de sub­ti­le Erfah­rung über die Men­ge kom­pen­sie­ren.
Zusätz­lich benö­ti­gen wir immer stär­ke­re Geschmacks­rei­ze, um Essen aro­ma­tisch zu emp­fin­den, was die Indus­trie nur all­zu ger­ne mit einem Über­maß an Salz, Zucker, Fett und Gewür­zen bis hin zur Abhän­gig­keit bedient. Man möge im Selbst­ver­such eine Tüte Chips öff­nen mit dem Vor­satz, nur die Hälf­te davon zu essen…

 

Halber Genuß

Wir den­ken bei fast jeder Tätig­keit schon an die nächs­te Auf­ga­be, den nächs­ten Ter­min. Es liegt immer etwas an, Ver­pflich­tun­gen, Anfor­de­run­gen, Unter­bre­chun­gen usw.. Die­ses sprung­haf­te Ver­hal­ten spie­gelt sich in unse­ren Ess­ge­wohn­hei­ten wie­der. Es ist eine span­nen­de Erfah­rung, bei der nächs­ten Mahl­zeit mal zu beob­ach­ten, wie wir (und ande­re) einen Bis­sen nach dem ande­ren in den Mund geben, bevor der vori­ge gekaut und geschluckt ist. Das ist wie Aus­at­men, bevor die Luft kom­plett ein­ge­at­met ist.

Die­se Art von Essen ver­hin­dert eine befrie­di­gen­de und voll­stän­di­ge Ver­dau­ung. Halb Ver­dau­tes sam­melt sich im Kör­per an zu Blo­cka­den, die irgend­wann zu Beschwer­den und Krank­hei­ten füh­ren. Im Ayur­ve­da nennt man die­se Ansamm­lun­gen AMA. Has­ti­ges Essen und unvoll­stän­di­ges Kau­en ist oft eine Fort­set­zung ande­rer unkom­plet­ter und unbe­frie­di­gen­der Erfah­run­gen im Leben.
Charles Eisen­stein beschreibt es in sei­nem Buch „The Yoga of Eating“ den Effekt der Ablen­kung so:

  • wenn man beim Essen fern­sieht, isst man das TV Pro­gramm
  • wenn man beim Essen liest , isst man die Wor­te
  • wenn man beim Essen wütend ist , isst man die Wut
  • wenn man isst, wäh­rend man von der Land­schaft absor­biert ist, isst man die Land­schaft
  • wenn man beim Essen viel spricht , isst man die Kon­ver­sa­ti­on

 

Volle Aufmerksamkeit — Voller Genuß

Nah­rung ent­fal­tet ihre vol­le und heil­sa­me Wir­kung für Kör­per und See­le, wenn wir uns Zeit neh­men zum Essen und die Mahl­zeit gut kau­en. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob man etwas X mal kaut (die Emp­feh­lun­gen ran­gie­ren pau­schal von 20–40), weil das für eine Was­ser­me­lo­ne nicht das glei­che ist wie für ein Karot­ten­cur­ry . Über die sen­so­ri­schen Erfah­run­gen von Geschmacks­rich­tun­gen (im Ayur­ve­da sind es 6: süß, sau­er, sal­zig, scharf, bit­ter und herb) kann der Kör­per erken­nen, wel­che Nähr­stof­fe er genau auf­nimmt, was gut für ihn ist und was schäd­lich. Wel­che Ver­dau­ungs­me­cha­nis­men er in Gang zu set­zen hat, was er absor­bie­ren möch­te und was er lie­ber wie­der aus dem Kör­per hin­aus­be­för­dern soll­te.

Wenn man das eine Wei­le übt, schmeckt man viel mehr Aro­men her­aus, erkennt, ob das Gemü­se vom Bio­bau­ern kommt oder einer plas­tik­über­dach­ten Gemü­se­fa­brik in Spa­ni­en. Ob das Essen mit Lie­be gekocht wur­de oder in einer anony­men Groß­kü­che. Ob es auf Gas/dem Elek­tro­herd zube­rei­tet oder in der Mikro­wel­le auf­ge­wärmt wur­de. Das mag etwas unrea­lis­tisch klin­gen, aber man den­ke an Wein­ex­per­ten, die mit einem klei­nen Schluck die Sor­te, den Jahr­gang, die son­ni­ge oder schat­ti­ge Lage der Trau­ben und vie­les mehr erken­nen kön­nen.

Essen wir auf­merk­sam, benö­ti­gen wir zudem viel weni­ger, um alle unse­re Sin­ne und unse­ren Hun­ger zu befrie­di­gen. Was zu bes­se­rer Ver­dau­ung führt und Gewichts­kon­trol­le unnö­tig macht. Auto­ma­tisch wäh­len wir auch gesün­de­re und aro­ma­ti­sche­re Lebens­mit­tel aus und kochen ein­fa­che­re Mahl­zei­ten.

 

Essen im Schweigen

Wäh­rend des Essens zu schwei­gen, ist jedoch die näh­rends­te Art, eine Mahl­zeit zu sich zu neh­men. Der Kör­per nimmt all die vie­len beschrie­be­nen gro­ben und fei­nen Infor­ma­tio­nen aus dem Essen auf, die unter­schied­li­chen Geschmä­cker, Tex­tu­ren, Kon­sis­ten­zen, Aro­men.

Im klös­ter­li­chen Leben ist das Schwei­gen der Nor­mal­fall. Im Fami­li­en­le­ben so rea­lis­tisch wie eine Mond­fahrt und nicht wirk­lich emp­feh­lens­wert. Egal wie die Lebens­um­stän­de sind kann man Kom­pro­mis­se aus­pro­bie­ren, die sich auch als fami­li­en­taug­lich erwei­sen könn­ten, z.B.:

  • 10–20 Sekun­den Zeit für Stil­le (oder eine inne­re Danksagung/Gebet) vor dem Essen
  • zumin­dest eine Mahl­zeit des Tages (z.B. das Früh­stück) im Schwei­gen ein­neh­men
  • bei jeder Mahl­zeit dem jeweils ers­ten Bis­sen jedes Gerich­tes vol­le Auf­merk­sam­keit wid­men
  • zumin­dest die Vor­spei­se oder Haupt­mahl­zeit im Schwei­gen neh­men und ab dem ächs­ten Gang wie­der kom­mu­ni­zie­ren

Dis­ku­tie­ren, bera­ten, strei­ten wäh­rend des Essens ver­hin­dert, dass der Kör­per die rich­ti­gen und wich­ti­gen Signa­le erhält, die ihn die Nah­rung ver­dau­en las­sen.

 

Essen mit Freunden

Essen ist die Büh­ne sehr vie­ler sozia­ler Inter­ak­tio­nen. Es kann jedoch pas­sie­ren, dass man nach einer Mahl­zeit mit ange­reg­ter Kon­ver­sa­ti­on unbe­frie­digt auf­steht und sich spä­ter weder an die The­men der Kon­ver­sa­ti­on so recht erin­nern kann noch an die Aro­men oder Tex­tu­ren der Spei­sen.
In vie­len Tra­di­tio­nen auf der Welt wer­den Mahl­zei­ten sehr aus­ge­dehnt mit lan­gen Pau­sen zwi­schen den Gän­gen zele­briert. Hier sind die Gesprä­che und das Essen nicht ein­ge­presst in eine kur­ze Zeit­span­ne, die nur eine ober­fläch­li­che Erfah­rung sowohl des Essens als auch der Kon­ver­sa­ti­on ermög­li­chen wür­de.

 

 

Tipps für aufmerksames Essen:

  • erlau­be dir aus­rei­chend Zeit für die Mahl­zeit
  • wechs­le an einen rich­ti­gen Ess­tisch (Micha­el Pol­lan: Ein Schreib­tisch ist kein Ess­tisch)
  • sind die Gedan­ken noch sehr bei der Arbeit oder ander­wei­tig zer­streut, nimm ein paar tie­fe Atem­zü­ge vor dem Essen, um in einen ent­spann­ten rest-and-digest-Modus zu kom­men
  • nimm das Essen lang­sam ein
  • das Essen wird am genuss­volls­ten erfah­ren, wenn du es schwei­gend zu dir nimmst

 

Nach­trag am 15.2.2018

Zum The­ma pas­send, habe ich ges­tern über die­sen Ver­such an der Uni­ver­so­tät von Sur­rey gele­sen, bei der 2 Grup­pen von Teil­neh­mern die jeweils glei­che Men­ge eines Pas­ta­ge­rich­tes ange­bo­ten wur­de. Bei einer Grup­pe wur­de die Pas­ta als „Mahl­zeit” dekla­riert, ser­viert an einem Tisch, auf einem Por­zel­an­tel­ler und mit ech­tem Besteck. Bei der ande­ren Grup­pe wur­de die Pas­ta als „Snack” bezeich­net und im Plas­tik­be­häl­ter mit Plas­tik­löf­fel gege­ben, es wur­de im Ste­hen geges­sen.
Nach der Mahl­zeit wur­den die Pro­ban­den zu einem „Geschmacks­test” mit ver­schie­de­nen Kek­sen, Cra­ckern und M&Ms ein­ge­la­den. Das Ergeb­nis war inter­es­sant. Die Grup­pe, die die Pas­ta als „Snack” ser­viert bekam, hat bis zu 50% mehr geges­sen als die Grup­pe mit der Pas­ta als „Mahl­zeit”, sowohl bei der Pas­ta als auch beim anschlie­ßen­den Geschmacks­test, bei dem die Snack-Grup­pe auch deut­lich mehr Süßig­kei­ten ver­zehrt hat. Das heißt, wenn eine Mahl­zeit als „Snack” ver­mark­tet wird, führt das zu ver­mehr­tem Kon­sum und Über­es­sen. Die Erklä­rung der Wis­sen­schaft­ler: ein Snack wird schnel­ler geges­sen, wir sind leich­ter ablenk­bar und infol­ge des­sen sind wir uns nicht über die Men­ge und die Art der kon­su­mier­ten Mahl­zeit bewußt. Ein Snack führt also unbe­wußt zum Über­es­sen. Wenn wir uns zum Essen hin­set­zen, essen wir auf­merk­sa­mer und bewuß­ter und haben ein kla­res Bild über die ver­zehr­te Men­ge.

7 häufige Denkfehler in unserer Ernährung

Da gibt es einen Koch­trend und ich krieg ihn nicht mit bzw. erst durch die­sen Arti­kel in der F.A.S. über „Meal Prep”. Kochen UND Essen wird heu­te schein­bar von vie­len Men­schen als eine zeit­auf­wän­di­ge Her­aus­for­de­rung emp­fun­den. Des­halb berei­tet man das Wochen­me­nü an einem Tag zu (z.B. Sonn­tag), die Spei­sen wer­den in Por­tio­nen im Kühl­schrank (oder Eis­fach) gela­gert und im Lau­fe der Woche Tup­per­do­se für Tup­per­do­se ver­zehrt. Man steht also ein­mal die Woche 5–6 Stun­den in der Küche statt 6 mal die Woche 45–60 Minu­ten (für Früh­stück und 1 Haupt­mahl­zeit). Wer rech­nen kann wird übri­gens was bemer­ken… ;-).

Medi­en, Inter­net, eini­ge Ernäh­rungs­be­ra­ter (!) und sog. Gesund­heits-Koch­bü­cher pro­mo­ten die­ses Vor­ko­chen, das auch batch coo­king genannt wird, als Lösung für Men­schen mit Gesund­heits­pro­ble­men und wenig Zeit. Die Emp­feh­lung, selbst zu kochen, ist per se eine super Idee. Die­se wird aller­dings durch das tage­lan­ge lagern kom­plett zunich­te gemacht, weil gekoch­te Nah­rung auch im Kühl­schrank kei­nes­wegs „fore­ver young” bleibt und durch das Lagern rela­tiv schnell wich­ti­ge Nähr­stof­fe abbaut und ziem­lich unge­sund wird. Erst recht durch das Erwär­men in der Mikro­wel­le. Die Unwis­sen­heit dar­über führt zu Denk­feh­lern, die ver­mut­lich aus Unbe­dacht­heit und eini­gen Fehl­in­for­ma­tio­nen genährt wer­den. Ich neh­me o.g. Arti­kel zum Anlaß, mit eini­gen Zita­ten ein paar die­ser Denk­mus­ter anzu­schau­en.

 

Denkfehler #1: Essen muss/darf nicht viel kosten

Nur knapp 25 Euro habe ich für die­sen kom­plet­ten Wochen­ein­kauf aus­ge­ge­ben. Zwar habe ich nicht alle Zuta­ten frisch ein­kau­fen müs­sen, denn die Grund­la­gen wie Reis, Hafer­flo­cken, Gewür­ze und Dosen­ge­mü­se hat­te ich bereits zu Hau­se.

Mit die­sem Betrag für fri­sche Lebens­mit­tel (Obst und Gemü­se) liegt man eher an der Unter­gren­ze für qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Zuta­ten pro Woche. Aus der Nah­rung bil­den sich unse­re Kör­per­zel­len, von denen wie­der­um die Kraft und Gesund­heit unse­rer Gewe­be und Orga­ne abhän­gen. Kommt min­der­wer­ti­ges (Essen) rein, kommt min­der­wer­ti­ges (Gewe­be) raus, upcy­cling ist auf die­sem Weg nicht vor­ge­se­hen. Unter die­sem Gesichts­punkt scheint es mir sinn­vol­ler, die best­mög­li­che Qua­li­tät an Nah­rungs­mit­teln, die uns zur Ver­fü­gung steht, ein­zu­kau­fen. In ers­ter Linie sind das Lebens­mit­tel aus Bio­an­bau, sofern sie nicht über­durch­schnitt­lich lan­ge Wege vom Bau­ern bis zu uns auf sich neh­men muss­ten. Je näher die Pro­duk­te ange­baut wer­den, des­to güns­ti­ger sind sie übri­gens zu haben.

 

Denkfehler #2: Nahrung aus der Dose sind Lebensmittel

Um den­noch mög­lichst frisch und gesund zu kochen, möch­te ich aus­schließ­lich vega­ne Zuta­ten ver­wen­den, wie es auch vie­le Mit­glie­der der Meal-Prep-Com­mu­ni­ty tun. Die Grund­la­ge bil­den rote Lin­sen und Kid­ney­boh­nen, bei­des kommt vor­ge­kocht aus der Kon­ser­ven­do­se und muss nur umge­füllt wer­den.

Vega­ne Zuta­ten auf der Shop­ping­lis­te sind nicht auto­ma­tisch gesund. Vor allem nicht, wenn sie aus der Dose kom­men oder ander­wei­tig stark ver­ar­bei­tet sind. Man ent­schei­det sich dann näm­lich für Nah­rung ohne Pra­na (Lebens­en­er­gie), das durch die indus­tri­el­le Ver­ar­bei­tung ver­lo­ren geht.
Micha­el Pol­lan nennt die­se Din­ge in sei­nem Best­sel­ler (Essen sie nichts, was Ihre Groß­mutter nicht als Essen erkannt hät­te) „ess­ba­re Sub­stan­zen” und unter­schei­det sie klar von LEBENS-Mit­teln, die dem Kör­per Ener­gie, Kraft und Wohl­be­fin­den schen­ken. LEBENS-Mit­tel wie Gemü­se, Obst, Roh­milch usw. ver­der­ben nach kur­zer Zeit, des­halb kauft man sie immer so frisch wie mög­lich, bevor­zugt am Wochen­markt.

 

Denkfehler #3: Essen bereitet man so nebenbei zu

Noch bevor ich den ers­ten Topf aus dem Schrank hole, stel­le ich mei­nen Lap­top bereit: Wenn ich an einem Sonn­tag schon stun­den­lang in der Küche ste­hen muss, möch­te ich dabei wenigs­tens eine Serie anschau­en.

Ein Lei­den unse­rer Zeit: Mul­ti­tas­king, vie­le Din­ge gleich­zei­tig machen möch­ten, das sog. FOMO-Prin­zip, Fear Of Mis­sing Out. Letzt­end­lich macht man alle Sachen mit geteil­tem Fokus und hal­bem Her­zen, das Ergeb­nis ist dann oft nur halb befrie­di­gend. Der Autorin geht es ähn­lich, denn irgend­wann rea­li­siert sie, dass sie von der Serie am Lap­top nicht mehr viel mit­kriegt. Gut so, sie war irgend­wann beim Kochen voll bei der Sache :-).
In sei­nem eige­nen Zuhau­se hat man mehr als anders­wo die Mög­lich­keit, sich ohne den täg­li­chen Over­load auf eine ein­zel­ne Sache zu kon­zen­trie­ren. Die Freu­de beim Kochen, den die einen als Küchen­flow, ande­re als Medi­ta­ti­on bezeich­nen, kommt dann, wenn man sei­ne gan­ze Auf­merk­sam­keit dem Pro­zess wid­met.

 

Denkfehler #4: Frühstück aus dem Kühlschrank ist hip

Ich […] schnap­pe mir dann die ers­te Joghurt-Box aus dem Kühl­schrank. Das eis­kal­te Obst schmerzt ein wenig an den Zäh­nen…

Da fin­den sich ver­mut­lich vie­le wie­der, die mor­gens etwas kühl­schrank-kal­tes essen ;-). Unab­hän­gig von emp­find­li­chen Zäh­nen, ist es kei­ne Spit­zen­idee, mor­gens sehr kalt zu essen. Das Ver­dau­ungs­feu­er ist näm­lich noch im Halb­schlaf und kann daher das Sys­tem nicht wirk­lich „anhei­zen”. Zudem zeich­nen sich die Mor­gen­stun­den durch eine kal­te, rau­he, trä­ge und schwe­re Qua­li­tät aus, die durch iden­ti­sche Eigen­schaf­ten beim Früh­stück noch ver­stärkt wird („glei­ches erhöht glei­ches”).
Ide­al wäre das Gegen­teil, etwas war­mes, wei­ches, leich­tes, um die­se Eigen­schaf­ten des Mor­gens aus­zu­ba­lan­cie­ren („das gegen­tei­li­ge gleicht sich aus”). Lei­der ist das kei­ne gute Nach­richt für die Fans von Over­night Oats, der tren­di­gen Vari­an­te des Bir­cher­müs­lis. War­me Por­rid­ges oder Brei, gedüns­te­tes Obst bzw. alter­na­tiv Sup­pe oder Gemü­se wären dage­gen har­mo­ni­sie­ren­de Früh­stücks­op­tio­nen. Vie­les davon ist sehr schnell zuzu­be­rei­ten.

 

Denkfehler #5: Mikrowelle ist eine prima Möglichkeit, um Essen zu erwärmen

Und auch die Bud­dha-Bowl ist mit­tags noch tau­frisch: Mikro­wel­le auf, Tup­per­do­se rein, kurz erwär­men, dann die Sau­ce drü­ber.

Mikro­wel­le ver­än­dert die mole­ku­la­re Struk­tur von Lebens­mit­teln und macht damit jedes Pra­na (Lebens­en­er­gie), das in einer Nah­rung vor­han­den ist, zunich­te. In weni­gen Minuten/Sekunden. Wenn man Essen so erwär­men möch­te, dass Nähr­stof­fe erhal­ten blei­ben, eig­net sich bes­ser ein Dampf­ga­rer (Rege­ne­rie­ren-Funk­ti­on) oder ein­fach ein Koch­topf, falls dies am Arbeits­platz mög­lich ist. Mikro­wel­le und gesun­de Ernäh­rung sind defi­ni­tiv inkom­pa­ti­bel.

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Denkfehler #6: Gekochtes Essen hält sich im Kühlschrank viele Tage frisch

Tag 5: … Aber lei­der beginnt der Broc­co­li zu krän­keln, er ist so braun, dass ich ihn lie­ber weg­wer­fe. Besit­zen all die berühm­ten Meal-Prep­per ein­fach noch bes­se­re Dosen als ich? Käl­te­re Kühl­schrän­ke? Oder mit wel­chen gehei­men Tricks schaf­fen sie es, dass ihr Gemü­se eine gan­ze Woche lang frisch bleibt?

Tag 6: Nun sind es die Früch­te auf dem Joghurt. Schon beim Öff­nen der Dose schlägt mir ein fau­li­ger Geruch ent­ge­gen, der Inhalt lan­det kom­plett in der Ton­ne. Die Mär von weni­ger Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung hat mein Meal-Prep-Plan nicht erfüllt.

Ja so ist sie, die Natur ;-). Gesun­de Lebens­mit­tel ver­rot­ten. Micha­el Pol­lan emp­fiehlt des­halb zu Recht: „Essen Sie nur Lebens­mit­tel, die ver­der­ben kön­nen”.
Es gibt kei­nen gehei­men Trick und kei­ne bes­se­ren Dosen oder Kühl­schrän­ke. Wenn ein am Sonn­tag blan­chier­ter Bro­ko­li am Frei­tag noch frisch und grün aus­se­hen wür­de, hät­te ich ärgs­te Beden­ken, dass es sich dabei um ein Gen­mons­ter han­delt. Auch die Idee, Obst mit Joghurt gemischt könn­te nach 6 Tagen im Kühl­schrank noch frisch sein, klingt für mich etwas, ähmm… welt­fremd?
Gekoch­te Nah­rung soll­te sofort, spä­tes­tens aber inner­halb von 24 Stun­den geges­sen wer­den. Nach dem Kochen fängt die Fer­men­ta­ti­on an, das lässt sich zwar im Kühl­schrank ver­lang­sa­men, aber nicht stop­pen. Die Spei­sen ver­lie­ren zuk­zes­si­ve ihr Pra­na und auch ihren Geschmack. Für letz­te­res gibt es Aus­nah­men, vie­le ken­nen Ein­töp­fe, die am nächs­ten Tag fast noch bes­ser schme­cken, trotz­dem lie­fern sie weni­ger Ener­gie und Lebens­kraft als am Tag zuvor.
Es gibt Aus­nah­men wie Chut­neys, Mar­me­la­den, Pick­les, Gemü­se­pas­ten, Fer­men­tier­tes, Ein­ge­mach­tes usw., deren Vor­zü­ge sind ein eige­nes Kapi­tel wert.
In der moder­nen Arbeits­welt ist es oft die ein­zi­ge Mög­lich­keit, abends zu kochen und das gekoch­te am nächs­ten Tag als Mit­tag­essen noch­mals auf­zu­wär­men. Ein guter Kom­pro­miss, wenn er zeit­li­che Pro­ble­me löst und den Tag stress­frei­er gestal­tet. Über die­sen Tag hin­aus gela­ger­te Nah­rung ist dage­gen nicht sehr viel hoch­wer­ti­ger als z.B. Essen in der Kan­ti­ne, das ja auch sel­ten frisch ist. Der Kör­per pro­du­ziert mit abge­stan­de­ner Nah­rung AMA (Unver­dau­tes, Halb­ver­dau­tes, Toxi­ne, Schla­cken), das die Ver­dau­ung schwächt und damit zusam­men­hän­gen­de Gesund­heits-Pro­ble­me ver­ur­sa­chen kann.

 

Denkfehler #7: Essen ist nicht so wichtig/nebensächlich

Weil ich mir die Zeit fürs Kochen nicht mehr neh­men muss, wird auch das Ver­spei­sen selbst zur Neben­säch­lich­keit. Mein Mit­tag­essen schau­fe­le ich stets irgend­wo zwi­schen Tür und Angel in mich hin­ein, die Mit­tags­pau­sen wer­den kür­zer. Ich füh­le mich wie einer die­ser Kar­rie­re­men­schen, die immer einen abge­pack­ten Pro­te­in­rie­gel dabei­ha­ben – bloß kei­ne wert­vol­le Zeit mit dem Luxus der Nah­rungs­auf­nah­me ver­schwen­den! Viel­leicht liegt es auch an der Ein­tö­nig­keit: Kein Mensch auf der Welt kann sich schließ­lich über den drit­ten Hafer­brei in vier Tagen freu­en.

Sehr wert­vol­le Erkennt­nis. Und sie hat 2 Sei­ten. Wenn man die Ernäh­rung der Blue Zones betra­chet, hat das Kochen und Essen dort tat­säch­lich kei­nen so hohen Stel­len­wert, man kocht frisch, ein­fach, was gera­de ver­füg­bar ist und das in klei­nen Por­tio­nen. Genau dar­in liegt der gesun­de Aspekt, Essen wird nicht über­frach­tet mit Genuss-Sucht, Diät­ide­en und Dog­mas.

Anders liegt der Fall, wenn man der Ernäh­rung gene­rell einen unbe­deu­ten­den Stel­len­wert in sei­nem Leben zuschreibt und dadurch evtl. min­der­wer­ti­ge Lebens­mit­tel, zur fal­schen Zeit oder in nicht pas­sen­der Men­ge ver­zehrt. Das Wis­sen um die Ernäh­rung, das frü­her durch Müt­ter und Groß­müt­ter wei­ter­ge­tra­gen wur­de, fehlt heu­te oft. Die Lebens­mit­tel­in­dus­trie füllt die­se Lücke mit bun­ten (syn­the­ti­schen) Ver­spre­chen, meist völ­lig natur­fer­nen Her­stel­lungs-Ver­fah­ren (die Milch­in­dus­trie ist ein anschau­li­ches Bei­spiel) und einer Lebens­mit­tel­aus­wahl aus der gan­zen Welt, die Sai­sons kom­plett igno­riert. Zusätz­lich über­flu­ten uns eine wach­sen­de Zahl von Ernäh­rungs-Gurus (oft frei von jeg­li­chem ernäh­rungs­me­di­zi­ni­schem Wis­sen) mit oft ver­wir­ren­den Kon­zep­ten (Stein­zeit, Low­Carb, NoCarb, High­Carb, High­Fat, Low­Fat, Frei von… usw.). Ich ver­ste­he jeden, der sich da nicht mehr aus­kennt und dem nahe­lie­gens­ten Trend folgt, und sei es Meal­Prep ;-).

Die Prio­ri­tät für das Essen und sei­ne Zube­rei­tung ging irgend­wann par­al­lel zum Anstieg ande­rer, (schein­bar) wich­ti­ger Akti­vi­tä­ten, mit denen wir unse­ren Tag voll­pla­nen, zurück. Für unse­re Mütter/Väter/Großmütter war für das Kochen ein fixes Zeit­fens­ter ein­ge­plant, das war gar­nicht dis­pon­a­bel. Wohl­be­fin­den und Lang­le­big­keit läßt sich eng mit unse­rer indi­vi­du­el­len Prio­ri­tät für frisch gekoch­te Nah­rung ver­knüp­fen. Das liegt allei­ne in unse­rer Hand (und in der Küche 😉 ).

 

Das Fazit der Autorin:

Meal Prep für zwi­schen­durch ist gar nicht schlecht. Eine gan­ze Woche lang wür­de ich es aller­dings nicht mehr machen.

Klu­ge Frau :-). Am Sonn­tag kann man außer­dem so vie­le ande­re spann­de Din­ge tun, end­lich.