Ist Intervallfasten gut für mich?

Der­zeit erle­be ich ein span­nen­des Phä­no­men: Freun­de, mit denen ich mich zum Abend­essen ver­ab­re­den möch­te, set­zen ein inter­es­san­tes Zeit­fens­ter: bit­te um 17 Uhr, nicht spä­ter als 18 Uhr, vor der Dun­kel­heit o.ä. höre ich da und freue mich, dass nicht ICH die frü­he Zeit vor­ge­be (und oft genug Augen­rol­len dafür ern­te) son­dern die ande­ren :-).

Beim Nach­fra­gen nach dem Grund des vor­ge­zo­ge­nen Abend­mahls höre ich meis­tens das Zau­ber­wort Inter­vall­fas­ten. Das ist der­zeit in aller Mun­de und natür­lich in allen Medi­en. Reflex­ar­tig mag man das als einen der vie­len Hypes abtun, die die Food Sze­ne in den letz­ten Jah­ren zum Dschun­gel von Trend­diä­ten auf­ge­bläht hat. Wenn man die Idee jedoch ent­blät­tert und auf die Geschich­te dahin­ter blickt, wird schnell klar, dass man es mit einer jahr­tau­sen­de­al­ten Ernäh­rungs­wei­se zu tun hat, die in fast allen Heil­tra­di­tio­nen und Kul­tu­ren bekannt war und gelebt wur­de. Ganz ein­fach, weil man sehr vie­le Vor­tei­le für Gesund­heit und Wohl­erge­hen beob­ach­ten konn­te, die heu­te durch Stu­di­en nach und nach bestä­tigt wer­den.

 

Gesundheitliche Vorteile

Dem Inter­vall­fas­ten (oder inter­mit­tie­ren­dem Fas­ten) wer­den fol­gen­de Wir­kun­gen zuge­schrie­ben, die sich von Per­son zu Per­son anders aus­drü­cken kön­nen. Es

  • unter­stützt das Abneh­men ohne Jojo-Effekt
  • ver­bes­sert die Insu­lin­emp­find­lich­keit, schützt vor Diabetes2
  • ver­rin­gert oxi­da­ti­ven Stress
  • ver­tieft die men­ta­le Leis­tungs­fä­hig­keit und Klar­heit
  • unter­stützt einen erhol­sa­men Schlaf
  • ermög­licht reich­lich Ener­gie
  • lin­dert Ent­zün­dun­gen
  • unter­stützt Repar­ra­tur­pro­zes­se des Kör­pers
  • ver­rin­gert die Häu­fig­keit von Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen
  • senkt die Wahr­schein­lich­keit von Krebs­er­kran­kun­gen bzw. unter­stützt Krebs­the­ra­pi­en
  • lin­dert Stim­mungs­schwan­kun­gen und Depres­sio­nen
  • wirkt rei­ni­gend auf Kör­per und Geist
  • und in der Sum­me all der Vor­tei­le erhöht es die Lebens­qua­li­tät und ‑erwar­tung.

Das Inter­vall­fas­ten ist sehr leicht zu rea­li­sie­ren, zeit­lich fle­xi­bel umsetz­bar, sehr all­tags- und fami­li­en­taug­lich, es erfor­dert kei­ne extre­men Maß­nah­men und ist wis­sen­schaft­lich fun­diert.

Inter­vall­fas­ten ist übri­gens kei­ne Diät, son­dern eine Ernäh­rungs­wei­se, bei der man die Ein­nah­me­zei­ten der Nah­rung im Tages­ver­lauf begrenzt. Dafür gibt es ver­schie­de­ne Ansät­ze, aus denen man den­je­ni­gen aus­wäh­len kann, der am bes­ten zu einem passt.

Die Ayur­ve­dis geben in ihren Tex­ten eben­falls bestimm­te Zeit­räu­me für die Nah­rungs­auf­nah­me an. Sie nen­nen es „meal spa­cing” und bin­den es an die idea­len Zei­ten der Ver­dau­ungs­kraft. Die Idee dahin­ter ist iden­tisch, es geht dar­um, der Ver­dau­ung Ruhe­zei­ten zu gön­nen und die Ener­gie für ALLE phy­sio­lo­gi­schen Tätig­kei­ten im Kör­per hoch­zu­hal­ten.

Inter­vall­fas­ten hat einen gewal­ti­gen Vor­teil gegen­über dem „klas­si­schen” Fas­ten, bei dem man ent­we­der die Kalo­ri­en­zu­fuhr für eine gewis­se Zeit stark redu­ziert oder eini­ge Tage ganz auf Essen ver­zich­tet. Bei­de Vari­an­ten las­sen meist Hun­ger­ge­füh­le ent­ste­hen, die men­tal eine ech­te Her­aus­for­de­rung sein könn­ten. Es ist nicht immer ein­fach, jeman­den davon zu über­zeu­gen, dass er/sie ein län­ge­res, gesün­de­res Leben füh­ren wird, wäh­rend man ein stän­dig nagen­des Hun­ger­ge­fühl im Magen ver­spürt. Fas­ten und Heil­fas­ten sind auch nicht immer für alle Kon­sti­tu­tio­nen geeig­net. Ein luf­ti­ger sog. Vatatyp hat mit Fas­ten über einen Tag hin­aus durch­aus Mühe und belas­tet sei­ne ohne­hin nicht sehr regel­mä­ßi­ge Ver­dau­ungs­kraft zusätz­lich. Für einen erdi­gen Kapha­ty­pen kann es dafür genau das rich­ti­ge sein.

 

Verschiedene Methoden zur Auswahl

Inter­vall­fas­ten jedoch passt für jeden und es geht so: In einem Zeit­raum von min­des­tens 12 Stun­den pro Tag wird kei­ne Nah­rung auf­ge­nom­men. Man isst z.B. die letz­te Mahl­zeit um 19 Uhr und das Früh­stück um 7 Uhr. Das wäre die Min­dest­zeit, mit der man von Inter­vall­fas­ten spre­chen kann und es erscheint den meis­ten von uns mög­li­cher­wei­se sehr easy. Die­ses Inter­vall ent­spricht einem natür­li­chen zir­ka­dia­nen Rhyth­mus der Natur. Die­ses Mini­mum gibt der Ver­dau­ung eine aus­rei­chen­de Pau­se, damit sich der Kör­per auf Ruhe und Repa­ra­tur kon­zen­trie­ren kann.

Einen wesent­lich grö­ße­ren Effekt erzielt man, wenn man die­se 12 Stun­den fas­ten aus­dehnt auf 13 oder 14 Stun­den. Das Abend­essen also frü­her und/oder das Früh­stück spä­ter plant. Eine sehr gehyp­te Vari­an­te ist das 16:8 Fas­ten, bei dem das Fens­ter der Nah­rungs­auf­nah­me auf 8 Stun­den ver­kürzt wird, z.B. zwi­schen 9 und 17 Uhr. Das Essen soll­te dann nähr­stoff­reich und hoch­wer­tig sein, lee­re Kalo­ri­en füh­ren zu Hun­ger­at­ta­cken und Man­gel­er­näh­rung. Ich bin mir nicht sicher, ob die­se extre­me­re Vari­an­te nicht einen logis­ti­schen und auch sozia­len Stress ver­ur­sa­chen kann, der eher kon­tra­pro­duk­tiv wirkt. Des­halb emp­feh­le ich die­se Vari­an­te nicht. Hat aber jemand damit kei­ne Mühe und sehr gute Erfah­run­gen, ist das natür­lich super. Fakt ist, dass eine Fas­ten­zeit von 14 Stun­den und mehr die sog. Auto­pha­gie för­dert, d.h. der Orga­nis­mus „isst” sei­ne abge­stor­be­nen Zel­len und wan­delt sie in neue Zel­len um oder ver­brennt sie zur Ener­gie­ge­win­nung, eine Art Selbst­rei­ni­gungs­me­cha­nis­mus. Für die Erfor­schung der Auto­pha­gie wur­de der Japa­ner Joshi­no­ri Ohs­u­mi 2016 mit dem Nobel­preis für Medi­zin geehrt.

Neue­re Berich­te und Stu­di­en beto­nen, dass eine Nah­rungs­zu­fuhr aus­schliess­lich bei Tages­licht sehr för­der­lich wirkt. Ein Sprich­wort dazu sagt: „when the sun goes down, the cooks go home”. Das mag für Regio­nen auf der Welt, die nahe am Äqua­tor lie­gen, sehr leicht rea­li­sier­bar sein. Mit unse­ren mit­tel­eu­ro­päi­schen Som­mer- und Win­ter-Son­nen­stän­den wäre eine gro­ße Unre­gel­mä­ßig­keit pro­gram­miert, die dann eher wie­der das Gegen­teil bewirkt: das Ver­dau­ungs­feu­er (agni) kennt sich nicht mehr aus…

Eben­falls bekannt sind 5:2 ‑Vari­an­ten, bei denen an 5 Tagen die Woche nor­mal geges­sen wird und an 2 Tagen die Kalo­ri­en­zu­fuhr auf z.B. 500–800 Kalo­ri­en gedros­selt wird.

Vari­an­ten, bei denen 1 Tag gefas­tet wird und man am nächs­ten Tag essen kann was man will, um am über­nächs­ten Tag wie­der zu fas­ten, sind im ayur­ve­di­schen Kon­text aus­ge­schlos­sen. Das Ver­dau­ungs­feu­er benö­tigt eine regel­mä­ßi­ge Zufuhr von „Brenn­stoff”, die nie in die Extre­me geht bzw. nur inner­halb eines beglei­te­ten Fas­ten­kon­tex­tes (Heil­fas­ten, Ayur­ve­da­kur etc.). Die­se Art des Fas­tens kann dem Ver­dau­ungs­feu­er für län­ge­re Zeit den Gar­aus machen.

 

Eine kleines Aber

So gut und mach­bar das täg­li­che Inter­vall­fas­ten klingt, gibt es doch eine klei­ne Fal­le in die­sem Sys­tem. Es funk­tio­niert nicht, wenn man regel­mä­ßig spät ins Bett geht. Nach 22 Uhr, wenn der sog. „zwei­te Wind” kommt, die Ayur­ve­dis nen­nen das die Pitt­a­pha­se der Nacht, wird man wie­der etwas wacher und gleich­zei­tig hung­ri­ger. Dann wird es sehr schwer, nicht doch noch­mal in der Küche oder Vor­rats­kam­mer nach Ess­ba­rem zu suchen. In der Regel ist da kein ayur­ve­disch frisch gekoch­tes, leich­tes Essen weit und breit. Nimmt man einen Snack, fällt das Sys­tem zurück in den Ver­dau­ungs­mo­dus, das Gegen­teil von Ver­dau­ungs­pau­se. Gleich­zei­tig kann der inne­re Rei­ni­gungs­trupp nicht rege­ne­rie­ren, ver­jün­gen, ent­span­nen, trans­for­mie­ren und Ener­gie für den nächs­ten Tag auf­bau­en. Das pas­siert näm­lich wäh­rend die­ser feu­ri­gen Ener­gie­pha­se in der Nacht. Ist Essen im Magen, bleibt die Rei­ni­gung aus und das Ver­dau­en wird vor­ge­zo­gen.

Nun ken­nen wir Kul­tu­ren, z.B. die medi­ter­ra­nen Län­der, in denen schon mal spä­ter am Abend geges­sen wird. Das ist nicht opti­mal, doch haben die­se Län­der kei­ne Früh­stücks­tra­di­ti­on. Ist die nächs­te Mahl­zeit das Mit­tag­essen, besteht der indi­vi­du­el­le Inter­vall die­ser Men­schen mehr oder weni­ger aus dem bre­ak­fast skip­ping. Das kann funk­tio­nie­ren, wenn die inne­re Uhr seit Geburt so ein­ge­stellt ist.
In Stu­di­en wur­de aller­dings ein­deu­tig belegt, dass din­ner can­cel­ling den meis­ten Men­schen eher ein Ide­al­ge­wicht, gute Gesund­heit und kraft­vol­le Ener­gie beschert als das Früh­stück aus­zu­las­sen.

 

Intervallfasten für unterschiedliche Konstitutionstypen

Inter­vall­fas­ten ist für jeder­mann geeig­net, auch wenn man sei­ne ayur­ve­di­sche Kon­sti­tu­ti­on nicht kennt. Soll­te man aller­dings erfah­ren sein mit den ayur­ve­di­schen Prin­zi­pi­en oder eine soli­de Kon­sti­tu­ti­ons­ana­ly­se bei einem Ayur­ve­daarzt oder ‑the­ra­peu­ten erhal­ten haben, kann man sein Inter­vall­fas­ten noch wei­ter fein­tu­nen.

 

Inter­vall-Fas­ten für erdi­ge Kapha-Men­schen:

  • der Vor­mit­tag könn­te mit einem Saft oder Smoot­hie zwi­schen 10:30 und 11 Uhr über­brückt wer­den. Kapha-Typen haben meist kei­nen Hun­ger am Mor­gen
  • die Haupt­mahl­zeit fin­det zwi­schen 12:00 und 14:00 Uhr statt
  • ein leich­tes Abend­essen (z.B. Sup­pe oder Ein­topf) been­det die Nah­rungs­zu­fuhr zwi­schen 17:00 und 19:00 Uhr. In die­ser Mahl­zeit soll­te man auf Schwe­res wie Fleisch, Käse oder ein Über­maß an Getrei­de ver­zich­ten

Kapha-Typen sind eher ent­spannt, was das Essen betrifft. Ihre Ver­dau­ung ist meist lang­sam und oft rei­chen 2 Mahl­zei­ten pro Tag, Bei die­ser Art des Fas­tens kön­nen sehr schnell über­schüs­si­ges Was­ser und Schla­cken abge­baut wer­den. Bei einem Rhyth­mus von 2 Mahl­zei­ten pro Tag wird sich ein ange­neh­mes Gefühl von Leich­tig­keit ein­stel­len, ein Strah­len von Innen wird sicht­bar.

 

Inter­vall-Fas­ten für feu­ri­ge Pit­ta-Men­schen:

  • leich­tes Früh­stück zwi­schen 9 und 9:30 Uhr
  • nährs­off­rei­che Haupt­mahl­zeit zwi­schen 12:00 — 13:00 Uhr mit viel Gemü­se, Getrei­de, hoch­wer­ti­gen Pro­te­inen und Fet­ten
  • Abend­essen um ca.17:30 Uhr

Pit­ta-Typen ver­spü­ren in der Regel einen aus­ge­präg­ten Hun­ger, vor allem wenn ihre Ver­dau­ung gut ist. Alle Mahl­zei­ten soll­ten gut sät­ti­gen, sonst wird der Pit­ta-Typ leicht „han­gry” (hungry und angry). 14:10-Fasten ist in der Regel leich­ter durch­zu­hal­ten als 16:8. Die Haupt­mahl­zeit am Mit­tag soll­te aus­rei­chend hoch­wer­ti­ge Pro­te­ine und Fet­te ent­ahl­ten, damit es spä­ter am Tag nicht zu star­ken Gelüs­ten und Hun­ger kommt. Es emp­fielt sich, zu Beginn der Umstel­lung die Abend­mahl­zeit etwas sub­stan­ti­el­ler zu gestal­ten und schritt­wei­se leich­ter zu machen.
Unter­stützt wird das Fas­ten mit dem Trin­ken von viel Was­ser, vor allem abge­kocht und abge­kühlt auf Raum­tem­pe­ra­tur. Eben­falls emp­feh­lens­wert sind grü­ner Saft oder Smoot­hies, Aloe Saft oder an hei­ßen Tagen Kokos­was­ser. Tee mit Kur­ku­ma, Ing­wer und Kori­an­der hilft Pit­tas bei der Ent­gif­tung.

 

Inter­vall-Fas­ten für luf­ti­ge Vata-Men­schen:

  • leich­tes, war­mes, cre­mi­ges Früh­stück um ca. 10 Uhr.
  • Die nähr­stoff­rei­che Haupt­mahl­zeit fin­det zwi­schen 12:30 und 14 Uhr statt
  • Abend­essen um ca.17:00 — 18:30 Uhr

Vata-Typen haben eine eher unre­gel­mä­ßi­ge Ver­dau­ung. Wenn sie sehr beschäf­tigt sind, kön­nen sie schon mal das Essen ver­ges­sen. Sind sie ner­vös, sna­cken sie sehr viel zwi­schen­durch, was die Ver­dau­ung erschwert. Für die­se Per­so­nen­grup­pe ist eine regel­mä­ßi­ge Essens­zeit extrem hilf­reich. Auch für Vata-Men­schen ist das 12:12 und 14:10- Fas­ten leich­ter mög­lich als 16:8. Die Über­gangs­zeit in einen regel­mä­ßi­gen Rhyth­mus ohne sna­cken kann etwas län­ger dau­ern. Hier ist Bestän­dig­keit gefragt und der Erfolg stellt sich über klei­ne Schrit­te von Tag zu Tag ein. Die Spei­sen soll­ten haupt­säch­lich warm, feucht, ölig und gut gewürzt sein, sup­pi­ge Cur­ries, Ein­töp­fe und cre­mi­ges sind von Vor­teil.

Nur bunt ist gsund?

Surft man durch das welt­wei­te Web zum The­ma Food, fällt einem zuerst eines auf: viel Far­be. Das pro­du­ziert eine Genera­ti­on, für die Essen erst mal vor­ran­gig ein „Event“ ist. Für die auch das hedo­nis­ti­sche Prin­zip gilt, alles zu jeder Zeit kon­su­mie­ren zu kön­nen und dabei auf maxi­ma­len Geschmack und Befrie­di­gung aller Sin­ne, also auch der Augen zielt. Essen muss bunt und foto­gen sein, was bei Insta­gram nicht gut aus­sieht, fällt über die Tisch­kan­te. Man „fol­lo­wed“ Bil­dern von Smoot­hies, Sala­ten und Bowls und setzt eher auf Optik als auf Inhalt. Bun­te Obst- und Gemü­se­schüs­seln ver­mit­teln ver­ständ­li­cher­wei­se einen sehr gesun­den Ein­druck und sie kön­nen es auch sein. Man ver­gisst aller­dings, dass die guten Eigen­schaf­ten nicht allei­ne durch die Far­be kom­men.

Nun spricht natür­lich gar­nichts gegen Far­be im Essen. Im Gegen­teil. Eat the rain­bow, das hört und liest man in fast allen Ernäh­rungs­emp­feh­lun­gen, die eini­ger­ma­ßen seri­ös sind. Das deckt sich mit der alten ayur­ve­di­schen Weis­heit, täg­lich alle 6 Geschmacks­rich­tun­gen (süß, sau­er, sal­zig, scharf, bit­ter, herb) zu ver­zeh­ren. Wenn man die Lis­te der Lebens­mit­tel zur jewei­li­gen Geschmacks­rich­tung nicht im Kopf hat (ich hab sie nicht), hilft der Regen­bo­gen. Je mehr Far­ben, des­to mehr Geschmä­cker hat man auf dem Tel­ler ver­sam­melt.

Nur: es gibt auch super gesun­des Essen, das nicht insta­gra­ma­ble ist bzw. das man ein­fach nicht foto­gra­fie­ren mag. Weils aus­sieht wie K.… ;-). Mung­boh­nen-Dal oder ‑sup­pe zum Bei­spiel. Grün­brau­ne Pam­pe, ein schö­ne­res Wort gibt es nicht dafür. Der Inhalt, also Pro­te­ine, Nähr­stof­fe und Mikro­nähr­stof­fe sind dafür vom aller­feins­ten. Auf­bau­end für die Gewe­be, näh­rend bis in die letz­te Zel­le, sät­ti­gend, stär­kend und har­mo­ni­sie­rend. Wegen die­ser Eigen­schaf­ten emp­feh­len ayur­ve­di­sche Ärz­te und Ernäh­rungs­be­ra­ter die­se Gerich­te zum regel­mä­ßi­gen Ver­zehr, 1–2 mal pro Woche darfs schon sein. Ist man Vege­ta­ri­er, könn­te man eine Mung­boh­nen­sup­pe auch als das vege­ta­ri­sche „Bone­broth“ bezeich­nen.

 

kitchari mungbohnen

Eigent­lich müss­te jedes Health Food Café Gerich­te mit Mung­boh­nen auf der Kar­te haben. Oder Reis­sup­pen (Kan­jis). Oder Kit­cha­ris, ein Ein­topf aus Reis und gel­ben Mung­boh­nen oder Lin­sen, optio­nal auch mit Gemü­se. Ist aber nicht so. Weil Health für Beau­ty geop­fert wird. Und hier schie­ßen wir uns sozu­sa­gen ins eige­ne Knie. Die­se Hal­tung bezieht sich übri­gens auf vie­le Fel­der in unse­rem Leben: Essen, Kos­me­tik (Mikro­plas­tik), Haar­far­be (Che­mie), Mode (gif­ti­ge Farb­stof­fe und kur­ze Lebens­dau­er), man könn­te die Lis­te fort­set­zen.

Wenn ich mit Köchen von eher hip­pen vegetarisch/veganen Loka­len spre­che, die sich mit gesund­heits­för­dern­der Ernäh­rung aus­ken­nen (vie­le gibt es lei­der nicht), hal­ten sie die­se Gerich­te für nicht ver­käuf­lich wegen der Optik. An die­sem schi­zo­phre­nen Punkt ste­hen wir also mit unse­rer Obses­si­on für gesun­de Ernäh­rung. Es gibt Aus­nah­men, in Wien ist mir das kürz­lich begeg­net: grains in der Gum­pen­dor­fer­stras­se, der Mor­gen­brei ist super und ohne chi­chi. z.B. Con­gee mit Miso, Gemü­se und Soja­sauce gewinnt kei­nen Schön­heits­preis aber ist eine Wohl­tat.

 

Eiszeit im Magen

Zur Zeit hal­te ich mich aber nicht in Wien son­dern in Süd­goa auf und bin nach einem Monat Indi­en schon etwas „aus­ge­cur­ried”. Als Alter­na­ti­ve bleibt das loka­le Health Food Café, wo es unter ande­rem die obli­ga­to­ri­schen bun­ten Smoot­hie­bowls gibt, z.B. die berühm­te Acai Bowl. Far­be und Top­pings sind meist so unfass­bar schön, dass man das Kunst­werk kaum zer­stö­ren mag. Wenn man dann den ers­ten Löf­fel geschluckt hat, der Schreck. Eises­käl­te strömt in den Magen. Das ist bei den meis­ten Smoot­hie­bowls der Fall, zumin­dest bei denen, die ich bis­her pro­biert habe. In einem Health Food Lokal habe ich des­halb letz­ten Herbst eine Tas­se hei­ßes Was­ser bestellt und hin­ein­ge­schüt­tet. Die Mie­ne der Ser­vice­kraft ent­sprach der Tem­pe­ra­tur der Bowl. Vor dem hei­ßen Was­ser. Ich glau­be, sie hielt mich für eine total uncoo­le Zicke, die kei­ne Ahnung hat von einem „gesun­den“ Früh­stück :-)).

Die Käl­te rührt übri­gens aus der Erkennt­nis, dass Smoot­hies mit gefro­re­nem Obst wesent­lich cre­mi­ger und fes­ter wer­den und dadurch gelöf­felt wer­den kön­nen. Tex­tur geht also vor Ver­dau­ungs­kraft.

Es erin­nert mich an ein Prin­zip aus einem ande­ren Bereich. In Archi­tek­tur und Design lau­tet das Mot­to: Form fol­lows func­tion. Wer das nicht beach­tet, kann lang­fris­tig nicht erfolg­reich sein. Der Sinn und Zweck eines Gebäu­des, Gegen­stan­des oder einer Wer­be­maß­nah­me muss eine Funk­ti­on erfül­len und sobald dies gewähr­leis­tet ist, kommt die Ästhe­tik ins Spiel.

 

Gesundheit vor Schönheit

Auf Ernäh­rung über­tra­gen müss­te es hei­ßen: Optik folgt Ver­dau­ungs­funk­ti­on. Das klingt jetzt nicht so cool. Ist aber essen­ti­ell für die Balan­ce in unse­rem Kör­per, egal ob man dabei an die Hor­mon­ba­lan­ce denkt, die Dosha­ba­lan­ce, das Säu­re-Basen-Gleich­ge­wicht oder den aus­ge­gli­che­nen Schlaf. Erst wenn die Unter­stüt­zung der Ver­dau­ung gewähr­leis­tet ist, macht man die Spei­se zusätz­lich noch „schön“, oft ist das übri­gens gar­nicht nötig, weil sie von Natur aus auch das Auge erfreut. Eine eis­kal­te Smoot­hie­bowl ist nun das Gegen­teil. Die Ver­dau­ungs­kraft wird durch die Käl­te sofort ver­ab­schie­det. Und das Pra­na, also die Lebens­en­er­gie der Früch­te in der Bowl wur­de im Vor­feld bereits im Tief­kühl­fach redu­ziert. Macht Sinn? Née.. Im Win­ter in Mit­tel­eu­ro­pa erst recht nicht.

In eini­gen Loka­len wer­den übri­gens für das Erzie­len der gewünsch­ten Kon­sis­tenz Chia­sa­men oder Getrei­de­flo­cken dazu­ge­mixt. Das sät­tigt nicht nur bes­ser, man kann es sogar erwär­men, was im Win­ter ein sehr ange­neh­mes Bauch­ge­fühl ver­mit­telt. Ein mög­li­ches Rezept.

Mut zur Häss­lich­keit ist also neben dem Regen­bo­gen­es­sen die Devi­se, und ja, man darf das durch­aus Freun­den zumu­ten. Auch nicht foto­ge­ne und vor allem ein­fa­che Gerich­te (man den­ke an Man­gold, Spi­nat, Kohl, Kraut, Brat­kar­tof­feln usw.) gewin­nen auf ande­ren Ebe­nen, z.B. durch Nähr­stoff­dich­te oder har­mo­ni­sie­ren­de Eigen­schaf­ten. Nicht nur Magen und Darm wer­den es dan­ken, auch die Aus­ge­gli­chen­heit und Lebens­freu­de wächst. In Ayur­ve­dakli­ni­ken wer­den sehr viel wei­ße und grü­ne Gemü­se gege­ben, weil sie die Ent­gif­tung des Kör­pers unter­stüt­zen. Da freut man sich ver­ständ­li­cher­wei­se nach ein paar Wochen wie ein Kind über das oran­ge der Karot­ten oder das rot der Bete :-).

Das völ­li­ge Feh­len von hedo­nis­ti­schen Lau­nen und Gelüs­ten nach Men­ge (all you can eat), stän­di­ger Ver­füg­bar­keit oder beson­de­rer Far­ben­freu­de ist übri­gens eines der Geheim­nis­se, die die Men­schen auf Oki­na­wa aus­zeich­net. Sie wer­den sehr gesund alt. Wenn man allen Ver­su­chun­gen erliegt, beson­ders bei der Ernäh­rung, schwächt man sei­nen Kör­per. Sehr bunt beschrie­ben im Buch „Iki­gai“, das eini­ge ande­re lebens­ver­län­gern­de Ernäh­rungs- und Lebens­weis­hei­ten beinhal­tet. Lesens­wert!

8 entspannende Tipps für die Weihnachtstage

Nun ste­hen sie bevor, die Woche(n), in denen man sei­ne Vor­sät­ze über den Hau­fen wirft, um sie an Sil­ves­ter even­tu­ell wie­der zu reak­ti­vie­ren, für mehr oder weni­ger lang :-).
Man sagt „ja” zu einem wei­te­ren Glas Wein/Glühwein/Punsch, obwohl man den Kater schon erahnt. Man isst zu viel, zu spät und zu viel durch­ein­an­der, obwohl man das Grum­meln im Bauch danach nur all­zu gut kennt. Man opfert sei­ne Yoga‑, Pila­tes- und Medi­ta­ti­ons­zei­ten, weil so vie­le Besu­che bei Fami­lie und Freun­den anste­hen. Man schläft zu wenig und spielt/redet bis tief in die Nacht, wohl wis­send, wie sich die Schwe­re am nächs­ten Mor­gen anfühlt und in schma­len Augen sicht­bar wird. Man ver­zich­tet auf den Spa­zier­gang, wenn ein paar Schnee­flöck­chen vom Him­mel fal­len, weil es drin­nen so kusche­lig warm ist. Und die Lis­te gin­ge wei­ter und wei­ter… ;-).

Die Weih­nachts­zeit kann trotz­dem sehr ent­span­nend sein, wenn man sich mit 8 ein­fa­chen Tipps immer wie­der in Balan­ce bringt:

  1. Einen Tag kom­plett für sich sel­ber ein­pla­nen, das ermög­licht ein klei­nes rech­ar­ge zwi­schen­durch.
  2. Alle paar Tage eine Kit­cha­ri-Mahl­zeit ein­pla­nen (zum Rezept), als Reset für die Ver­dau­ung, man fühlt sich sofort leich­ter.
  3. Viel Gemü­se auf dem Menü­plan wir­ken als har­mo­ni­sie­ren­des Geschenk für den eige­nen Kör­per.
  4. Immer wie­der hei­ßes Was­ser und Tee aus Ing­wer und Zitro­ne mit etwas Kur­ku­ma und einer Pri­se Pfef­fer trin­ken.
  5. Alle Gedan­ken über unge­sun­de Ernäh­rung und Gewichts­zu­nah­me über Bord wer­fen und genies­sen, was kommt. Wir haben min­des­tens 40 — 51 (für Stre­ber) Wochen im Jahr, um alles oder vie­les rich­tig zu machen.
  6. Innen­städ­te zwi­schen den Fei­er­ta­gen wäh­rend der Laden­öff­nungs­zei­ten unbe­dingt mei­den ;-).
  7. Spa­zier­gän­ge sor­gen durch die fri­sche Luft zusam­men mit der Bewe­gung für einen ruhi­gen Geist und gute Lau­ne, neben­bei wird das vie­le Essen leich­ter ver­daut.
  8. Din­ge pla­nen, von denen man weiß, dass sie glück­lich machen.

Stürmisches Herbstessen

Es ist win­dig und bis­wei­len stür­misch in die­sen Wochen, der Herbst folgt mit sei­ner rau­hen Sei­te naht­los auf den schö­nen Som­mer. Sicht­bar und hör­bar ist also das Luft­ele­ment domi­nant. Dies ver­stärkt Leich­tig­keit, Tro­cken­heit und Küh­le, was wie­der­um auto­ma­tisch das Vata-Dosha erhöht, das sich bereits im Spät­som­mer ange­sam­melt hat.
Die Erhö­hung des Vata Doshas führt zu eher insta­bi­ler Ver­dau­ungs­kraft, das Ner­ven­sys­tem, die Feuch­tig­keit im Kör­per, der Schlaf, die Ent­span­nung sind beein­träch­tigt, Ver­span­nun­gen neh­men zu. Dadurch kön­nen Toxi­ne und Ama (Unver­dau­tes) im Kör­per auf vie­len Ebe­nen für Unwohl­sein sor­gen. Die Ver­bin­dung von Vata und Ama führt oft zu Gelenks­be­schwer­den wie Rheu­ma und Arthri­tis.

Mit ent­sp­reIMG_0935chen­der Ernäh­rung und Lebens­wei­se kann man die stür­mi­schen Zei­ten jedoch aus­glei­chen und das Immun­sys­tem für den Win­ter fit machen.

Das schö­ne am Herbs­tessen ist die Far­ben­freu­de, die sich im Außen wie Innen zeigt, z.b. mit rote Rüben, gel­ben Rüben, oran­ge­far­be­nen Kür­bi­sen, lila Karot­ten (pur­ple haze) und vie­lem mehr.

 

 

Diese Nah­rungs­mit­tel sollte man im Herbst bevor­zu­gen (redu­zie­ren Vata — befeuchten):

  • süßes, wür­zi­ges, sau­res und sal­zi­ges Essen
  • leicht ver­dau­li­ches Essen
  • nahr­haf­te Kost
  • mehr befeuch­tende und flüs­sige Nah­rung (z.B. Sup­pen, Ein­töp­fe, Kit­cha­ris)
  • ölige­res Essen (als Aus­gleich zur Tro­cken­heit)
  • fri­sches, regio­na­les Obst, das süß und reif ist, am bes­ten gedüns­tet
  • alle sai­so­na­len Gemü­se (Kür­bis, Wur­zel­ge­mü­se, Knol­len­ge­mü­se), gekocht oder gedämpft sowie geba­cken im Ofen
  • war­me Getrei­de­breis aus Din­kel, Reis, Qui­noa, Hafer
  • wär­men­de Gewür­ze: das sind fast alle (außer Fen­chel, Kori­an­der, Kar­da­mon, Min­ze), beson­ders geeig­net sind Zimt und Ing­wer, Kreuz­küm­mel, Senf­sa­men, Mus­kat, Nel­ken
  • zum trin­ken ide­al: war­mes Was­ser mit Gewür­zen oder Ing­wer, Kräu­ter­tees, Geträn­ke mit natür­li­cher Süße

 

Diese Nah­rungs­mit­tel sollte man redu­zie­ren oder mei­den (erhö­hen Vata — trocknen aus):

  • bit­te­re, her­be, schar­fe Spei­sen
  • Roh­kost, Sala­te
  • kal­te Spei­sen
  • schwe­res und schwer ver­dau­li­ches
  • Nacht­schat­ten­ge­wächse (Kar­tof­feln, Papri­ka, Chi­li, Toma­ten, Auber­gi­nen) in gro­ßen Men­gen
  • Hül­sen­früchte und Kohl in gro­ßen Men­gen
  • rohes Obst
  • Brot mit Hefe (bes­ser ist Sauer­teig­brot), Knä­cke­brot, Reis­waf­feln u.ä.
  • auf­ge­wärm­tes Essen
  • kal­te Geträn­ke

 

Ein ausgleichender Lebensstil im Herbst:

  • Ölzie­hen mit war­mem Sesam­öl am Mor­gen (Öl für eini­ge Minu­ten im Mund hal­ten)
  • Mas­sa­gen mit viel Öl hel­fen gegen Ver­span­nun­gen und Gelenks­pro­ble­me
  • lang­sa­mes Yoga und Atem­übun­gen wie Nadi Sho­da­na wir­ken beru­hi­gend
  • ein regel­mä­ßi­ger Tages­ab­lauf
  • Streß ver­mei­den
  • Rei­sen redu­zie­ren
  • den Kopf an win­di­gen Tagen immer schüt­zen

 

Gegen Erkäl­tun­gen hilft: Ing­wer­was­ser, Kori­an­der-Ing­wer-Tee, Ing­wer im Essen, Ing­wer­was­ser inha­lie­ren (1 Tee­löf­fel auf einen Topf kochen­des Was­ser), Ver­mei­den jeder Art von Milch­pro­duk­ten.

Viel­leicht ver­wöhnt uns der Herbst auch noch mit ein paar son­ni­gen Tagen, in denen wir unse­ren Vit­amin D‑Vorrat für das Immun­sys­tem fül­len kön­nen. Also nichts wie raus in die bun­te Welt, wann immer es geht :-).

Arti­kel update im Okto­ber 2018.

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Was heute so alles als Gift erklärt wird…

Das letz­te Jahr hat eini­ge ganz erstaun­li­che The­sen zu Lebens­mit­teln her­vor­ge­bracht, die einem das Fürch­ten leh­ren. Ent­we­der die The­sen oder die Lebens­mit­tel, je nach Betrach­tungs­wei­se ;-). Gif­tig und/oder böse sind seit neu­es­tem Kokos­öl wegen der gesät­tig­ten Fett­säu­ren. Käse wegen des hohen Anteils an Fett, Salz, natür­li­chen Hor­mo­nen und der Bak­te­ri­en, die den typi­schen Käse-Geruch (!) ver­ur­sa­chen. Soja wegen der Phy­to­ös­tro­ge­ne. Ganz arg erwischt hat es Hül­sen­früch­te, Voll­korn-Getrei­de, bestimm­te Obst- und Gemü­se­sor­ten und Toma­ten, sofern sie Lek­ti­ne ent­hal­ten, die angeb­lich die Gesund­heit rui­nie­ren.

Bit­ter wird es, wenn die The­sen von Pro­fes­so­ren und Ärz­ten in die Welt gesetzt wer­den, in deren Fach­kom­pe­tenz die Men­schen gro­ßes Ver­trau­en haben. Wenn sich dann kor­rek­te und spe­ku­la­ti­ve Aus­sa­gen abwech­seln, hat der Ver­brau­cher kei­ne Chan­ce mehr, sich zu ori­en­tie­ren. In Win­des­ei­le ver­brei­tet wer­den die The­sen dann von Ver­la­gen, Jour­na­lis­ten und Blog­gern, die die kom­ple­xen Zusam­men­hän­ge der Ernäh­rungs­me­di­zin nicht ken­nen kön­nen, es wäre jedes­mal ein hal­bes Stu­di­um. Ein­fan­gen kann man fake sci­ence Berich­te meist nicht mehr.

Den größ­ten Auf­schrei hat sicher­lich die Uni­ver­si­tät Frei­burg mit dem Video von Frau Prof. Dr. Dr. Michels pro­du­ziert. Kna­cki­ges The­ma: „Von Kokos­öl und ande­ren Ernäh­rungs­irr­tü­mern”. Haupt­aus­sa­ge: „Kokos­öl ist pures Gift” oder „Kokos­öl ist das schlimms­te Lebens­mit­tel, das sie zu sich neh­men kön­nen” oder „Gesät­tig­te Fett­säu­ren (also Kokos­öl) füh­ren zum siche­ren Herz­tod”. So geht es dahin mit den stei­len Vor­la­gen und ich erhal­te ver­un­si­cher­te Anfra­gen, ob das so alles stim­men könn­te. Und natür­lich Kom­men­ta­re, die froh­lo­cken: hab ich es doch immer schon gewußt dass.…

Als auto­di­dak­ti­scher Food­nerd hat man wenig in die Waag­scha­le zu wer­fen gegen eine Pro­fes­so­rin, die nicht nur in Frei­burg son­dern zudem in Har­vard lehrt. Man schämt sich heim­lich für die bei­den Unis, vor allem für die aus dem eige­nen Geburts­ort bis man merkt, dass die­se The­sen eigent­lich aus Har­vard „impor­tiert” wur­den. Also fällt mein Mit­leid für die­se alt­ehr­wür­di­ge Insti­tu­ti­on aus. Die Frei­bur­ger freu­en sich in der Badi­schen Zei­tung über Klick­zah­len wie noch nie. Als ob das ein Beweis für die Qua­li­tät des pro­fes­so­ra­len Rund­um­schla­ges wäre. Es dau­ert immer­hin eini­ge Wochen, bis die Uni­ver­si­tät das Video kom­men­tar­los wie­der vom Netz nimmt. Hat man doch noch­mal recher­chiert?? Who knows.
(Wer Zeit übrig hat, um da noch­mals rein­zu­hö­ren, bit­te­schön hier ent­lang.)

Zur Motiv­fra­ge für den öli­gen Rund­um­schlag fällt mir lei­der auch nichts ein. Ich konn­te kei­ne belast­ba­ren Zah­len fin­den, aber ich schät­ze den Ver­brauch von Kokos­öl hier­zu­lan­de im ein­stel­li­gen Pro­zent­be­reich im Ver­gleich zu den gän­gi­gen Ölen aus Oli­ven, Son­nen­blu­men, Raps, Hasel­nuss etc. Und auch wenn sich das ver­dop­peln soll­te, was ich für unwahr­schein­lich hal­te, tut das noch immer kei­nem weh.
Dass es nicht regio­nal ist, was durch­aus GEGEN Kokos­öl spricht, passt in den Vor­trag des­halb nicht, weil ja auch von Kaf­fee geschwärmt wird. Dage­gen ist grü­ner Matcha­tee wie­der­um ganz schlecht, und war­um? Weil er impor­tiert (!) wer­den muss. Kaf­fee­bäu­me wach­sen näm­lich rund um Frei­burg mit sei­nem suptro­pi­schen Kli­ma. Ach née, das ist ja der (badi­sche) Wein… Auf­grund sol­cher Logik­ket­ten hab ich den Vor­trag irgend­wann nicht mehr ernst genom­men.

Wie viel oder wenig von die­sem Kokos­nuss-Bashing blan­ker Unsinn ist, kann man mit ein paar Klicks her­aus­fin­den. Das hät­te ein Prak­ti­kant der Uni schnell erle­digt gehabt und viel­leicht der offen­sicht­lich nicht koch­af­fi­nen Pro­fes­so­rin neben­bei noch erklä­ren kön­nen, dass vege­ta­ble oil in der Küchen­pra­xis und im Super­markt nicht Gemü­se­öl heißt.

 

As nature intended

Was uns die Natur lie­fert, sind in den sel­tens­ten Fäl­len schlech­te Nah­rungs­mit­tel  (Aus­nah­men sind gif­ti­ge Pflan­zen). Was die Men­schen in alten Tra­di­tio­nen dar­aus fabri­ziert haben, eben­falls nicht. Kon­tex­tu­al mit Regi­on, Kli­ma, und über­haupt im Ein­klang mit der Natur, kom­men da vie­le gute Lebens­mit­tel in die Mün­der. Fri­sches, Fer­men­tier­tes, Ein­ge­mach­tes, Gepick­le­tes, Gepö­kel­tes, Milch­pro­duk­te, etc. pp.

Etwas zur Mit­te des letz­ten Jahr­hun­derts habe wir ange­fan­gen, die Ernäh­rung aus dem Haus­halt out­zu­sour­cen. An Che­mi­ker, die Lebens­mit­tel­in­dus­trie, Robo­ter, was auch immer. Und haben nun Ärger mit der Gesund­heit, weil wir nur noch wenig „ech­te” Lebens­mit­tel zu uns neh­men, die uns „näh­ren”. Und die pra­na-arme Nah­rung auch noch zur fal­schen Zeit in uns rein­st­op­fen. Dar­aus hat sich eine „Gesundheits”-Industrie ent­wi­ckelt, die mit aller­hand Super­foods und Wun­der­mit­teln in Kap­seln unser Mikro­bi­om und was sonst noch so durch­ein­an­der geriet im Orga­nis­mus, zu hei­len. Ein Hype jagt den nächs­ten und die ver­un­si­cher­ten Ver­brau­cher ren­nen oft wie die Lem­min­ge hin­ter­her. Was ich ver­ste­hen kann, weil kaum jemand die Mög­lich­keit hat, sich in die Tie­fe zu infor­mie­ren.

Ich hal­te weni­ge der als Super­food dekla­rier­ten Lebens­mit­tel für wert­vol­ler als fri­sche hei­mi­sche Nah­rung. Als Ergän­zung und gesund­heit­li­che (z.B. Ing­wer, Kur­ku­ma) wie aro­ma­ti­sche Berei­che­rung fin­de ich sie in klei­nen Men­gen äußerst hilf­reich. Den Hype um Kokos­öl hal­te ich für über­zo­gen, ich den­ke, es ist ein glei­cher­ma­ßen wert­vol­les Lebens­mit­tel wie hoch­wer­ti­ges Oli­ven­öl, Lein­öl, Nuss­öle etc.. Ich ver­wen­de es haupt­säch­lich im Som­mer wegen der küh­len­den Eigen­schaft und in die jün­ge­ren Stu­di­en über die Vor­tei­le habe ich durch­aus gro­ßes Ver­trau­en. Gift? Das sind pes­ti­zid-hor­mon-anti­bio­ti­ka-voll­ge­pump­te Gemü­se, Obst, Fleisch- und Milch­pro­duk­te. Aber Kokos­öl?
Es geht mir heu­te aller­dings nicht um die Ver­tei­di­gung eines Öles oder ande­rer Lebens­mit­tel, die der­zeit in Ungna­de gefal­len sind. Eher um das dar­über­lie­gen­de Bild, das sich hier zeigt.

 

Der Kontext ist der Schlüssel

Was mir beim Video über das Kokos­öl sofort auf­fiel ist die kom­plet­te Miß­ach­tung des Kon­tex­tes. Als ein­ge­fleisch­ter Süd­ost­asi­en-Fan sehe ich vor mei­nem geis­ti­gen Auge mehr als 350 Mio Asia­ten, z.B. in Süd­in­di­en, Thai­land, Bali, Phil­li­pi­nen etc., zu deren täg­li­cher Nah­rung Kokos­öl gehört und die eigent­lich alle am „siche­ren Herz­tod” ster­ben müss­ten. Tun sie aber nicht, nicht mal in Bruch­tei­len im Ver­gleich zu den Men­schen im Wes­ten, die so gut wie kein Kokos­öl zu sich neh­men, dafür raf­fi­nier­te, che­misch gerei­nig­te und völ­lig wert­freie Pflan­zen­öle, Haupt­sa­che „unge­sät­tig­te” Fett­säu­ren, egal wie ver­panscht. Somit benö­ti­ge ich kei­ne wiss­chen­schaft­li­chen Stu­di­en am Men­schen, die es laut Prof. Dr. Dr. Michels angeb­lich nicht gibt (doch es gibt sie und ein Klick zu greenmedinfo.com oder pubmed.com hät­te die Wis­sens­lü­cke geschlos­sen).
Im Kon­text mit der asia­ti­schen Ernäh­rung, die sehr viel Gemü­se und Gewür­ze beinhal­tet, scheint Kokos­öl also alles ande­re als Gift zu sein. Gesät­tig­te Fett­säu­ren (incl. Kokos­öl) im Kon­text mit Bewe­gungs­ar­mut, mehr­mals täg­li­chem Ver­zehr von qua­li­ta­tiv min­der­wer­ti­gem Fleisch, Wurst, Käse, Weiß­mehl, über­mäs­sig viel Zucker und Con­ve­ni­ent Food könn­te ver­mut­lich zum Herz­tod füh­ren. Über Kor­re­la­ti­on und Kau­sa­li­tät müss­te die Dame ja Bescheid wis­sen.

Ähn­lich geht es mir bei Sojadebat­ten mit Kol­le­gin­nen, die es nicht ver­ste­hen kön­nen, dass ich Soja­pro­duk­te nicht in Bausch und Bogen in die Ton­ne tre­te, wo doch die Fak­ten­la­ge klar ist, dass die­se ganz schlecht für die Gesund­heit sei­en. Ja rich­tig, ich neh­me Soja nur sel­ten (meist in Form von Tofu) und ach­te auf Ware, die nicht gen­ma­ni­pu­liert ist. Aber ein Lebens­mit­tel, das Men­schen in bestimm­ten Regio­nen der Welt u.a. 100 Jah­re alt wer­den läßt (Oki­na­wa), kann ich nicht als schlech­tes Lebens­mit­tel bezeich­nen. Wie die Japa­ner und Chi­ne­sen in Zukunft das The­ma Gen-Soja in den Griff krie­gen und was es mit den Men­schen machen wird, wer­den wir sehen.

Nächs­tes Bei­spiel: Käse. Es gibt ein Buch des (vega­nen!) Arz­tes Dr. Neal Bar­nard, das vehe­ment vor Käse warnt. Einem Lebens­mit­tel, das unse­re Vor­fah­ren im Alpen­raum als Grund­nah­rungs­mit­tel kul­ti­viert und in einer eher klei­nen Men­ge (man­gels Mas­sen­tier­hal­tung) zu sich genom­men haben. Als Quel­le von Eiweiß, Fett, Vit­ami­nen und Mine­ra­li­en wie Cal­ci­um, Zink, Phos­phor, Vit­amin A, Vit­amin D, B2 (Ribo­fla­vin) und B12, Vit­amin K2 (vor­beu­gend gegen Osteo­po­ro­se), kon­ju­gier­te Lin­ol­säu­re CLA (stärkt gegen Krebs und sta­bi­li­siert den Stoff­wech­sel). Das alles gilt für sorg­fäl­tig her­ge­stell­ten Käse aus Roh­milch bzw. hoch­wer­ti­ger Milch.
Käse aus mas­sen­pro­du­zier­ter Milch von Kühen, die mit Hor­mo­nen, Anti­bio­ti­ka und nicht art­ge­rech­tem Fut­ter voll­ge­packt sind, in Über­men­ge ver­zehrt, sind grenz­wer­tig toxisch und gel­ten zu Recht als sehr bedenk­lich für die Gesund­heit. Auch hier geht es wie­der um den Kon­text und die Fra­ge: Wie hat die Natur es vor­ge­se­hen? Läßt sich leicht beant­wor­ten. Die Kuh steht in der Son­ne auf der Wei­de und frisst Gras. Im Win­ter Heu. Der Milch-Über­schuss nach Füt­te­rung des Kal­bes geht in die Pro­duk­ti­on ande­rer Milch­pro­duk­te. Die Men­ge regelt sich dadurch von allei­ne. Krieg ich das, nehm ich es mit Genuß. Krieg ich es nicht, lass ich es blei­ben, was heu­te meist der Fall ist.
Dr. Bar­nard bean­stan­det auch den hohen Salz­ge­halt in vie­len Käse­sor­ten. Damit hat er recht, doch in den meis­ten Fäl­len ist der Salz- und Natri­um-Spie­gel im Käse gerin­ger als bei Fast­food-Ernäh­rung.

Zu guter Letzt: Die bösen Gemü­se
Dr Ste­ven Gund­ry hat vor allem die vege­ta­ri­sche Gemein­de auf­ge­schreckt mit sei­nem Buch über die bösen Lek­ti­ne in gesun­den Lebens­mit­teln. Vor allem die Hül­sen­früch­te wer­den als Übel­tä­ter bezeich­net. Neben Getrei­den, best. Obst- und Gemü­se­sor­ten und ein paar ande­ren Lieb­lings­le­bens­mit­teln. Dass die über 100jährigen Men­schen in den Blue Zones ein Leben lang täg­lich Hül­sen­früch­te zu sich neh­men und sehr gesund altern: geschenkt. Dass Lek­ti­ne beim Kochen (Kon­text) unschäd­lich wer­den, dar­über müs­sen ande­re auf­klä­ren. Die ita­lie­ni­schen Mamas und ayur­ve­di­schen Wei­sen z.B. kochen ihre Toma­ten. Von Lek­ti­nen haben sie ver­mut­lich nie gehört, aber die Vor­fah­ren haben wohl feste­ge­stellt, dass die Toma­ten gekocht wesent­lich leich­ter ver­daut wer­den bzw. sich vor­teil­haft aus­wir­ken und so ist, ver­mu­te ich mal, die Tra­di­ti­on der Sugo ent­stan­den ;-). Und die isst man haut­säch­lich wäh­rend der Toma­ten­sai­son, also ein paar Mona­te im Jahr plus das Ein­ge­mach­te, das im Win­ter in klei­nen Por­tio­nen ver­braucht wird. Auch dies ein Bei­spiel, dass man Qua­li­tät, Ver­ar­bei­tung, Sai­son, Men­ge und Tra­di­ti­on als Kon­text für die Beur­tei­lung von Lebens­mit­teln ein­be­zie­hen muss.

 

Was kommt als nächtes?

Wir dür­fen gespannt sein, wel­ches Lebens­mit­tel als nächs­tes aus der pipe­line lugt. Lein­sa­men ist weit oben auf der Ska­la. Unser liebs­ter Ome­ga-3-Lie­fe­rant. Angeb­lich wegen der Östro­ge­ne.…
Eine gute Stra­te­gie ist, den Hypes in jeder Rich­tung einen gesun­den Men­schen­ver­stand ent­ge­gen zu set­zen. Und Tra­di­ti­on, Regio­na­li­tät und Kon­text im Auge zu behal­ten. Es zeigt sich zudem, dass man immer wie­der sei­ne eige­nen Recher­chen anstel­len muss, wenn man medi­en­star­ken Ernäh­rungs­my­then begeg­net. Oder man igno­riert sie ein­fach und geniesst. Das Essen, das Leben, die Zeit, die man sich nicht sorgt über sei­ne Ernäh­rung.

Was immer gül­tig blei­ben wird: fri­sche, sai­so­na­le Lebens­mit­tel, frisch gekocht, in der rich­ti­gen Men­ge zur rich­ti­gen Zeit ver­zehrt, för­dern die Gesund­heit und einen kla­ren Ver­stand. Damit wird man immun gegen jeg­li­ches Angst­sze­na­rio in Büchern, auf sozia­len Medi­en und in Vor­trä­gen.

 

Pho­to by Dana Ten­tis from Pexels

Die Stärken (und Schwächen) von Kokoswasser

Wer in Län­der nahe dem Äqua­tor reist, kennt das Bild von Kokos­nuss-Stän­den ent­lang den Stras­sen, die jeder Rei­sen­de irgend­wann auf­sucht, um sich einen küh­len­den, süß­li­chen und sehr lecke­ren Durst­lö­scher zu gön­nen. Ein Segen für die Men­schen in die­sen Län­dern, denen die Natur die­ses Eli­xier fast zum Null­ta­rif lie­fert. Kokos­was­ser wirkt zudem stär­kend und ist voll­be­packt mit Mine­ra­li­en, die man im schweiß­trei­ben­den Kli­ma nach­la­den kann. Und weil immer mehr Tou­ris­ten die­ses Getränk eben­falls lie­ben gelernt haben, wur­de irgend­wann das Kokos­was­ser extra­hiert und in Tetra­packs zu uns ver­schifft.

Nun gibt es einen sinn­vol­len Kon­text, in dem Kokos­was­ser sehr hilf­reich ist. In Asi­en trin­ken es die Men­schen am Vor­mit­tag bis zum frü­hen Nach­mit­tag, wenn die Hit­ze run­ter­brennt, spä­ter am Tag wäre denen das zu küh­lend. Obwohl sie ver­mut­lich nicht wis­sen, dass der Kör­per ab nach­mit­tags eh anfängt, sei­ne Tem­pe­ra­tur nach unten zu regu­lie­ren (was mit der schwä­cher wer­den­den Son­ne und unse­rem natür­li­chen Hor­mon­zy­klus zu tun hat), leben sie das nach Intui­ti­on und Tra­di­ti­on.
Asia­ten trin­ken auch nie mehr als eine Kokos­nuss, weil die küh­len­de Wir­kung so stark ist, dass sie ab der zwei­ten Por­ti­on auf der Stel­le einen Schnup­fen krie­gen wür­den. Außer­dem wirkt das Was­ser außer­or­dent­lich harn­trei­bend, für nicht-männ­li­che Asia­tin­nen (und weib­li­che Tou­ris­tin­nen) ein klei­nes Hin­der­niss ab und an… :-).

Die Kokos­nüs­se wer­den nur sel­ten in Kühl­schrän­ken gela­gert, man trinkt das Was­ser also auf „Raum„temperatur, was eine äußerst gro­ße Band­brei­te zuläßt, je nach­dem ob der Kokos­händ­ler sein Standl in der Son­ne oder unterm Baum geparkt hat. Trotz­dem fühlt sich das Kokos­was­ser immer sehr erfri­schend auf der Zun­ge und im Kör­per an.

Und was machen wir? Wir trin­ken das Was­ser, weil es ja inzwi­schen fächen­de­ckend im Han­del und hip­pen Cafes ange­prie­sen wird, in Men­gen und zu allen Tages­zei­ten, ger­ne auch mal abends nach dem gro­ßen Din­ner, wenn die küh­len­de Eigen­schaft die gan­ze Ver­dau­ungs­ma­schi­ne lahm­legt. Und zu allen Jah­res­zei­ten, also auch im Okto­ber oder im April auf der Cafe­ter­as­se, ein­ge­hüllt in eine Fleece­de­cke. Makes Sen­se? No… :-).
Unser Umgang mit Kokos­was­ser ist eines der Bei­spie­le von Trend­fol­lo­wing, das die Intui­ti­on und das eige­ne Kör­per­ge­fühl über­rum­pelt, weil das jetzt halt alle gut zu fin­den schei­nen. Und wer je ein gutes Kokos­was­ser im Ursprungs­land genies­sen durf­te, kommt mit dem Geschmack des Tetra­pack-Was­sers sowie­so nicht klar, was eher ein Glück ist.

Fazit: Kokos­was­ser im Hoch­som­mer und tags­über ist super. Weni­ger als 250 ml/Tag ist aus­rei­chend (man kann das gut stre­cken mit Säf­ten oder Was­ser). Extra Eis­wür­fel oder chil­ling cool ist nicht nötig, es sei denn der Magen brennt. Und: in Ver­bin­dung mit Mahl­zei­ten ist Kokos­was­ser über­haupt kei­ne gute Idee. Löscht umge­hend das so wich­ti­ge Ver­dau­ungs­feu­er.

 

Pho­to by Max Laku­tin on Uns­plash