Es bubbelt und friert

bubble tea and cup cakesEin ziemlich schicker Angriff auf unsere Gesundheit kommt derzeit aus schön gestylten fancy-fast-food-shops in unseren Großstädten.
Jede Woche eröffnen neue Filialen. Und das große gelbe M hat’s auch schon im Programm, was man eher als Ausschlusskriterium werten kann.

Die Rede ist von Bubble Tea, Frozen Yoghurt und Cup Cakes. Kürzlich war ich in einer süddeutschen Großstadt und es wurden gerade 2 dieser Shops nebeneinander eröffnet. Somit ideal zum Test-Essen-Trinken.
Zuerst die Cupcakes: der in pink und weiß gehaltene Laden hatte durchaus Wohlfühlcharakter. Die muffinförmigen Cakes waren eine Augenfreude und sahen lecker aus. Zudem sind die „Sünden“ in kleinen Portionen gebacken, was das schlechte Gewissen evtl. reduzieren könnte. Dafür nimmt man allerdings schon auch mal 2 davon. Ein Blick in eines der vielen neuen bunten CupCake Kochbücher zeigt allerdings, dass die Hauptzutaten Zucker, Butter, Sahne und künstliche Farbstoffe sind.
Der erste Biss in die wundervolle Optik war ein Schock. Geschmacklos der „cake“, fett die creme obendrauf und garnicht lecker. Das schafft sogar das Muffin bei der Billig-Bäcker-Kette besser. Eine zweite Variante nicht besser. Beides landet zur Hälfte im Großstadt-Mülleimer auf dem Weg zur nächsten Station, der Bubble-Tea-Bar.

Bubble Tea wurde in Taiwan in den achtziger Jahren entdeckt und hatte gottseidank einen langen Weg, bis es in Europa gelandet ist. Tapioka-Perlen geben dem Getränk den Namen, das sind Stärkekügelchen, die man von asiatischen Dessertkreationen kennt, auch als Sago-Pudding bekannt. Im Bubbletea Getränk sind sie größer, bunter und sie schmecken… nach Chemie. Und sie sind SÜSS. Bis zu 500 Kalorien soll ein 0,2 l Becher Bubbletea haben, eine Bombe. Das sind Mahlzeiten, keine Getränke. Für Kinder eine Katastrophe. Hinzu kommen synthetische Aroma- und Farbstoffe und Sorbinsäure als Konservierungsmittel. Ernährungswisenschaftler laufen Sturm gegen das neue Trendgetränk ob der giftigen Inhalte, vorerst wohl vergeblich.
Und dazu die ganzen Plastikbecher und extradicken Plastikstrohhalme, brrrr 🙁

Parallel dazu öffnen mehr und mehr Frozen Yoghurt Spots. Wenn man die Probleme des „normalen“ Yoghurts kennt (sehr schwer verdaulich, löscht das Verdauungsfeuer, verursacht Hautprobleme, macht dick), fragt man sich, worin der gesundheitliche Vorteil gegenüber dem altbewährten italienischen Natureis liegen soll??

Irgendwie kann man sich ausrechnen wie die Jugend von heute, die derzeit in diesen 3 Essvergnügen Zuflucht sucht, in ein paar Jahren das XXL-Regal im Trendshop stürmen wird…

Essen mit Kindern

essen mit kindern
Eines der größten Diskussionsthemen unter den Teilnehmern meiner Kochkurse betrifft nicht das schälen, kochen, würzen der Speisen, auch nicht, warum Joghurt und Früchte nicht zusammengeht. Nein, die Gretchenfrage ist: „wie bringe ich meine Kinder dazu, dieses gesunde Essen zu mögen?“…
Zugegebenermassen bin ich da eher der falsche Ansprechpartner, komme allerdings aufgrund meiner Reisen in viele Familien und sehe ausgesprochen unterschiedliches Essverhalten bei den jeweiligen Kindern. Es scheint also keine allgemein gültigen Vorlieben zu geben.
Es ist mir sehr bewußt, dass es eine große Verantwortung für Eltern ist, die Kinder zumindest von den größten Ernährungsünden fernzuhalten. Also von allem, was die Industrie in Kinderaugen, Kinderohren, Kindermünder hinein blubbert.

Zur Thematik kann ich folgende links teilen:
Geenpeace-Magazin Essen Spezial (s.o.)
Spiegel online: Ernährung für Kinder
und natürlich ist FoodWatch immer die richtige Anlaufstelle.

Als Literatur eignet sich:
Das Greenpeace Magazin spezial zum Thema Essen (Bild oben)
Das Foodwatch-Magazin
foodwatch magazin kinder kaufen

Warum wir essen was wir essen von Eva Dernberger
eva dernberger