In einem per­fek­ten Gewürz­re­gal gibt es ein stän­di­ges Kom­men und Gehen. Denn für die Qua­li­tät und Fri­sche ist es sinn­voll, eher klei­ne­re Men­gen zu besor­gen und öfter nach­zu­kau­fen.

Wür­zen ist kei­ne kom­pli­zier­te Kunst, wenn man die Men­gen und Kom­bi­na­tio­nen beach­tet. Wie bei allen ayur­ve­di­schen Grund­sät­zen ist der maß­vol­le Ein­satz wich­tig. Dann ent­wi­ckeln die Gewür­ze die gewünsch­ten Heil­ei­gen­schaf­ten, die in Gewürz- und Kräu­ter­bü­chern aus­führ­lich beschrie­ben sind.

Die meis­ten Gewür­ze regen den Appe­tit an, för­dern die Ver­dau­ung, har­mo­ni­sie­ren, rei­ni­gen Blut und Gewe­be, ver­schö­nern die Haut, redu­zie­ren Blä­hun­gen, wir­ken aphro­di­sie­rend, machen das Essen wohl­schme­ckend und ver­lei­hen den Spei­sen sinn­li­che Aro­men. Für vie­le Gewür­ze wer­den zusätz­li­che Heil­ei­gen­schaf­ten beschrie­ben, z.B. für den Knob­lauch, der in den ayur­ve­di­schen Büchern mit sei­ner herz­stär­ken­den und gesund­heits­för­dern­den Wir­kung über den grü­nen Klee gelobt wird.

Im Über­maß kön­nen Gewür­ze aller­dings Unru­he im Kör­per erzeu­gen. Wer hat nicht schon mit Trä­nen gekämpft bei beson­ders schar­fen Spei­sen?

Nach­fol­gend ein Lis­te der wich­tigs­ten Zuta­ten fürs Gewürz­re­gal.

 

1. Die Klassiker:

  • Schwar­zer Pfef­fer
  • Stein­salz

Bei bei­den gibt es gro­ße Qua­li­täts­un­ter­schie­de. Ide­al sind hoch­wer­ti­ge Pfef­fer­kör­ner, in einer Müh­le frisch gemah­len. Wer es aus­ge­fal­le­ner mag: Kube­ben­pfef­fer, Tel­li­cher­ry Pfef­fer, Lang­pfef­fer, Kam­pot­pfef­fer usw… Für Gour­mets und Ver­füh­rer ;-). Gute Gewürz­müh­len mögen übri­gens nicht über dem Koch­topf bedient wer­den. Die Dämp­fe ver­rin­gern die Qua­li­tät des Mahl­werks.

Beim Salz ist ein gutes Stein­salz ide­al für uns. Wir krie­gen es hier im Salz­kam­mer­gut und in Ober­bay­ern sowie­so qua­si vor der Haus­tü­re. Koch­salz aus dem Super­markt ist ein NoGo. Hima­la­ya­salz ist seit Jah­ren stark im Gere­de, weil es zum einen nicht unbe­dingt aus dem Hima­la­ya kommt und dem guten Stein­salz nicht über­le­gen ist. Dafür aber unnö­tig teu­er…

Auch beim Salz gibt es eine aus­ge­fal­le­ne Vari­an­te für Koch­freaks, die man ab und an bei­mi­schen kann: Fleur de Sel, hand­ge­schöpf­tes Meer­salz. Ein klei­ner, fei­ner Luxus­ar­ti­kel, z.B. für medi­te­ra­ne Spei­sen.

 

2. Must haves (sollten in keiner Küche fehlen):

  • Kreuz­küm­mel / Cumin
  • Kori­an­der­sa­men
  • Fen­chel­sa­men
  • Kur­ku­ma / Gelb­wurz
  • Senf­sa­men
  • Mus­kat­nuss
  • Piment
  • Papri­ka­pul­ver
  • Asa­foeti­da / Hing (im Asi­en­shop und Bio­la­den (Cos­mo­ve­da) erhält­lich)
  • Lor­beer­blät­ter
  • Zimt
  • Kar­da­mon
  • Nel­ken

 

3. Gewürze, die Variationen ermöglichen, die man aber nicht jeden Tag verwenden wird:

  • Bocks­horn­klee-Samen
  • Chili­pul­ver oder Cayenne­pfef­fer
  • Safran (z.B. für Reis- und Des­sert­ge­rich­te)
  • Sum­ach / Zumac (fei­ne Säu­re für medi­te­ra­nes)
  • Sze­chuan­pfef­fer

 

4. Gewürzmischungen

sind enorm hilf­reich, z.B. für klei­ne Haus­hal­te und fau­le Köche (wie mich) oder wenns mal schnell gehen muss.

  • Kräu­ter­mi­schun­gen (Her­bes des Pro­vence, Ita­lie­ni­sche Kräu­ter etc.)
  • Das Lieb­lingscur­ry (oder 2 oder 3)
  • Ras el Hanout oder ande­re Afri­ka­mi­schun­gen, Cajun Gewürz (kreo­lisch), Ori­ent­ge­wür­ze
  • Mischun­gen für Süß­spei­sen (Top­tipp: Mélan­ge Ori­ent von Babette’s, Flower­power von Son­nen­tor)

Hier beginnt das Aro­men-Nir­wa­na und raubt einem die Sin­ne… Die Mög­lich­kei­ten sind so viel­fäl­tig und schnell hat man 20 wei­te­re Gewürz­dös­chen im Schrank, wenn man nicht auf­passt :-). Da hilft nur aus­pro­bie­ren in kleinst­mög­li­chen Men­gen. Die Her­stel­ler wis­sen schon, wie sie uns ins Boot krie­gen. Mit exo­ti­schen Namen (Bud­dhas Bauch, Scharf­ma­cher, Son­nen­kuss, Flower­Power usw.) und schön design­ten Ver­pa­ckun­gen zum Bei­spiel.

Idea­ler­wei­se kauft man die Gewür­ze in Bio­qua­li­tät, auch wenn der Preis höher ist. Nur so kann man unbe­strahl­te Sub­stan­zen sicher­stel­len. Übri­gens: nicht über­all wo ein Fern­seh­koch auf der Gewürz­do­se abge­bil­det ist, kann man von Top-Qua­li­tät aus­ge­hen. Lei­der. Meist ste­hen gro­ße Gewürz­kon­zer­ne hin­ter die­sen Krea­tio­nen.

 

5. Frische Kräuter:

Ing­wer, Zwie­beln, Knob­lauch, Peter­si­lie, Kori­an­der­grün, Basi­li­kum, Sal­bei, Thy­mi­an, Min­ze, Lieb­stöckl, Majo­ran, Ore­ga­no und wei­te­re Küchen­kräu­ter. Wenn man in der Groß­stadt lebt fin­det man in Asi­en­shops auch fri­sche Cur­ry­blät­ter. Sie sind eine wun­der­ba­re Ergän­zung für Lin­sen­ge­rich­te und Cur­ries. Wenn man sie nicht bekommt, schme­cken die Gerich­te trotz­dem, kei­ne Sor­ge.

Auf­be­wah­rungs­tipp für fri­sche Kräu­ter: Blät­ter vom Sten­gel zup­fen und tro­cken in einem aus­rei­chend gro­ßen Glas im Kühl­schrank auf­be­wah­ren. Hal­ten so viel län­ger als beim Lagern in der Plas­tik­tü­te.
Beim Kochen wer­den die fri­schen Kräu­ter meist am Ende der Gar­zeit zuge­ge­ben.

Nun, nach dem Früh­jahrs­putz im Gewürz­re­gal kann eigent­lich die Shop­ping­tour star­ten 🙂

Eine Lis­te mei­ner Lieb­lings­lie­fe­ran­ten aus dem Inter­net:  Spi­ce for Life, Afri­ka­La­den, 1001 Gewür­ze, NoMu.
Im Bio­la­den nehm ich meist Son­nen­tor, Her­ba­ria, Brecht, Lebens­baum. In Wien kauf ich bei Babette’s (auch online mög­lich), bei Sup­pi­to oder in der Kräu­ter­dro­ge­rie.

Nach­trag 2017: mei­ne eige­nen Gewürz­mi­schun­gen mache ich mit den Roh­ge­wür­zen von her­bo­san in Frei­las­sing. Elfie Breidt-Sei­ser ist eine super Bera­te­rin für Kräu­ter, Gewür­ze, Tee­mi­schun­gen und alles ist in Apo­the­ken­qua­li­tät, also aller­bes­te Ware.

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