Es passiert mir manchmal, dass ich mich auf Reisen erkälte. Am ehesten auf unterkühlten Flughäfen bzw. in Fliegern.

Dieses Jahr kam ich mit einer ordentlichen Verkühlung in der Ayurvedaklinik an. Eine Box facial tissues war in nullkommanix weg und die Verschleimung wandert dann ja weiter in die Brust und will sich über Hustenanfälle befreien. Der ganze Ablauf dauert 5-7 Tage, wenn man sich an ein paar Regeln hält (leichtes Essen, viele Suppen, viel ruhen, warmhalten usw.). Und/oder Schnupfenmittel, Hustensäfte, Erkältungstees o.ä. zu sich nimmt.

Mein Doc hat mir eine andere Vorgehensweise empfohlen, die gleich zu Beginn der Verkühlung wirken sollte. Es handelt sich um ein 24-Stunden-Fasten, bei dem man keine Nahrung zu sich nimmt und in hoher Frequenz sehr heißes Wasser trinkt. Keine Medizin sei nötig, versprach der Doc. Falls der Hunger stark wird, könnte man Reiswasser oder eine dünne Reissuppe (Kanji) trinken/essen. Komplette Ruhe ist essentiell, es funktioniert also nur, wenn man einen oder zwei Tage frei nehmen kann. Das ganze nennt sich upavasa (sanskrit).
Also, hab ich es bei der nächsten Gelegenheit, 4 Wochen später kam die nämlich, ausprobiert. Und siehe da, es hat funktioniert. Das 24 Stunden-Ziel halte ich allerdings für sportlich und es dürfte nur funktionieren, wenn man die Erkältung relativ am Anfang erwischt. Aber je nach Stärke des Immunsystems könnte man das in 1-2 Tagen hinkriegen, es braucht dann evtl. einige Reissuppen, um den Hunger zu besänftigen. Mir scheint es zumindest sinnvoller als sich eine Woche lang mit Husten und Schnupfen durch die Arbeit zu quälen oder Pharmaprodukte zu schlucken. Wenn es nicht hilft, kann man das immer noch ;-).

Die Theorie dahinter: Bei Erkältungen und aufkommendem Fieber, wandert das Feuer (agni) aus dem Magen, seinem eigentlichen Sitz, in die Extremitäten und verursacht Entzündungen, um Fremdkörper loszuwerden. Deshalb fühlt sich der Körper heiß an und man hat meist auch keinen Hunger. Die Behandlung der Wahl zielt gleichermassen auf die Reduktion von Schleim (Kapha) UND Hitze (Pitta), was mit Fasten erreicht wird. Das Feuer wandert zurück in den Magen und der Körper verdaut die angestauten Verschleimungen (Amas, Kaphaüberschüsse) quasi selber. Das ist unser eingebauter Selbstheilungseffekt, immer wieder ein Wunder :-).

Wenn man möchte, kann man dies unterstützen mit bestimmten Kräutern oder Gewürzen, Koriandersamen und/oder Ingwer sind dabei die beliebtesten Hausmittel. Kurz aufgekocht in heißem Wasser kann man das bei starkem Durst zusätzlich verabreichen. Weitere förderliche Gewürze sind Kreuzkümmelsamen, Fenchelsamen, Zimt, schwarzer Pfeffer. Sie haben die Eigenschaft, das Ama auch bei sehr schwachem Verdauungsfeuer (Agni) zu verdauen bzw. zu neutralisieren. Dazu verwendet man etwas höhere Dosen für eine sehr kurze Zeit.

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