winter2Obwohl es kalendarisch schon eine Weile Winter sein soll, kann man das an gemessenen Sonnenstunden und Temperaturen noch nicht so recht erkennen. Ich will darüber natürlich nicht meckern, waren die letzten Wochen doch angenehm sonnig und eher mild. Und jeder Spaziergang in der Wintersonne lädt die Vitamin D-Speicher nach, für vegetarisch und vegan lebende Menschen ein Geschenk.

Doch er wird sicher bald kommen, der „richtige“ Winter mit Schnee und Frost. Der Winterspeiseplan unterscheidet sich garnicht so sehr von den Herbstempfehlungen. Es darf wieder etwas schärfer gewürzt werden und Hülsenfrüchte sind ideale Energielieferanten, wenn die Auswahl von Obst und Gemüse saisonbedingt kleiner wird.

Bei all den süßen Nahrungsmitteln, die man um die Weihnachtszeit zu sich nimmt, sollte man die bitteren Wintergemüse wie Chicoree und Radicchio nicht vergessen. Sie sind der ideale Gegenpol, auch wenn bitteres nicht die wichtigste Geschmacksrichtung im Winter ist.

Die Ernährung im Winter soll nähren und stärken. Es ist eine Zeit des Ruhens, Speicherns und der Vorbereitung. Man kann sich mehr erden und in die Stille gehen. Das Wetter ist normalerweise kalt, bewölkt, naß und schwer, die Elemente Erde und Wasser sind dominant, was im Laufe des Winters das Kapha Dosha (Schwere, Lethargie, Kälte, wenig Bewegung usw.) erhöht.
In Regionen mit langem Winter kann sich durch die Kälte auch das Vata Dosha (Element Luft) erhöhen. Dies macht sich durch schlechten Schlaf, Stress, Sorgen, Verstopfung, Erkältungen und Gelenkschmerzen bemerkbar.

Die Nahrung sollte so gewählt sein, dass die Kälte dieser 2 Bioenergien dem Körper nicht schadet. Und dazu sind wärmende Mahlzeiten und Getränke der ideale Gegenpol.

Das Verdauungsfeuer (Agni) brennt im Winter außerdem besser als zu anderen Jahreszeiten, deshalb kommt in dieser Jahreszeit eher schwerere Nahrung zum Einsatz und kann weit besser verdaut werden als im übrigen Jahr. Oder könnte man sich eine Gans im Juli vorstellen?
Der Körper „dichtet“ sich ab nach außen, das Feuer bleibt innen und steht der Verdauung zur Verfügung. Verdauungsfördernde Gewürze sind ebenso wichtig wie maßvolles Essen, denn zuviel der Schwere, in Kombination mit der natürlichen Schwere in der Natur, schafft auch das beste Verdauungsfeuer nicht.

Diese Nah­rungs­mit­tel sollte man bevor­zu­gen

  • süßes, saures und salziges Essen
  • warmes (gekocht) und schwereres Essen
  • nahrhafte Kost (z.B. wärmende Suppen, Eintöpfe, Kitcharis)
  • ölige­res Essen
  • Ghee, Avocado, Olivenöl, Leinöl sind sinnvolle Ergänzungen zu Getreidegerichten und Suppen
  • Kompotte aus herbstlichen Obstsorten
  • Getreideprodukte (Dinkel, Gerste, Buchweizen, Hirse und vieles andere, was man noch nicht so kennt)
  • saisonale Gemüse (Kohlgemüse, Wurzelgemüse, Kürbis, Winterspinat, Grünkohl, Chicoree), gekocht oder gedämpft sowie gebacken im Ofen
  • Hülsenfrüchte
  • Tofu und Sojaprodukte
  • warme Getreidebreis aus Dinkel, Reis, Mais, Gerste, Hafer
  • erwärmende Gewürze: fast alle (außer Fen­chel, Kori­an­der, Anis, Minze), besonders Zimt und Ingwer, Kreuzkümmel, Muskat, Nelken
  • zum trin­ken: warmes Was­ser mit Gewürzen, Ingwer etc., Kräu­ter­tees

 

Diese Nah­rungs­mit­tel sollte man redu­zie­ren

  • bittere, herbe und sehr scharfe Speisen
  • Rohkost, Salate
  • kalte Speisen
  • sehr süße Speisen
  • rohes Obst, Smoothies
  • Obst und Gemüse aus weit entfernten Regionen
  • Aufgewärmtes Essen
  • kalte Getränke

 

Ein ausgleichender Lebensstil im Winter

beinhaltet z.B.:

  • Ölziehen mit warmem Sesamöl am Morgen (Öl für einige Minuten im Mund halten)
  • Massagen (mit warmem Öl) und warme Sauna
  • stimulierendes Yoga und Atemübungen
  • Bewegung am Morgen fördert Kreislauf, Stimmung und Immunsystem
  • regelmäßige Meditation
  • einen regelmäßiger Tagesablauf bzgl. Schlaf, Essenszeiten, Bewegungseinheiten und Entspannung
  • Ruhe zuhause
  • früher schladen gehen, Tagesschlaf vermeiden
  • zuviel Wind und Kälte meiden, den Kopf vor Kälte schützen
  • viel Bewegung ist sehr förderlich, egal ob draußen oder drinnen
  • für genügend Luftfeuchtigkeit in der Wohnung sorgen, um die Nebenhöhlen frei zu halten
  • einige warme Öltropfen in die Ohren geben verhindert Infektionen

 

Gegen Erkältungen hilft: Insnowgwerwasser, Koriander-Ingwer-Tee, Ingwer im Essen, Ingwerwasser inhalieren
(1 Teelöffel auf einen Topf kochendes Wasser) und das Vermeiden jeder Art von Milchprodukten.

Somit wünsche ich eine gesunde Winterzeit.

 

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