Lebensmittel aus biologischer Erzeugung schmecken meist nicht nur besser als herkömmlich angebaute Erzeugnisse, sondern liefern oft auch größere Mengen an Nähr- und Vitalstoffen als ihre mehrfach besprühten und synthetisch gedüngten Pendants. Und ja, die Biokritiker behaupten das Gegenteil und mediales Biobashing war in letzter Zeit en vogue. Und manchmal ist es das auch zurecht, vor allem im Bereich der (biologischen) Tierhaltung.

Doch unabhängig davon, wem welches Obst und Gemüse besser schmeckt, gibt es ein gewaltiges Argument für Bioware: die Pestizidbelastung ist deutlich niedriger. Sowohl in der Nahrung als auch in den Böden.

Die Belastung konventioneller Ware liegt zwar unter den (meist willkürlichen) gesetzlich vorgeschreibenen Höchstwerten, doch viele Pestizide und deren Langzeitwirkungen sind noch lange nicht ausreichend erforscht. So kommen z.B. nur langsam Studien über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch RoundUp in die Öffentlichkeit, dem wohl bekannstesten Gift von Monsanto in unserem Essen. Die Risiken sind allerdings schon seit Jahrzehnten bekannt. Arte TV hat gerade eine faszinierende Doku darüber ausgestrahlt.

Der Dirty Dozen Guide ist in erster Linie ein Hilfsmittel für diejenigen, die die Pestizide so gering wie möglich halten möchten bei ihren Einkäufen. Die amerikanische ‚environmental working group‚ testet jedes Jahr die Belastung von Obst und Gemüse und fasst das Ergebnis in der sog. dirty dozen Liste zusammen. Das sind die 12 am meisten belasteten Obst- und Gemüsesorten, die man am besten in Bioqualität einkauft. Die deutsche Version von 2012 kann man auf der Homepage von Utopia  nachlesen.

Dirty Dozen Liste EWG 2013

„Das dreckige Dutzend“

  • Äpfel: sie absorbieren mehr Pestizide als jede andere Frucht.
  • Sellerie: sie haben keine schützende Haut und man kann die Pestizide nicht abwaschen.
  • Kirschtomaten: werden ebenfalls sehr stark behandelt in der konventionellen Anbauweise
  • Gurken: gehören zu denjenigen frischen Lebensmitteln, die bei Tests ganz besonders schlecht abschneiden. Nur Biogurken können mit Schale gegessen werden.
  • Trauben: sie sind wunderbare Früchte voller Antioxidantien und Vitalstoffe, jedoch nur in Bioqualität
  • Peperoni
  • Nektarinen (importiert): nehmen weit mehr Chemikalien und Pestizide in sich auf als andere Obstsorten.
  • Pfirsiche: wie Nektarinen
  • Kartoffeln: können bis zu 37 Chemikalien und Pestizide absorbieren.
  • Spinat: Die Blätter sind in der Lage, bis zu 48 verschiedene Pestizide aufzunehmen.
  • Erdbeeren: auch Erdbeeren gehören zu den kontaminiertesten Früchten, die man überhaupt kaufen kann.
  • (Süße) Paprika: da die Schote nur eine sehr dünne Haut hat, absorbiert sie sehr schnell Pestizide und Chemikalien.
PLUS
  • Kohl(blätter) und Grünkohl
  • Sommer Kürbis und Zucchini

Diese zusätzlichen Gemüse sind auf der Liste gelandet, weil man auf verschiedenen Proben Rückstände gefunden hat von Pestiziden, die eigentlich schon nicht mehr erlaubt sind. Oft sind die Böden noch länger belastet nach dem Verbot dieser Substanzen.

Tierische Produkte werden auf dieser Liste nicht geführt, doch gibt es weitergehende Empfehlungen hierzu:

  • Milchprodukte: die meisten Kühe verzehren einerseits Futtermittel, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen verunreinigt sind oder sogar bereits größtenteils daraus bestehen. Andererseits enthalten die üblichen Futtermittel Rückstände von Chemikalien und Pestiziden sowie synthetische Zusätze und Medikamente.
  • Fleischprodukte: Abgesehen vom ethischen Aspekt, der eigentlich in jedem Menschen das Bedürfnis wecken sollte, nur solche Fleischprodukte zu konsumieren, die von relativ glücklich lebenden Tieren stammen, gilt es inzwischen als gesichert, dass Fleisch von Tieren, die artgerecht (mit Gras und Kräutern statt mit Getreide, Mais und Soja) ernährt wurden, gesünder ist.

 

Wer gentechnisch veränderte Pflanzen meiden möchte, in der Masse sind das Mais und Soja, kommt um Bioware nicht herum. Oft findet man jedoch diese Substanzen auch in Fertigerichten und ob die Kennzeichnungspflicht da immer greift, ist eine große Frage.
Wenn man die Gesamtliste der EWG-Untersuchung betrachtet, finden sich darin auch wenig belastete Lebensmittel, die ich im nächsten Beitrag bespechen werde.
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