schnelles resigerichtManche Menschen kochen gerne, kapitulieren aber vor dem vermeintlichen Zeiteinsatz. Doch gerade die halbe Stunde in der Küche ist oft eine Zeit um abzuschalten und sich ganz auf seine Sinne zu konzentrieren. Viele Hobbyköche bestätigen, dass Kochen für sie eine große meditative Komponente beinhaltet. Deshalb fühle ich mich immer wie eine Meditierende in der Küche 😉

In den Buchhandlungen habe ich schon viele Kochbücher durchgeblättert, die schnelle Küche versprechen. Nach 15, 20, 30 Minuten maximal soll eine Mahlzeit auf dem Tisch stehen bitteschön. Das geht bei diesen Rezepten oft nur mit Fleischgerichten. Gemüse braucht halt eine kleine Vorbehandlung, und sei es nur das Waschen und Schneiden. Denn fertiggeschnippeltes Gemüse in der vergasten Plastikhülle oder Fertigprodukte aus Dosen und Gläsern sind nicht die Alternative.

Im Laufe meiner Kochjahre haben sich ein paar Kniffe als hilfreich erwiesen für besonders schnelle Mahlzeiten, ohne dass der Nährwert der Speisen durch reines Dosenöffnen verloren ginge:

  • Mit schneller kochenden Lebensmitteln planen.
    Beim Gemüse sind das z.B. Zucchini, Kürbis, Süßkartoffeln, Spargel, Spitzkohl usw. (statt Kartoffeln, Rote Bete, Karotten etc.)
    Beim Getreide kocht Basmatireis sehr schnell und manche Nudelsorten haben eine Garzeit von nur 3-5 Minuten (statt Vollkornnudeln, Vollkornreis u.ä.)
    Rote Linsen muss man nicht einweichen und kann sie in 15 Minuten al dente kochen.
  • Das Gemüse sehr klein schneiden oder raspeln verkürzt die Kochzeit.
  • Auf Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Tomaten verzichten, das kleinschneiden benötigt einiges an Zeiteinsatz. Die Rezepte funktionieren meist auch ohne diese Zutaten und ein würziges Gemüsebrühpulver (ohne Glutamat und Hefe natürlich!) kann bei Bedarf den Geschmack verstärken.
  • Mit 5-6 „Lieblingsrezepten“ entwickelt man mit der Zeit eine solche Routine, dass man diese in kürzester Zeit aus dem Ärmel (bzw. Kochtopf) schüttelt.
  • So etwas „altmodisches“ wie einen Schnellkochtopf einsetzen. Er kann die Garzeit beträchtlich reduzieren. Sehr gut geeignet, wenn man Gemüse oder Linsen schnell weichkochen möchte. Auch Fruchtchutneys oder Gemüsepürees sind schneller einsatzbereit. In Indien pfeifen die Schnellkochtöpfe den ganzen Vormittag aus den Häusern! 🙂
  • Gemüse vom Backblech kann man sehr gut vorbereiten und zu einem späteren Zeitpunkt einfach nur noch in den Ofen schieben.
  • Eintopfgerichte sind nicht nur sehr nahrhaft, sondern benötigen auch wenig Kochgeräte, d.h reduzieren die „Nebenarbeiten“. Ein Kitcharigericht mit Reis, Linsen und Gemüse ist in max. 25 min. fertig ohne viel Arbeitsschritte.
  • Hochwertige Gewürzmischungen (Sonnentor, Herbaria, Spice for life, NoMu, Lebensbaum, Afrikaladen usw.) erleichtern das Würzen, weil man nicht mit vielen einzelnen Gewürzdosen/Gläsern hantieren muss.
  • Einmal p. Woche oder Monat Chutneys in größerer Menge vorauskochen. Sie sind immer eine schnelle und abrundende Ergänzung zu allen Gerichten.
  • Eine gut gefüllte Speisekammer mit den Zutaten, die man immer wieder benötigt, ermöglicht eine streßfreie Menüplanung.

 

Extratipp einer wunderbaren Ayurvedaköchin (und Yogalehrerin) auf Hawai, Myra Lewin.

Um ein schnelles Kitchari (s.o.) zu machen, gibt es folgende Möglichkeit: Reis und Mungbohnen und 1-2 kleingeschnittene Karotten (oder anderes Gemüse) in einen tragbaren Speise-Thermosbehälter geben. In einer Pfanne das Ghee erhitzen, die Gewürze anrösten bis sie duften und ebenfalls in die Thermos geben. Mit heiß kochendem Wasser füllen (den Inhalt ganz überdecken), den Behälter schliessen und zur Arbeit gehen. Das heiße Wasser sollte die Zutaten rechtzeitig zum Lunch fertig gekocht haben 🙂

Print Friendly, PDF & Email