Es lässt sich wohl nicht ver­mei­den, dass man sich in den nächs­ten Tagen eine klei­ne Über­do­sis Eier ein­ver­lei­ben wird. Und es ist egal, ob es sich dabei um ech­te oder scho­ko­la­di­ge han­delt, bei­des in grö­ße­ren Men­gen ist nicht unbe­dingt „das Gel­be vom Ei“.
Aber nun, ein­mal im Jahr.… 😉

In den ayur­ve­di­schen Schrif­ten wird das Ei am Ende des Fleisch-Kapi­tels beschrie­ben. Es ist sehr schwer ver­dau­lich und man­che Kom­men­ta­to­ren sagen, dass es schwe­rer ist als das Fleisch des Tie­res, das das Ei legt. Kei­ne leich­te Kost also.
Das liegt dar­an, dass im Ei sehr vie­le Nähr­stof­fe ent­hal­ten sind, die für den Auf­bau des neu­en Lebens bestimmt sind. Ähn­lich ist es mit der Milch. Auch sie ist extrem näh­rend und somit schwer ver­dau­lich. Die Kom­bi­na­ti­on der bei­den — man ahnt es schon — ist nichts für Men­schen mit trä­ger Ver­dau­ung.

Falls man auf Eier nicht ver­zich­ten möch­te, gibt es ein paar Tipps, die den Ver­zehr etwas weni­ger pro­ble­ma­tisch machen:

  • 1. Das Ei soll­te nur von bes­ter Qua­li­tät sein, also min­des­tens von frei­lau­fen­den Bio­hüh­nern stam­men. Das steht so nicht in den alten Tex­ten, dafür wird aber immer wie­der betont, dass man für sei­ne Ernäh­rungs­ent­schei­dun­gen den gesun­den Men­schen­ver­stand ein­be­zie­hen soll. Und bei der heu­ti­gen Nach­rich­ten­la­ge wird ein Käfi­g­ei nicht in unse­rem Essen lan­den.
  • 2. Je wei­cher das Ei, des­to schwe­rer ver­dau­lich ist es. Ein hart gekoch­tes Ei ist somit leich­ter ver­dau­lich als ein wei­ches oder Spie­gelei. Am leich­tes­ten ist das Rühr­ei. Ein pochier­tes Ei dage­gen ist eher was für Men­schen wie Popeye und Obelix. Eben­so Diä­ten, bei denen man 5 oder mehr rohe Eier am Tag essen soll.
  • 3. Eier am Mor­gen, in einer Zeit in der das Ver­dau­ungs­feu­er noch im Halb­schlaf ist (ab ca. 10 Uhr ist es dann voll wach), kön­nen den Ver­dau­ungs­pro­zess ordent­lich stö­ren. Für das Ver­dau­ungs­feu­er bedeu­tet es je nach Men­ge ener­gie­r­au­ben­de Schwer­ar­beit. Aus­nah­men sind kör­per­lich arbei­ten­de Men­schen und Sport­ler.
  • 4. Es gibt kei­ne Anga­ben, wie viel Eier man idea­ler­wei­se essen soll. Es hängt sehr von der indi­vi­du­el­len Ver­dau­ungs­kraft jedes ein­zel­nen ab. Weni­ger ist alle­mal bes­ser und man­che west­li­chen Ayur­ve­da­buch-Autoren hal­ten 2–3 Eier pro Woche für aus­rei­chend. Inklu­si­ve der Eier, die in Back­wa­ren ste­cken.

Somit wird klar, dass Eier­spei­sen, eie­ri­ge Des­serts (z.B. der ita­lie­ni­schen Sor­te), Kuchen mit viel Eiern usw. nicht so ganz im ayur­ve­di­schen Sys­tem zuhau­se sind. Noch weni­ger sind es Mehl­spei­sen aus Eiern, Milch und Wei­zen die man außer­halb der mit­tel­eu­ro­päi­schen Alpen­re­gio­nen (Öster­reich, z.B. 😉 ) nicht sehr oft auf einem Spei­se­plan fin­det… Hier kommt beson­ders die Kom­bi­na­ti­on von Eiern und Milch (plus Wei­zen) zum Tra­gen.
Doch glück­li­cher­wei­se greift in die­sem Fal­le für vie­le Men­schen das Phä­no­men des sat­mya, was bedeu­tet, dass man die Din­ge, an die man von Kin­des­bei­nen an gewöhnt ist, bes­ser ver­dau­en kann als eine ande­re Per­son. Bestimm­te Ver­zehr­men­gen und ‑häu­fig­keit von Kai­ser­schmarrn, Salz­bur­ger Nockerln & Co. kön­nen natür­lich trotz­dem unge­woll­te Spu­ren hin­ter­las­sen.

Vegan leben­de Men­schen essen statt Rühr­ei lie­ber „Scram­bled Tofu“, eifreie Pan­cakes und backen ohne Ei, was ganz wun­der­bar funk­tio­niert. Ob man nun das Ei mit Soja­mehl ersetzt oder ganz alter­na­ti­ve Rezep­te aus­pro­biert, die Mög­lich­kei­ten sind span­nend und anre­gend.

Somit wün­sche ich dann mal Fro­he Ostern 🙂

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