Ein wei­te­rer Aspekt der Ver­träg­lich­keit von Nah­rung bezieht sich auf die Ver­ar­bei­tung von Lebens­mit­teln. Dazu zählt alles vom Säen über das Ern­ten, lagern und ver­ar­bei­ten. Und es wer­den die unter­schied­li­ches­ten Zube­rei­tungs­for­men von Nah­rung beschrie­ben. Damals, bei den Rishis im Wald vor ca. 2500 Jah­ren war das in ers­ter Linie gril­len (Bar­be­cue), backen (Tan­door-Ofen), bra­ten, kochen und dämp­fen. Im wei­te­ren Sin­ne gehört auch das schmo­ren und blan­chie­ren dazu.

 

Wie kochen?

Die „Leich­tig­keit” des Essens nach dem Kochen wird abstei­gend in der oben erwähn­ten Rei­hen­fol­ge defi­niert, d.h., gril­len macht das Essen am leich­tes­ten und dämp­fen am schwers­ten. Für die meis­ten von uns klingt das über­ra­schend, denn wir asso­zi­ie­ren gedämpf­tes Gemü­se mit leicht und gesund. Tat­säch­lich wird beim gegrill­ten Gemü­se sowie beim Ofen­ge­mü­se der (schwe­re) Was­ser­an­teil redu­ziert, das Gemü­se „schrumpft” im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes und wird tro­cke­ner und leich­ter (wenn man es nicht in Öl ertränkt). Beim gedämpf­ten Gemü­se bleibt im Gegen­satz dazu der Was­ser­an­teil erhal­ten und wird durch den Dampf sogar erhöht. Somit wird es schwe­rer, da Was­ser als schwer gilt.

Alle Koch­ver­fah­ren sind gleich­wer­tig, man soll­te kei­nes bevor­zu­gen son­dern immer wie­der abwech­seln zwi­schen den ver­schie­de­nen For­men, da jede ande­re Qua­li­tä­ten der Nah­rungs­mit­tel zuta­ge för­dert. So ist z.B. beim gedämp­ten Gemü­se nicht nur das Was­ser noch drin son­dern auch fast alle Vit­ami­ne und Nähr­stof­fe. Beim Kochen „ver­liert” sich da eini­ges ins Koch­was­ser, doch wenn man die­ses z.B. für Sup­pen nutzt, blei­ben sie erhal­ten.

 

Worin kochen?

Beschrie­ben wur­den auch die Koch­ge­fä­ße, die meist aus Ton oder Guß­ei­sen bestan­den. Ton­ge­fä­ße sieht man in Asi­en auch heu­te noch in allen Küchen im Gegen­satz zu uns. Eben­so ist der Tan­do­o­ri-Ofen ersetzt wor­den durch den elek­tri­schen Back­ofen. Ver­glei­chen läßt er sich jedoch mit dem Holz­ofen der ita­lie­ni­schen Piz­za­bä­cker. Und die Guß­ei­sen­pfan­ne ist auch bei uns ein sehr belieb­tes Koch­in­stru­ment bei pas­sio­nier­ten Köchen.

Lebens­mit­tel zu Schäum­chen ver­ar­bei­ten war damals man­gels tech­ni­scher Mög­lich­kei­ten kein The­ma und letzt­end­lich hat sich der Hype dar­um bei uns wie­der etwas gelegt. Mole­ku­lar­kü­che ist eine ganz klei­ne Nische geblie­ben in der heu­ti­gen Koch(Show)-Kultur. Es wäre ver­mut­lich durch­ge­fal­len, da alles kom­pli­zier­te als eher unayur­ve­disch zählt eben­so wie Nah­rung, die nach dem Kochen nicht wie­der­zu­er­ken­nen ist… 😉

Wür­den die Wei­sen heu­te im 21. Jhd. im Krei­se sit­zen und berat­schla­gen, dann gin­ge die Dis­kus­si­on ver­mut­lich dar­über, mit wel­chem Mixer man am bes­ten Grü­ne Smoot­hies macht. Ori­en­tiert man sich an den damals defi­nier­ten Prin­zi­pi­en, kämen nur Vit­amix & Co (Rev­o­blend, Omni­blend, Komo­blend, Bian­co) in Fra­ge, denn das wich­tigs­te Anlie­gen ist die leich­te Ver­dau­lich­keit der Nah­rung nach der Ver­ar­bei­tung. Wenn man nun rohen Man­gold, Spi­nat, Salat, Sel­le­rie usw. in einen klei­nen Haus­halts-Stand­mi­xer gibt, wer­den die Zel­len nie­mals so gut auf­ge­bro­chen wie mit die­sen Power­ma­schi­nen, die mehr als 30.000 Umdre­hun­gen pro Minu­te leis­ten. Mit die­sen Gerä­ten wird sogar Roh­kost ayur­ve­disch.

Was die Rishis rund­weg ableh­nen wür­den sind Alu-Pfan­nen und ‑Töp­fe (geben gif­ti­ge Stof­fe ab beim kochen), Mikro­wel­le (kein Pra­na mehr im Essen), Lebens­mit­tel aus Hybrid­sa­men von Mon­s­an­to und Gemü­se aus Zucht in Sub­s­ta­ten und unter Plas­tik­pla­nen (wie in Spa­ni­en). Man dach­te damals tra­di­tio­nell und wür­de nie­mals ein bewähr­tes Sys­te­me ändern wie z.B. den klas­si­schen, orga­ni­schen Anbau mit dif­fe­ren­zier­ten Frucht­fol­gen und Acht­sam­keit für die Umwelt. Heu­te ist das übri­gens kein biss­chen anders, es ist lang und breit erwie­sen, wie wohl­tu­end es sein kann, etwas „alt­mo­di­scher” zu leben 🙂

 

Foto: © Ruslan_Kokarev / iStock

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